Montag, 26. September 2022

Neue Patenprojekte der Mobilen Zukunft vorgestellt: Vom Coworking-Space bis hin zu inklusiven Fahrrädern

Das Team der Mobilen Zukunft der Stadt Osnabrück kümmert sich seit 2016 um sogenannte Patenprojekte, bei denen die Verwaltung zusammen mit politischen Vertretern, Institutionen und Vertretern aus der Wirtschaft Projekte zur Verbesserung der Mobilitätsangebote in Osnabrück umgesetzt werden. Zurzeit befinden sich die Patenprojekte der zweiten Generation vom Coworking-Space bis hin zum Verleih inklusiver Fahrräder in der Planung. Diese sollen bis 2023 umgesetzt werden.

Welche Projekte sind konkret geplant? Für mehr gesellschaftliche Vernetzung soll ein Coworking-Space im Büro Mobile Zukunft am Berliner Platz sorgen. Das von Brigitte Strathmann, Stadt Osnabrück, und Ulrich Schepers, Stadtwerke Osnabrück, Projekt ist bereits umgesetzt. Der Coworking-Space kann täglich am Berliner Platz 1 besucht und genutzt werden.

Unter dem Motto „inklusiv unterwegs“ sollen drei Spezial-Fahrräder für Menschen mit Handicaps angeschafft und in Kooperation mit dem Verein Lebenshilfe Osnabrück e.V. zum Verleih angeboten werden. In einem sogenannten Rollstuhlfahrrad wird durch eine kippbare Auffahrtsplatte der Transport im eigenen Rollstuhl ermöglicht. Im anderen Modell wird die zu transportierende Person in einem verstellbarem Sitz als Beifahrer bewegt, das dritte Modell funktioniert als Tandem-Fahrrad. „Die Finanzierung dieser „Fahrräder für alle“ soll über Spenden realisiert werden“, erklären die verantwortlichen Projektpaten Marco Hörmeyer, Stadtwerke Osnabrück, und Annette Harding, ehemaliges Mitglied des Rates der Stadt Osnabrück.

Beim Projekt „Mobile Stadtgärten“ werden zunächst modulare Stadtmöbel und Pflanzen auf ausgewählten Parkplätzen in der Innenstadt aufgestellt und bieten Fußgängern und Radfahrenden kurzfristig mehr Aufenthaltsqualität. In einem zweiten Schritt werden diese Parkstände dann dauerhaft entsiegelt, begrünt und mit Sitzmöglichkeiten versehen, während die „Mobilen Stadtgärten“ auf den nächsten Parkplatz ziehen. So sollen nach und nach die ersten Parkplätze in der Innenstadt entsiegelt werden und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Begleitet wird diese Maßnahme durch eine Beteiligung der Anwohnenden. „Die Transformation unserer Städte, hin zu mehr Aufenthalts- und Lebensqualität bei zeitgleich dringend notwendiger Steigerung der lokalen Klimaresilienz im Angesicht der schon heute messbaren Folgen des menschengemachten Klimawandels, ist unsere größte Aufgabe, zugleich aber auch Chance, als Planer und Gesellschaft. Die Patenprojekte sind dabei ein geeignetes Instrument, um diese Transformation gemeinsam anzustoßen und umzusetzen“, sagt Projektpate Nicolai Schlepphorst, Stadtberater GmbH, dazu. Derzeit läuft die Ausschreibung der Stadtmöbel, die im Frühjahr 2023 aufgebaut werden sollen.

Ebenfalls in Planung ist eine multifunktionale Quartiersgarage für Anwohnende im Bereich des Moskaubads. In der Garage sollen weitere Dienstleistungen wie Fahrradparken, öffentliches E-Laden oder eine Paketstation kombiniert werden. Mit der Inbetriebnahme sollen dann öffentliche Pkw-Stellplätze im Umkreis weichen und in Grünflächen umgewandelt werden. „Eine Quartiersgarage ermöglicht es den Anwohnenden den Pkw sicher abzustellen. Sie ermöglicht aber noch  viel mehr: Multifunktionalität erhöht die Lebensqualität aller Anwohnenden und die Parkstände weichen für mehr Grün“, sagen Wigand Maethner, Lara Grewe (beide OPG) und Susanne Hambürger dos Reis, Fraktionsvorsitzende der SPD Osnabrück.

