Dienstag, 16. August 2022

Osnabrücker Verbände fordern zeitnahe Verlegung der B68

Petition gegen LKW-Durchgangsverkehr

In den letzten sechs Jahren wurden in Osnabrück 11 Radfahrende und zu Fuß Gehende durch LKW getötet. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen mit LKW. Zuletzt wurde eine 49-jährige Radfahrerin im Juni 2020 an der Kreuzung Schlosswall/Martinistraße getötet, als ein ortsunkundiger LKW-Fahrer einen spontanen Spurwechsel vorgenommen hatte.

Auf Initiative des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Osnabrück fordern jetzt mehrere
Verbände in einer Petition die Verlegung der Bundesstraße 68. „Die B68 führt mitten durch
die Innenstadt von Osnabrück – leider immer wieder mit tödlichen Folgen. Daher muss die
Streckenführung der Bundesstraße so schnell wie möglich auf die Autobahnen 1 und 30
verlegt und ein Durchfahrtverbot für schwere LKW angeordnet werden. Die Sicherheit von
Radfahrenden und zu Fuß Gehenden darf nicht mit dem Bau der A33-Nord erpresst
werden“, fordert der verkehrspolitische Sprecher des ADFC Wolfgang Driehaus.

Die Stadt Osnabrück hatte bereits mehrfach gefordert, die B68 auf die umliegenden
Autobahnen 1 und 30 zu verlegen, um den durchfahrenden Schwerlastverkehr aus der Stadt herauszubekommen. Bisher weigern sich aber sowohl das Niedersächsische
Verkehrsministerium als auch das Bundesverkehrsministerium, diese unkomplizierte und
verhältnismäßig schnell umzusetzende Maßnahme durchzuführen. Man müsse erst den Bau
der A33-Nord abwarten.

„Wir wollen nicht länger zuschauen, wie Menschen auf Osnabrücks Straßen sterben. Die
Verlegung der B68 und ein Durchfahrtverbot für den Schwerlastverkehr müssen jetzt
kommen“, fordert Daniel Doerk, Fahrradblogger (www.iswaf.de). „Eine A33-Nord hätte
ohnehin kaum Effekte. Die prognostizierten 120 Schwerlastfahrten am Tag können auch jetzt schon von den bestehenden Autobahnen aufgenommen werden. Den Verkehr in Osnabrück würde das ein gutes Stück sicherer machen.“

Jonas Michalowski von Fridays for Future Osnabrück sagt: „Nicht nur um die
Verkehrssicherheit zu erhöhen fordern wir, die B68 aus der Stadt zu verlegen. Auch aus
Gründen des lokalen Lärm- und Umweltschutzes muss diese Bundestraße aus der Stadt
gelegt werden. Osnabrück ist für Menschen da, nicht für motorisierten Individualverkehr.“
Reinhard Stolle vom Aktionszentrum 3. Welt: „Wann, wenn nicht jetzt handeln und mehr
Sicherheit für Radler und Fußgänger schaffen?“

„Um für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, ist der Schwerlastverkehr aus der Stadt
rauszuhalten. Denn: Es vergeht nicht eine Woche, wo irgendwo im Stadtgebiet es zu einem
Unfall zwischen Radfahrer und LKW kommt“, so Tobias Demircioglu, 1. Vorsitzender im
VCD Osnabrück.

Mit der Petition, die unter www.openpetition.de/!B68 gezeichnet werden kann, fordern
der ADFC Osnabrück und die Verbände die Minister Scheuer und Althusmann auf, die B68
so schnell wie möglich aus der Stadt Osnabrück auf die umliegenden Autobahnen 1 und 30
zu verlegen und ein Durchfahrtverbot für den Schwerlastverkehr anzuordnen, um
Radfahrende und zu Fuß Gehende zu schützen und Menschenleben zu retten. Eine
Autobahnbau darf nicht mit der Sicherheit von Verkehrsteilnehmer*innen erpresst
werden!

Die Petition wird unterstützt von:
NABU Osnabrück e.V.,
www.iswaf.de,
Aktionszentrum 3. Welt,
Fridays For Future Osnabrück,
Stadtbahn-Initiative Osnabrück,
AStA der Hochschule Osnabrück und dem
Kreisverband Osnabrück des ökologisch-orientierten Verkehrsclubs Deutschland (VCD e.V.)
Weitere Unterstützer nehmen wir jederzeit gerne mit auf.

Kontakt:
Wolfgang Driehaus
verkehrspolitik@adfc-osnabrueck.de

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