Donnerstag, Dezember 2, 2021
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Handball-WM: Deutsches Team verliert unglücklich gegen Ungarn

Handball-WM: Deutsches Team verliert unglücklich gegen Ungarn

Ab 20:30 Uhr traf heute das deutsche Team bei der Handball WM in Ägypten auf die Ungarn. Beide Mannschaften hatten mit jeweils zwei Siegen bereits die Hauptrunde erreicht. Da aber die Punkte, gegen die ebenfalls weiterhin im Turnier verbliebenden Mannschaften, mit in die Hauptrundentabelle genommen werden, ging es hier nicht nur um den Gruppensieg, sondern auch bereits um das Erreichen der KO-Phase. Aus diesem Grund sprach Torwart Andreas Wolff vor dem Spiel bereits vom wichtigsten Spiel des Turniers.

Die Ausgangslage um den Gruppensieg war klar. Dem DHB Team würde ein Unentschieden reichen. Aber aus den bereits genannten Gründen war klar, dass den Deutschen ein Punkt nicht reichen würde gegen den stärksten Gruppengegner. Sie wollten die zwei Punkte.

Der nachnominierte Patrick Groetzki war nach einer Trainingseinheit direkt im Kader mit dabei. Ein erfahrener Mann, der in diesem Turnier definitiv helfen könnte. Bei den Torhütern hatte Deutschlands Trainer sich für Andreas Wolff und Routinier Johannes Bitter entschieden. Somit musste heute Silvio Heinevetter auf die Tribüne.

Deutsche nutzen Überzahl in der Anfangsphase nicht
Direkt nach einer Minute musste Ungarn die erste 2-Minuten Strafe hinnehmen. Diese überstanden die Ungarn aber sehr gut, so stand es danach 2:2. Die Ungarn zeigten sofort, dass sie ein unangenehmer Gegner sind. Sie spielten direkt sehr aggressiv. Deutschland machte aber auch einen sehr motivierten Eindruck und hielt gut dagegen. So war es sofort ein interessantes und gutes Spiel. Die erste deutsche Führung gab es nach 5:35 Minuten. Weber erzielte das 4:3. Auch von der zweiten Überzahlphase, 20 Sekunden davon in doppelter Überzahl, konnte die deutsche Mannschaft nicht profitieren. So stand es nach etwas mehr als 11 Minuten 5:5 . Zu diesem Zeitpunkt gab es dann die ersten zwei Zeitstrafen für Deutschland und somit direkt eine doppelte Unterzahlphase.

Ungarn zieht davon
Die vielen 2-Minuten war keine Fehlentscheidungen, wirkten aber doch hart da die Schiedsrichter auf gelbe Karten vorher komplett verzichteten. Kurz nach der Unterzahlphase stand es 6:8 aus deutscher Sicht. Die Ungarn nutzten diese also konsequenter aus. Im Anschluss sorgten leichtere Fehler im Aufbauspiel und vergebenen Würfen vom deutschen Team für ein 6:10 durch schnelle Gegenstoßtore von Ungarn. Bundestrainer Alfred Sigurdsson nahm daher nach etwas mehr als 16 Minuten die erste Auszeit. Beim Stand von 7:11 gab es bei Deutschland einen Torwartwechsel. Johannes Bitter kam auf die Platte.

Nach 20 Minuten bekam Sebastian Fernhaber seine zweite 2-Minuten Strafe. Dies war kritisch, da ein Spieler nach drei 2-Minuten Strafen für das restliche Spiel raus ist. Und auf der Position am Kreis sind die Deutschen nach den Absagen von zum Beispiel Patrick Wiencek vom THW Kiel nicht so breit besetzt.

Die Schlussphase in Halbzeit Eins
Drei Minuten vor der Halbzeit bekamen die Ungarn ihre nächste 2-Minuten Strafe. Dieses Mal konnte das deutsche Team die Überzahl, trotz einer Auszeit von den Ungarn, deutlich besser ausnutzen. Nach einem zwischenzeitlichen fünf Tore Rückstand stand es zur Halbzeit 14:15 aus deutscher Sicht.