Ein weiteres Patenprojekt ist die Einrichtung mehrerer smarter Ladezonen im Innenstadtbereich, um die Große Straße in den Hauptgeschäftszeiten vom Lieferverkehr freizuhalten. „Zu Beginn unseres Patenprojekts haben wir die bestehenden Ladezonen evaluiert. Es gibt derzeit genau zwei. Viel zu wenige, um die Innenstadt zu versorgen“, erklärt Ulrich Grubert von der Wirtschaftsförderung Osnabrück. „Mit neuen, smarten Ladezonen nehmen wir nicht nur den Auslieferungsdruck von den KEP-Dienstleistern, sondern erhöhen auch die Sicherheit für die Passanten während der Geschäftszeiten. Gleichzeitig reduzieren wir Emissionen. Eine Win-Win-Win-Situation für alle“, ist sich Projektpate Rolf Meyer, Meyer & Meyer Holding SE & Co. KG, sicher.

Für sichere Schulwege wollen Malte Wanzek, Stadt Osnabrück, und Markus Pörtner, Verein für Baukultur e.V., sorgen und Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern dazu bewegen, das Auto auf dem Schulweg stehen zu lassen. „Mit der Integration eines schulischen Mobilitätsmanagements gehen mehr Schülerinnen und Schüler den Schulweg auf sicheren Wegen und unabhängig von Elterntaxis“, sagt Markus Pörtner. „Wir integrieren das Mobilitätsmanagement gerade als Pilotprojekt in der Grundschule Dodesheide. Dort trifft es auf viel Zustimmung. Es ist ebenfalls schon kurzfristig gelungen, einzelne Verbesserungen auf dem Schulweg herzustellen. Auch sind Ergebnisse unserer Evaluation schon in die Neuplanung der Eller Straße eingeflossen“, ergänzt Malte Wanzek.

Damit auch Schulkinder nicht im Regen stehen müssen, während sie auf den Bus warten, plant ein weiteres Patenprojekt die Errichtung von Kleinstunterständen an Bushaltestellen, wo eine normale Buswartehalle keinen Platz finden würde. „Niemand steht gerne im Regen, während er oder sie auf den Bus wartet. Mit den Mikro-Unterständen wollen wir hier ein Angebot schaffen, das den Komfort unserer Gäste erhöht.“, sagt Stephan Kanzler von den Stadtwerken Osnabrück.

Von diesen neuen Wartehallen aus könnte es bald auch Wanderrouten geben. Denn mit dem „WanderBus“ sollen Interessierte auf ruhigen Wegen das direkte Umfeld der Stadt Osnabrück erkunden können. Start und Ziel ist dabei immer eine Bushaltestelle im Stadtgebiet. Dies soll verdeutlichen, wie nah Erholung auch ohne Anreise mit dem eigenen Pkw bzw. beinahe vor der Haustür möglich ist. „Der WanderBus ermöglicht Naherholung vor der Haustür und zeigt auf, wie nah Erholung ohne Anreise mit dem eigenen Pkw sein kann “, erläutert Projektpate Maximilian Heinke, Stadt Osnabrück.

Neben all diesen räumlichen Patenprojekte hat sich das Projekt von Thomas Haarmann, ehemaliges Mitglied der FDP-Ratsfraktion, auf die Wissensvermittlung in Sachen Mobilitätswandel fokussiert. Im Rahmen eines Mobilitätsforums von Mobile Zukunft wurden Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, Stadtbaurat Frank Otte und Martin Randelhoff, Mobilitätsblogger und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dortmund,  zur zukünftigen Mobilitätsformen in der Stadt Osnabrück befragt.

„Wir freuen uns über die rege Unterstützung und Begleitung bei den vielen unterschiedlichen Projekten. Wir bereiten das Feld, für die Umsetzung dieser Projekte und Ideen bedarf es neben intensiven Planungen und Absprachen mit allen Beteiligten zumeist auch einen politischen Beschluss“, erläutert Brigitte Strathmann, Leitung Mobile Zukunft der Stadt Osnabrück, das Verfahren.

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