Mittwoch, 26. Januar 2022

Der VfL verpasst erneut die Chance zu einem Heimsieg – 0:0 gegen den Halleschen FC

Der VfL rennt wieder einmal 90 Minuten lang auf das Tor des Gegners zu. In der Vergangenheit erzielten die Gäste dann oft den 1:0-Siegtreffer, zumindest das blieb den Osnabrückern heute erspart, denen trotz einer überlegen geführten zweiten Halbzeit kein Tor gelingen wollte.

Vor dem Spiel …

Auf der Pressekonferenz waren Trainer Daniel Scherning und Florian Kleinhansl einig, sich auf die heutige Partei zu freuen und das Pokalspiel gegen den SC Freiburg ja noch ein paar Tage warten könne. In unserem Podcast gehen wir wie immer auf die vergangenen und kommenden Spiele ein. 

Beim VfL steht die gleiche Startelf auf dem Feld wie beim Auswärtssieg in Berlin. Bei Halle sind Guttau und Kreuzer für Sternberg und Riveiro gegenüber der Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken auf dem Rasen.

Die Stimmung ist anders als während der vergangenen Spiele. 
Das Stadion ist irre laut. Ralf Heskamp, Boris Pistorius (inkognito), Daniel Flottmann und Marcos Álvarez sind da. Es knistert, es ist wie früher

Beginn

Schiedsrichter Florian Exner aus Münster (!!!) pfeift bei nasskaltem Wetter um die 8 Grad und mit Anpfiff fängt es an zu regnen. Anstoß haben die ganz in Lila angetretenen Osnabrücker, die zuerst auf die Westkurve zuspielen.

Gleich in der zweiten Minute eine Riesenchance für den VfL: Opoku wird rechts im Strafraum angespielt und zieht den Ball vors Tor, wo Heiders Schuss von Nietfeld nur knapp zur Ecke abgewehrt werden kann.

In der 5. Minute flankt Higl nach kurzem Zwischenspiel mit Köhler von links butterweich in den Strafraum. Heider setzt sich gegen Landgraf durch, doch sein Kopfball streift nur wenige Zentimeter über das Tor.

Halle kontert brandgefährlich und kommt seinerseits zu etlichen Gelegenheiten. Boyds Schuss stellt Kühn vor keine Probleme, doch wenig später hätte Halle die Führung erzielen müssen: Nach einer Linksflanke von Eberwein kommt Shcherbakovski wenige Meter vor dem Tor unbedrängt zum Kopfball, setzt die Kugel aber über das Tor.

In der 15. Minute spielt Köhler den einige Meter vor dem Strafraum lauernden Higl an, dessen platzierter Schuss nur knapp am rechten Pfosten vorbei ins Toraus geht.  

Nach einer Viertelstunde …

... hätten schon einige Tore fallen können. Eine von beiden Seiten intensiv und ausgeglichen geführte  Partie, mit minimalen Vorteilen für den VfL. Die halleschen Angriffe bleiben stets gefährlich. Mitte der ersten Halbzeit beruhigt sich das Spiel ein wenig. Der VfL versucht es immer wieder mit langen Bällen, kommt aber kaum zu zwingenden Chancen, zumal die Abwehr der Gäste mittlerweile besser steht als in den Anfangsminuten.

In der 38. Minute kommt Traoré nach einem unglücklich abgewehrtem Eckball von Opoku an den Ball, doch seinen wuchtigen Schuss aus gut 20 Metern kann Schreiber zur Ecke klären. Sofort kontert Halle über Boyd, der Guttau in Szene setzte, doch sein Schuss landet in Kühns Armen.

Ein letzter schöner Angriff über rechts landet bei Taffertshofer, aber dessen Schuss geht weit über das Tor.

Halbzeitfazit

Eine von beiden Seiten mit viel Einsatz geführtes Spiel auf Augenhöhe, das auch gut 1:1 hätte stehen können. Beide Mannschaften hätten Tore erzielen können, scheiterten aber an der eigenen Abschlussschwäche oder an der guten Abwehrreihe des Gegners. Man darf gespannt sein, welche Mannschaft das Tempo in der zweiten Hälfte am längsten durchhält.


Die Halbzeitgedanken erscheinen in dieser Saison nur noch sporadisch, da
die Rundschau nun auch regelmäßig VfL-Heimatabend-Podcasts produziert.

