Donnerstag, Dezember 2, 2021
2.9 C
Osnabrück

Der VfL gewinnt in Berlin bei Heimspielatmosphäre verdient mit 2:1 und macht einen Sprung auf Platz 3 …

Der VfL gewinnt verdient mit 2:1 in Berlin. Den frühen Rückstand steckte der VfL gut weg und konnte die Partie bereits in der ersten Halbzeit drehen. Der Angriffsfußball der Viktoria stellte die Osnabrücker Abwehr vor allem in den Anfangsminuten immer wieder vor Probleme. Der VfL versäumte es zwar trotz hochkarätiger Chancen, den Sieg rechtzeitig einzutüten, holte am Ende aber drei immens wichtige Punkte. Ein Riesenlob gebührt den mitgereisten Fans, die der Partie eine Heimspielatmosphäre verliehen.

Vor dem Spiel …

In den Halbzeitgedanken gehe ich auf den VfL Höhepunkte der Woche ein, der bereits am Montag stattfand: Hannes Haferkamps 100. Geburtstag.

Auf der Pressekonferenz verkündete Trainer Scherning: „Wir fahren dorthin, um das Spiel zu gewinnen.“ A watt … am Schluss geht es schlicht und ergreifend darum, welches der beiden Teams Anschluss an die Spitze hält.

In unserem aktuellen Podcast sprechen wir zunächst rückblickend über die Niederlagen gegen Meppen und Zwickau und die bislang gezeigten Leistungen einzelner Spieler, um uns dann zukunftsweisend über die kommenden Aufgaben auszulassen. 

Foto Osnabrücker Rundschau / Hauke Peinz

Die einstige Spielstätte des Stasi-Clubs Dynamo Berlin, der abbruchreife Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, wurde extra für die Viktora reanimiert – Erich Mielke zum Glück nicht, doch sein Ungeist wabert bis heute durch die Stuhlreihen …

 

Beim VfL beginnt Trapp für Gugganig und Higl für Simakala. Bei den Berlinern geht Krahl für Sprint ins Tor und Küc ersetzt den verletzten Cigerci.

Beginn

Schiedsrichter Wolfgang Haslberger aus St. Wolfgang (Bayern) pfeift bei nasskaltem Wetter und Temperaturen um die 10 Grad pünklich an. Anstoß haben die in lila-schwarzen Auswärtstrikots angetretenen Osnabrücker. Viktoria greifen wie gewohnt früh an und kommen schon in der 3. und 4. Minute zu ersten Chancen.

Ein erster Freistoß für die Viktoria in der 6. Minute aus 22 Metern landet in der Mauer. In der siebten Minute das 1:0 für die Berliner: Der VfL kann eine Flanke klären, der Ball landet bei Kapp, der die Kugel von der Brust abtropfen und aus 24 Metern volley abzieht. Der Ball senkt sich über Kühn hinweg ins Tor. Zweifellos ein Traumtor, wenngleich für den VfL ein Alptraumtor.

Nach nur zwölf Minuten fällt das 1:1. Higl flankt von links, Menz kann nicht richtig klären und Heider bringt den Ball am zweiten Pfosten ins Tor. Riesenjubel in der Gästekurve.

In der 15. Minute kann Küc fast ungehindet aufs Tor zulaufen, doch sein harter Schuss wird von Kühne pariert. 

Nach einer Viertelstunde …

... ist die Partie bislang so, wie sie von vielen prophezeit wurde: ein offener Schlagabtausch, wobei sich das Spiel in dieser Phase auf beiden Seiten ein wenig beruhigt. Die VfL-Abwehr steht bei den nach wie vor munter anstürmenden Berlinern etwas zu weit weg vom Gegner, kommt allerdings nun auch seinerseits vermehrt zu einigen Angriffen und erkämpft sich sogar eine leichte Feldüberlegenheit.

Nachdem Opokus verunglückte Linksflanke von Krahl gerade noch um den langen Pfosten gelenkt werden kann, führt er selbst den Eckball von rechts aus. Köhler steigt hoch und köpft den Ball mit Wucht ins Netz. Der VfL hat das Spiel gedreht und führt 2:1. 

Die Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit beginnt und das Spiel geht weiter munter rauf und runter. Der VfL ist nun das spielerisch bessere Team, hat sich nach dem Rückstand rasch gefangen und muss dennoch gegen die quirligen Angreifer der Viktoria steht auf der Hut sein.

In der 39. Minute stürmt Opoku von halblinks auf das Berliner Tor zu und zieht aus 16 Metern ab, doch der Berliner Torwart kann klären. Der VfL ist zu Ende der ersten Halbzeit das bessere Team und einem dritten Tor näher als die Berliner dem Ausgleich.

Halbzeitfazit

Der VfL führt verdient mit 2:1. Den frühen Rückstand steckte der VfL gut weg und konnte die Partie sogar drehen. Der forsche Angriffsfußball der Viktoria stellte die Osnabrücker Abwehr vor allem in der Anfangsviertelstunde immer wieder vor Probleme. Entschieden ist hier also noch gar nichts.   