Halbzeitfazit
Nach dem die deutsche Mannschaft speziell zwischen Minute 11 und 25 zu viele Abschlüsse nicht im Tor unterbringen konnten, konnten die Ungarn davonziehen. Diese waren bis dahin konsequenter und verstanden es auch Unterzahlphasen gut zu überstehen. In den letzten fünf Minuten wirkte das DHB Team konsequenter und etwas selbstbewusster. Dies und eine weitere Überzahlphase konnten sie ausnutzen und auf ein Tor an die Ungarn rankommen. Besonders wichtig waren dabei die Paraden von Johannes Bitter in den letzten zwei Minuten. Auf diese konnte Deutschland jeweils mit einem eigenen Treffer antworten, der letzte mit der Schlusssirene von Halbzeit Eins.

Ausgeglichene Anfangsphase
Nach ungefähr 35 Minuten stand es 18:18. Beide Mannschaften nutzten ihre Chancen zu Beginn der zweiten Halbzeit konsequent. Die Torhüter hatten zu diesem Zeitpunkt kaum Möglichkeiten an den Ball zu kommen.

Den ersten größeren Fehler in der zweiten Hälfte leisteten sich die Deutschen. Einen Fehlpass ins Aus konnte Ungarn im nächsten Angriff ausnutzen. So lag die deutsche Mannschaft nun wieder mit zwei Toren zurück (18:20, 38. Minute).

Bruch im Offensivspiel
Plötzlich änderte sich das Spiel total. Beide Mannschaften erzielten kaum mehr Tore. Das deutsche Team verteidigte konsequenter und ließ kaum Abschlüsse zu. Im Angriff allerdings waren die Abschlüsse plötzlich zu unkonzentriert. Außerdem hatte der ungarische Torhüter eine starke Phase. So stand es 43 Minuten 20:22. Auch in einer Unterzahlphase des deutschen Teams zwischen den Minuten 43 und 45 fielen keine Tore.

Paul Drux eröffnet die letzten 15 Minuten
Paul Drux beendete nun die Torflaute mit dem 21:22. Nach dem nächsten Angriff stand es durch einen Treffer von Uwe Gensheimer 22:22. Plötzlich fielen wieder Treffer. Besonders das deutsche Team war in dieser Phase im Angriff wieder besser. So stand es nach 48 Minuten 23:23. Es war das erwartet enge Spiel!

Nach fast 50 Minuten ging das deutsche Team durch Paul Drux nach längerer Zeit mal wieder in Führung (24:23).

Es bleibt knapp
Weiterhin blieb es ein total spannendes Spiel! Beide Teams schenkten sich nichts. So stand es fünf Minuten vor Schluss 26:26. Nach einem Fehlwurf von Kai Häfner konnte Ungarn in einer Überzahlphase wieder in Führung gehen (57.).

Nun gab es nach 57 Minuten die 2-Minuten Strafe für Ungarn. Eine große Chance für das deutsche Team auf den Sieg zu gehen. Aber die Ungarn konnten weiterhin über den Kreis kommen und treffen. Das Duell am Kreis ging heute klar an das ungarische Team. 75 Sekunden vor Schluss nahm Deutschland nochmal eine Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt lag man mit einem Tor zurück.

Nachdem die Deutschen ausgleichen konnten, nahm auch Ungarn noch eine Auszeit. Die Anweisungen nutzten die Ungarn optimal aus. Sie spielten die Uhr herunter und trafen drei Sekunden vor Schluss zum entscheidenden 29:28.

Fazit
Es war ein tolles Spiel, spannend bis zum Schluss. Insgesamt war es nicht das Spiel der Torhüter. Auch die deutsche Chancenverwertung und besonders die Abwehrarbeit im Innenblock muss kritisiert werden. Dennoch zeigte das Spiel, dass die junge deutsche Mannschaft, ohne viele Stars, auf hohem Niveau mithalten kann. Durch die Niederlage wird die Mission Viertelfinale zwar erschwert, aber das Team hat gezeigt, dass es in jedem Spiel mithalten kann.

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