Mittwoch, 26. Januar 2022

Der VfL gewinnt gegen den SC Verl 2:1 und macht einen Sprung auf Platz 2 …

Der VfL gewinnt in einer hart umkämpften Partie glücklich mit 2:1 gegen eine Verler Mannschaft, deren eklatante Abschlussschwäche am Ende ein Unentschieden oder einen Sieg der Gastgeber verhinderte. Der VfL ist nun Zweiter der 3. Liga und das allein zählt. 

Vor dem Spiel …

In unserem aktuellen Podcast sprechen wir zunächst rückblickend über die beiden vergangenen Spiele gegen Freiburg und Halle, um uns dann der heutigen Partie zu widmen.
Unser Autor für Fanangelegenheiten und Alltagswahnsinn, Ali Bölzen, hat in einem emotionalen Artikel, der bislang von über 16.000
(single views) Leuten gelesen wurde, voll ins Fanherz getroffen.
Und mit dem designierten VfL-Präsidenten Holger Elixmann plauderten im 17. VfL-Heimatabend-Podcast Heiko Schulze & Kalla Wefel in der Giftküche der Osnabrücker Runschau.

Auf der nicht stattgefundenen Pressekonferenz hätte Trainer Scherning bestimmt gesagt, dass man nach Lotte fahre, um das Spiel zu gewinnen. Ob die Mannschaft nach der grandiosen Leistung gegen den SC Freiburg wieder in der Spur ist, wird man sehen. Die anschließenden Trainingstage wurden situationsbedingt offenbar etwas ruhiger angegangen.

Natürlich hat das heutige Spiel mit seinem Austragungsort am Lotter Kreuz auch eine gewisse Komik und birgt durchaus eine Tendenz, in das ungeschriebene Buch absurder Fußballanekdoten aufgenommen zu werden. Aus Verl werden gut 1.000 und aus Osnabrück 4.000 Fans erwartet. Wir werden sehen.

Die angestammte Spielstätte der Sportfreunde Lotte macht jedenfalls beim Einnehmen der Pressetribüne einen ganz soliden, aber mit ihrem Baukastensystem auch sehr befremdlichen Eindruck.

Für Opoku und Kunze stehen Simakala und Klaas in der Startelf des VfL. Ezekwem, Corboz, Schwermann und Schmitt werden bei Verl durch Jürgensen, Sapina, Mirchev und Rabihic ersetzt.

Da die aktive Fanszene wieder einmal entschieden hat, wegen des Montagstermins in der ersten Halbzeit passiv zu bleiben, was man sich bei zwei offensiv auftretenden Mannschaften nur schwer vorstellen kann, dürfte es in der Mutter aller Arenen wie üblich recht ruhig bleiben. 

Beginn

Der nicht allzu erfahrene Schiedsrichter Dr. Max Burda aus Berlin pfeift bei trockenem Wetter und Temperaturen um die 10 Grad pünklich an. Anstoß haben die ganz in Lila angetretenen Osnabrücker. Ein erster Angriff über rechts kann Simakala nicht zu Ende spielen, der umgehende Konter der Verler bringt die Osnabrücker Abwehr arg in Bedrängnis, als Putaros Schuss knapp am langen Pfosten vorbeistreift.

Gleich darauf ist der VfL wieder im Angriffsmodus. Ein Eckball von Rahibic in der 8. Minute führt auf der Gegenseite zu einem gefährlichen Kopfball von Sapina, der allerdings ohne viel Anstrengung auf der Linie geklärt werden kann. Im Gegenzug steckt Klaas auf Heider durch, dessen Schuss aus zehn Metern im letzten Moment geblockt wird.

Der VfL nun mit Powerplay. Simakalas Schuss leitet eine Chance nach der anderen ein, von denen aber keine genutzt wird. Nach diesem Tohuwabohu im Verler Strafraum ist Verl wieder im Vorwärtsgang.

Nach einer Viertelstunde …

... ist die Partie bislang so, wie es zu erwarten war: ein offener Schlagabtausch, wobei ein Mittelfeldspiel kaum stattfindet. Nach einer Linksflanke von Kleinhansl köpft Simakala den Ball über den Querbalken.

In der 22. Minute verstolpert Kleinhansl den Ball eigentlich, erkämpft sich ihn aber energisch zurück und steckt auf Simakala durch, dessen Flanke in Höhe des Torraums landet, wo Trapp mit dem Hinterkopf verwandeln kann. Es steht 1:0 für den VfL.

Dann fast das 1:1: Kühn kratzt einen Kopfball von der Linie, der zweite Ball landet bei Rabihic, der die Kugel aus fünf, sechs Metern über das Tor drischt. Nach kurzem VfL-Intermezzo erneut Verl mit zwei Riesenchancen: Erst muss Kühn einen mordsgefährlichen  30-Meter-Schlenzer von Lannert vom Lattenkreuz kratzen, kurz darauf kann Stellwerk eine Flanke von Lannert wenige Meter vor dem Tor nicht verwerten. 