… einen VfL-Höhepunkt gab es bereits am Montag, als die Adresse der VfL-Geschäftsstelle von der Scharnhorststraße 50 offiziell in Hannes-Haferkamp-Platz 1 umbenannt wurde. Die von René Kemna angenehm locker moderierte Veranstaltung ließ so manche Erinnerung aufleben. Die sympathischen drei Haferkamp-Töchter, die so manche Anekdote beitragen konnten, machten keinen Hehl aus ihrer Freude, dass ihrem Vater zum 100. Geburtstag diese Ehre zuteil wurde.

Foto Wallenstein

Fritz Brickwedde würdigte als Vertreter der Stadt die Leistungen des ehemaligen Nationalspielers und Vereinspräsident Hülsmann und Museumschef Bernhard Lanfer ergänzten mit ihren stimmigen Beiträgen die tolle Veranstaltung, die einen daran erinnerte, dass der VfL großartige Spieler in seinen Reihen hatte.

Foto Wallenstein

Die Halbzeitgedanken erscheinen in dieser Saison nur noch sporadisch, da die Rundschau nun auch regelmäßig VfL-Heimatabend-Podcasts produziert.

Beide Mannschaften gehen unverändert in die zweite Hälfte … 

… sofort greifen die Berliner über rechts an, aber der aufmerksame Kühn kann klären und die Partie wird von Seiten der Viktoria nun giftiger geführt. Eine verunglückte Ecke von Opoku führt fast zum 3:1 und gleich im Gegenzug verpasst Benyamina nach einer Flanke von Falcao die Riesenchance zum Ausgleich. Es geht also munter weiter.

Klar, die Viktoria will den Ausgleich und greift immer wieder an, ist aber hinter extrem anfällig und der VfL bekommt eine Chance nach der anderen: Heider mit einem großartigen Schuss aus 20 Metern, den Krahl über die Latte lenken kann, dann zwei Riesenchancen nacheinander: Erst muss Higl den Ball einnetzen, aber Küc klärt auf der Linie, und den zweiten Ball bringt Heider trotz artistischer Glanzleistung nur knapp über das Tor. 

Nach 60 Minuten …

… raubt einem das Spiel die Nerven. Permanent ist auf beiden Seiten ein Tor in der Luft und die Berliner Angriffe werden wieder gefährlicher und der VfL versäumt es, mit einem dritten Tor die Nerven des Verfassers dieser Zeilen zu beruhigen, stattdessen verpasst Menz knappp den Ausgleich.

Nach der Gelbe-Karten-Flut folgt ein Wechsel nach dem anderen und es passiert eine Weile nicht mehr viel. Der VfL scheint das Spiel nun immer besser in den Griff zu bekommen und hält den Ball geschickt in den eigenen Reihen, kommt aber wie die Berliner auch bis zum Schlusspfiff kaum zu wirklichen Torchancen.  

Fazit:

Der VfL gewinnt verdient mit 2:1 in Berlin. Den frühen Rückstand steckte der VfL gut weg und konnte die Partie bereits in der ersten Halbzeit drehen. Der Angriffsfußball der Viktoria stellte die Osnabrücker Abwehr vor allem in den Anfangsminuten immer wieder vor Probleme. Der VfL versäumte es trotz hochkarätiger Chancen, den Sieg rechtzeitig einzutüten, sodass bis zum Abpfiff gezittert werden musste. Ein Riesenlob gebührt den mitgereisten Fans, die der Partie eine Heimspielatmosphäre verliehen.  

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 3.112, davon 1.112 aus Osnabrück

Tore:
1:0 Kapp (7.)
1:1 Heider (13.)
1:2 Köhler (31.)

Gelbe Karten:
(48.) Falcao
(49.) Pinckert
(53.) Köhler
(57.) Traoré
(61.) Benyamina
(74.) Klaas
(89.) Gugganig

Viktoria Berlin:
Krahl – Gunte, Lewald, Kapp – Pinckert (78. Kayo), Menz, Jopek, Becker – Benyamina (66. Verkamp), Lucas Falcao (88. Seiffert), Küc
Trainer: Benedetto Muzzicato

VfL Osnabrück:
Kühn – Traoré (73. Itter), Beermann, Trapp, Kleinhansl – Kunze (87. Gugganig), Taffertshofer, Köhler – Higl, Heider (87. Simakala), Opoku (67. Klaas)
Trainer: Daniel Scherning 

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang)

Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs noch nie zuvor aufeinander.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Dritte (3,19) gegen den Neunten aus Berlin (3,29).

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga

Über den Autor
Kalla Wefels Saisonrückblick 2019/20 erschien im aufwändigen A-4-Format und ist unter anderem bei Bücher Wenner erhältlich. Dietrich Schulze-Marmeling schreibt in seinem Vorwort: “Herausgekommen ist ein großartiges Saisonbuch. Eigentlich ist es weit mehr als das …” Um die Spielberichte herum ranken sich Reportagen, https://www.buecher-wenner.de/s/details.php?back=S&isbn=9783981780772“Halbzeitgedanken”, Hintergrundberichte, Fankommentare und Kolumnen. 160 Seiten A-4-Format / 12,00 € Kalla saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär.
Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit rund fünfzig Jahren arbeitet er professionell als Journalist und Buchautor sowie als Kabarettist und Musiker.

Stadt und Landkreis Osnabrück informieren:

spot_img
spot_img
spot_img
spot_img
spot_img
Aktuelles