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Samstag, 29. November 2025

Jugendparlament mit größtem Antrag seiner Geschichte

Neue Tisch-Bank-Kombinationen auf öffentlichen Flächen?

Der Rat der Stadt Osnabrück steht kurz davor, den größten Antrag des Jugendparlaments jemals zu beschließen. Das Jugendparlament brachte im Spätsommer einen Antrag zur Schaffung von konsumzwangfreien Orten für Jugendliche ein und forderte in diesem die Installation von Tisch-Bank-Kombinationen auf verschiedenen öffentlichen Flächen.

Mit einem finanziellen Gesamtvolumen von rund 1,1 Millionen Euro bis 2028 handelt es sich dabei um den größten Antrag des Jugendparlaments seit seiner Gründung 2013. Insgesamt sollen knapp 200 Tisch-Bank-Kombinationen installiert werden.


Der Antrag des Jugendparlaments

Zum Antrag sagt Antragssteller Benedikt Knillmann: Jede:r Jugendliche:r erlebt täglich, dass es an Aufenthaltsorten für junge Menschen fehlt. Oft gibt es neben teuren Cafés in der Innenstadt kaum Orte, an denen sich Jugendliche unabhängig vom Elternhaus aufhalten können.“

Um diesem Problem entgegenzutreten, nahm das Jugendparlament im Frühjahr 2025 sehr konstruktive Gespräche mit der Stadtverwaltung auf. Das Jugendparlament beschloss dann in seiner Sitzung am 24. Juli Knillmanns Antrag an den Rat der Stadt Osnabrück, in dem es konkret bis 2028 die Aufstellung von Tisch-Bank-Kombinationen auf allen Spielplätzen, Schulhöfen und einigen weiteren öffentlichen Plätzen sowie die Aufstellung von überdachten Tisch-Bank-Kombinationen an allen Bolzplätzen forderte.


Politische Entwicklungen

Nach einiger Verzögerung brachte die Verwaltung den Antrag zunächst als Mitteilungsvorlage und Ende Oktober 2025 als Beschlussvorlage in die verschiedenen Fachausschüsse der Stadt ein. Sie bewertete das Anliegen des Jugendparlaments positiv und schränkte dieses aufgrund begrenzter Ressourcen lediglich in Bezug auf die überdachten Tisch-Bank-Kombinationen ein.

Laut der Verwaltung müssten zur Erfüllung des Antrags des Jugendparlaments bis 2028 knapp 200 neue Tisch-Bank-Kombinationen aufgestellt werden: 108 auf Spielplätzen, 40 an Bolzplätzen, 28 auf Schulhöfen und 13 an weiteren ausgewählten Stellen.

Um dieses Ziel zu erreichen, plant die Verwaltung zur Umsetzung des Antrags 750.000€ Investitionen in Mülleimer und Möblierung bis 2028 ein. Die Mittel sind bereits im aktuellen Haushaltsentwurf eingeplant und speisen sich aus Mitteln aus Investitionsprogrammen des OSB und dem Fachbereich Bildung, Schule und Sport. Inklusive der Folgekosten bis 2028 soll das Projekt knapp 1,1 Millionen Euro kosten.

Jugendparlamentarier Knillmann ist mit der Bewertung durch die Verwaltung sehr zufrieden: „Wir freuen uns sehr, dass die Verwaltung die Bedürfnisse junger Menschen auch in einer angespannten finanziellen Situation nicht zurückstellt oder versucht kleinzureden. Kinder und Jugendliche werden oft genug nicht beachtet, egal ob es um Bildung, Rente oder Wehrpflicht geht. Der Rat hat jetzt die Chance zu zeigen, dass das für Osnabrück nicht gilt. Die Verwaltung zeigt durch ihre fachliche Einschätzung, dass das der richtige Weg ist.“

Der Antrag des Jugendparlaments wird aktuell in den zuständigen Fachausschüsse behandelt, bevor im Rat über ihn abgestimmt werden soll.


Größter Antrag der Geschichte des Jugendparlaments

Mit einem Volumen von ca. 1,1 Millionen Euro bis 2028 (davon 750.000€ investiv), steht der Rat damit vor dem Beschluss des größten JuPa-Antrags in dessen Geschichte. Für Präsidentin Ayse Sahin ist das ein Zeichen, dass kontinuierliches Engagement wirkt: „Das Jugendparlament wurde seit seiner Etablierung 2013 immer bekannter und bedeutender. Dass das Jugendparlament beispielsweise 2020 Sitze im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt oder im Schul- und Sportausschuss bekommen hat, sind Erfolge, auf denen wir jetzt aufbauen können. Mit diesem Antrag können wir in Osnabrück wirklich etwas bewegen.

Die Ratsabstimmung über den Antrag fällt außerdem in das Ende unserer Amtszeit. Es wäre wirklich schön, am Ende der letzten zwei Jahre jetzt noch einmal zu merken, dass sich das Engagement gelohnt hat und wir etwas für die Osnabrücker Kinder und Jugendlichen verbessern können.“

Die aktuelle Legislaturperiode des Jugendparlaments endet am 10. Dezember mit der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments. Jugendparlamentarier Knillmann appelliert abschließend an die Osnabrücker Kommunalpolitik: „Wir hoffen jetzt auf die Zustimmung des Stadtrates. Dort liegt jetzt die Entscheidung, ob man im Haushalt noch Geld für junge Menschen übrig hat oder nicht. Das Zeichen an die Jugendlichen, beispielsweise in das VfL-Stadion, aber nicht in die Aufenthaltsqualität vor Ort zu investieren, wäre natürlich fatal.“

Knillmann zeigt sich aufgrund der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses und einiger positiver Signale aus den Fraktionen allerdings zuversichtlich. Grundsätzlich sei die Kooperation und Unterstützung des Jugendparlaments durch Verwaltung und Fraktionen in den letzten Jahren sehr gut gewesen.

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