Mittwoch, 17. April 2024

Zahl der Erwerbstätigen steigt im 4. Quartal 2023 auf 46,2 Millionen

Erneuter Höchststand der Erwerbstätigenzahl trotz nachlassender Dynamik

Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland, 4. Quartal 2023
+0,1 % zum Vorquartal (saisonbereinigt)
+0,3 % zum Vorquartal (nicht saisonbereinigt)
+0,5 % zum Vorjahresquartal 

WIESBADEN – Im 4. Quartal 2023 waren rund 46,2 Millionen Personen in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt um 28 000 Personen (+0,1 %). Im 3. Quartal war die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt noch leicht um 7 000 Personen (0,0 %) gesunken.

Ohne Bereinigung um saisonale Effekte stieg die Zahl der Erwerbstätigen im 4. Quartal 2023 gegenüber dem 3. Quartal 2023 um 161 000 Personen oder 0,3 %. Ein Anstieg der Erwerbstätigenzahl im 4. Quartal eines Jahres gegenüber dem Vorquartal ist üblich, allerdings fiel der Zuwachs im Jahr 2023 geringer aus als 2022 (+252 000 Personen; +0,6 %). Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte damit gleichwohl erneut einen historischen Höchststand, nachdem bereits im 3. Quartal 2023 der vormalige Höchstwert vom 4. Quartal 2022 mit knapp 46,0 Millionen Erwerbstätigen um 55 000 Personen oder 0,1 % überschritten worden war.


Vorjahresvergleich: Aufwärtstrend verlangsamt

Verglichen mit dem 4. Quartal 2022 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im 4. Quartal 2023 um 216 000 Personen (+0,5 %). Damit setzte sich der Beschäftigungsanstieg im Vorjahresvergleich erneut in abgeschwächter Form fort (1. Quartal 2023: +439 000 Personen; +1,0 % / 2. Quartal 2023: +387 000 Personen; +0,9 % / 3. Quartal 2023: +307 000 Personen; +0,7 %). 


Dienstleistungsbereiche mit stärkstem Beschäftigungszuwachs

Im 4. Quartal 2023 trugen erneut überwiegend die Dienstleistungsbereiche zum Anstieg der Erwerbstätigenzahl gegenüber dem Vorjahresquartal bei (+221 000 Personen; +0,6 %). Den größten absoluten Beschäftigungsgewinn verzeichnete der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +143 000 Personen (+1,2 %). Die zweitgrößte absolute Zunahme im 4. Quartal 2023 betraf den Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit +55 000 Personen (+0,5 %), gefolgt von dem Bereich Information und Kommunikation mit +18 000 (+1,2 %). Bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen auch die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften gehört, stieg die Beschäftigung um 12 000 Personen (+0,2 %). Bei den Sonstigen Dienstleistungen (unter anderem Verbände und Interessenvertretungen) sank die Zahl der Beschäftigten dagegen leicht um 2 000 Personen (-0,1 %) und bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern blieb sie unverändert. 

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) sank die Erwerbstätigenzahl im 4. Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahresquartal erstmals seit dem 4. Quartal 2021 (-6 000 Personen; -0,1 %). Im Baugewerbe konnten nur noch minimale Beschäftigungsgewinne erzielt werden (+1 000 Personen; 0,0 %). In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei blieb die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahreszeitraum konstant. 


Mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, weniger Selbstständige

Zum Anstieg der Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 % trug im 4. Quartal 2023 maßgeblich die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bei. Beschäftigungsgewinne gab es auch bei der Zahl der Beschäftigten mit ausschließlich marginalen Tätigkeiten (geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Personen in Arbeitsgelegenheiten). Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 4. Quartal 2023 im Vergleich zum 4. Quartal 2022 um 252 000 (+0,6 %) auf 42,3 Millionen Personen. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank dagegen um 36 000 Personen (-0,9 %) auf 3,9 Millionen. 


Arbeitsvolumen gegenüber Vorjahr unverändert

Die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person sanken nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 4. Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,7 Stunden auf 333,9 Stunden (-0,5 %). Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus der gestiegenen Erwerbstätigenzahl und den geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person – blieb somit im Ergebnis im gleichen Zeitraum unverändert bei 15,4 Milliarden Stunden. 


Erwerbstätigenzahlen in der EU

Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat vom 14. Februar 2024 stieg die nach europäisch harmonisierten Methoden berechnete Erwerbstätigkeit im 4. Quartal 2023 in den 27 Staaten der Europäischen Union (EU) mit +1,2 % und im Euroraum mit +1,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal durchschnittlich stärker als in Deutschland (+0,5 %). 


Hinweis zu den bisher veröffentlichten Ergebnissen:

Neben der Erstberechnung der Erwerbstätigenzahlen und der geleisteten Arbeitsstunden für das 4. Quartal 2023 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse ab dem 1. Quartal 2023 im Rahmen der turnusmäßigen Überarbeitung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) revidiert. Die Vorjahresveränderungsrate der vierteljährlichen Erwerbstätigenzahl weicht demnach gegenüber den früheren Angaben im 3. Quartal 2023 um 0,1 Prozentpunkte nach oben von dem bisher veröffentlichten Ergebnis ab. Das in der Pressemitteilung Nr. 001 vom 2. Januar 2024 veröffentlichte Jahresergebnis von 45,9 Millionen Erwerbstätigen und die Vorjahresveränderungsrate von +0,7 % bleiben durch die Neuberechnung unverändert.


Methodische Hinweise:

In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der saisonbereinigte Vergleich zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich der kurzfristige Trend der konjunkturellen Entwicklung ablesen. Der Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen weitgehend unabhängig.

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