Statt des Ausgleichs fällt das 2:0 für den VfL: Ein Angriff über Kleinshansl auf der linken Seite führt zu einem Doppelpass zwischen Trapp und Klaas, dessen Schuss aus wenigen Metern ins kurze Ecke Thiede keine Chance lässt. Es steht 2:0.  

Kurz vor der Halbzeit lässt Kühn einen Fernschuss abprallen, Rabihic reagiert sofort und kann im letzten Moment von Kleinhansl abgegrätscht werden. Die Verler Fankurve fordert Elfmeter, aber der Schiri lässt weiterspielen.  

Halbzeitfazit

Das Spiel könnte auch gut 2:2 oder gar 3:3 stehen Die Führung des VfL ist, gemessen an den Chancen, etwas glücklich, aber durchaus verdient, wenn auch ein Tor zu hoch. In der ersten Hälfte wirkte die Partie hin und wieder eher wie ein Freundschaftsspiel: kaum Stimmung im Stadion und die fahrig agierenden Abwehrreihen trugen ihren Teil dazu bei. 

Beide Mannschaften gehen unverändert in die zweite Hälfte … 

… und die beginnt zunächst mit begrenztem Schaum. Beide Teams wirken nun sortierter in der Abwehr und das Tempo der ersten Hälfte ist zumindest vorerst dahin. In der 58. sorgt ein Fallrückzieher von Rahibic für Gefahr und zwei Minuten später scheitert er mit einem scharfen Schuss am hervorragend reagierenden Kühn

Nach 60 Minuten …

… ist Verl ganz klar am Drücker und der Anschlusstreffer liegt in der Luft. Es ist unfassbar, wie viele Chancen die Verler vergeben, und kommt der Ball mal aufs Tor, ist Kühn auf dem Posten. Doch dann der verdiente Treffer für Verl: Rahibic flankt von links, dort steht der kurz zuvor eingewechselte Akono und köpft den Ball aus vier Metern völlig freistehend ins Netz. Es steht 1:2.

Das Spiel lebt nun von der Spannung. Hier ist alles möglich: Ein Konter des VfL könnte das 3:1 bringen, zumal Verl allmählich hinten aufmachen muss. Schwer vorstellbar, dass hier kein Tor mehr fällt. In der 81. Minute fast das dritte Tor für den VfL, als Traorés Rechtsflanke erst von Heider und dann von Beermann nicht verwandelt werden kann.

Die hektische Schlussphase ist damit eingeläutet. Für den neutralen Beobachter ist das sicherlich unterhaltsam, für den VfL-Fan allerdings hart an der Schmerzgrenze. Verl kommt immer wieder vor das VfL-Tor, entweder hält Kühn oder Verls Abschlussschwäche rettet den VfL vor dem Ausgleich. Am Ende bleibt es beim glücklichen 2:1-Sieg des VfL.

Fazit:

Der VfL gewinnt in einer hart umkämpften Partie mehr als glücklich mit 2:1 gegen eine Verler Mannschaft, deren eklatante Abschlussschwäche am Ende ein Unentschieden oder einen Sieg der Gastgeber verhinderte. Der VfL ist nun Zweiter der 3. Liga und das allein zählt. 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 5.224, davon gut 4.000 aus Osnabrück

Tore:
0:1 Trapp (22.)
0:2 Klaas (35.)
1:2 Akono (70.)

Gelbe Karten:
(19.) Petkov
(33.) Mirchev
(60.) Scherning
(80.) Rabihic
(81.) Beermann
(90.+5) Opoku
(90.+5) Stellwagen

SC Verl:
Thiede – Lannert, Schäfer, Jürgensen, Stellwagen – Baack (68. Akono), Sapina (87. Corboz), Mirchev (82. Schikowski) – Rabihic, Putaro (87. Steinwender), Petkov
Trainer: Guerino Capretti

VfL Osnabrück: 
Kühn – Traoré (82. Itter), Beermann, Trapp, Kleinhansl – Klaas, Gugganig, Köhler (82. Gugganig) – Simakala (56. Kunze), Heider, Higl (68. Opoku)
Trainer: Daniel Scherning 

Schiedsrichter: Dr. Max Burda (Berlin)

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellendritte VfL (3,19) gegen den Tabellenachten aus Verl (3,28). Tatsächlich spielt der VfL als Tabellenfünfter der 3. Liga gegen den Fünfzehnten aus Verl.

Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 28. September 2001 erst in vier Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 1:0:3 für den SC Verl. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de“.

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga

Über den Autor
Kalla Wefels Saisonrückblick 2019/20 erschien im aufwändigen A-4-Format und ist unter anderem bei Bücher Wenner erhältlich. Dietrich Schulze-Marmeling schreibt in seinem Vorwort: “Herausgekommen ist ein großartiges Saisonbuch. Eigentlich ist es weit mehr als das …” Um die Spielberichte herum ranken sich Reportagen, https://www.buecher-wenner.de/s/details.php?back=S&isbn=9783981780772“Halbzeitgedanken”, Hintergrundberichte, Fankommentare und Kolumnen. 160 Seiten A-4-Format / 12,00 € Kalla saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär.
Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit rund fünfzig Jahren arbeitet er professionell als Journalist und Buchautor sowie als Kabarettist und Musiker.
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