Beide Teams gehen unverändert in die zweite Hälfte … 

… der VfL spielt nun auf die Ostkurve zu und macht da weiter, wo die erste Halbzeit aufgehört hat. Die ersten Minuten gehören eindeutig dem VfL. In der 50. Minute kommt Heider nach Zuspiel von Opoku im Strafraum mit dem Rücken zum Tor an den Ball, dreht sich geschickt, aber Kastenhofer kann ihn stören und der Schuss bleibt harmlos.

Bislang ist das Spiel eine Blaupause der ersten Halbzeit. Der VfL ist in diesen Anfangsminuten das aktivere Team. Taffertshofers Schuss prallt in der Abwehr ab, der zweite Ball kommt zu Köhler, dessen Schuss von halbrechts nur knapp neben dem linken Pfosten landet.

Nach 60 Minuten …

… ist der VfL das überlegene Team und es roillt ein Angriff nach dem anderen auf das Hallenser Tor zu. Erst verstolpert Opoku eine Chance im halleschen Strafraum, dann wird Higl eindeutig elfmeterreif gefoult. Ein toller Angriff über rechts: Opoku setzt Traoré ein, dessen scharfe Flanke von Higl kurz vor dem Tor nicht richtig verarbeitet werden kann.

Der VfL bestimmt nun das Spiel und Halle scheint dem Tempo der ersten Halbzeit nicht mehr folgen zu können, aber der VfL bleibt bei den Angriffen viel zu harmlos, sodass sich Halle wieder Kontermöglichkeiten bieten.

In der 75. Minute hat Kleinshansl die Führung auf dem Fuß, aber seinen Schuss aus 10 Metern kann Schreiber mit einem Reflex über die Latte lenken. Teilweise sind alle Spieler in der Hälfte der Hallenser. In der 80. Minute verpasst Heider direkt vor dem Tor übereifrig das Zuspiel von Klaas und Halle kontert nach wie vor gefährlich. 

Die Abwehr der Gäste steht hinten gut, der VfL macht aber auch aus seinen Angriffen zu wenig. In der letzten Minute setzt Wooten einen Kopfball neben das Tor.

Fazit

Der VfL rennt wieder einmal 90 Minuten lang auf das Tor des Gegners zu. In der Vergangenheit erzielte die Gäste dann oft den 1:0-Siegtreffer, zumindest das blieb den Osnabrückern heute erspart. Bereits am kommenden Dienstag kommt es an der Bremer Brücke um 19.00 Uhr zum DFB-Pokalspiel gegen den SC Freiburg, da werden die Karten neu gemischt.

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 9.814 davon 14 aus Halle

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten:

(41.) Heider
(52.) Samson
(58.) Landgraf

VfL Osnabrück:
Kühn – Traoré, Beermann, Trapp, Kleinhansl – Köhler (66. Klaas), Taffertshofer, Kunze (89. Bapoh) – Opoku (66. Simakala), Heider, Higl (80. Wooten)
Trainer: Daniel Scherning

Hallescher FC:
Schreiber – Kreuzer, Nietfeld, Kastenhofer, Badjie (68. Otto)- Samson, Landgraf – Shcherbakovski, Eberwein, Guttau (90-+2 Griebsch) – Boyd (90. Eilers)
Trainer: Florian Schnorrenberg

Schiedsrichter:  Florian Exner (Münster)

Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 27. Oktober 2012 in 14 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 6:2:6. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellendritte VfL (3,18) gegen – Achtung! – Tabellenzweiten aus Halle (3,17). Tatsächlich spielt der VfL als Tabellenfünfter der 3. Liga gegen den Elften aus Halle.

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga

Über den Autor
Kalla Wefels Saisonrückblick 2019/20 erschien im aufwändigen A-4-Format und ist unter anderem bei Bücher Wenner erhältlich. Dietrich Schulze-Marmeling schreibt in seinem Vorwort: “Herausgekommen ist ein großartiges Saisonbuch. Eigentlich ist es weit mehr als das …” Um die Spielberichte herum ranken sich Reportagen, https://www.buecher-wenner.de/s/details.php?back=S&isbn=9783981780772“Halbzeitgedanken”, Hintergrundberichte, Fankommentare und Kolumnen. 160 Seiten A-4-Format / 12,00 € Kalla saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär.
Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit rund fünfzig Jahren arbeitet er professionell als Journalist und Buchautor sowie als Kabarettist und Musiker.
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