Mittwoch, 28. Februar 2024

„Ick bün all hier“ – Trari Trara, die Igelpost ist da: Hasenpost auf Bauernfang

Liebe Leserin, lieber Leser,
bevor Du hier weiterliest, möchte ich mich erst einmal vorstellen: Ich bin der schreibende Igel in der OR-Redaktion und verantwortlich für das Projekt „Das isso! Muss man wissen!“. Gepackt hat mich die Schreiberei, weil ich mich vor einiger Zeit dem Lesen einer quälenden Lektüre unterworfen habe. Sie nennt sich mit Zweitnamen ebenfalls „Post“, ist auch online unterwegs und besitzt als Vornamen nicht mich, sondern den eines hastig nagenden Langohrs. Ein Igel ist bekanntlich viel schneller und cleverer als dieser stets gehetzte Vierbeiner, der bei jeder Gelegenheit vor vermeintlich grünen Jägern oder roten Reitern in kopflose Panik gerät. Aber anstatt sich zu verziehen, plustert er sich dummdreist auf, und wenn jemand so aufgeblasen daherkommt, steche ich gern zu.

IGELPOST – 1/24 – 3. Jahrgang – Sonderausgabe zum Handgiftentag
Sensation: Die neue Igelpost jetzt fast so billig wie ihr Vorbild
Skandal: Bauer sucht Stau, Hase sucht Bau

Bauern mögen ja für Menschen ein Glück sein, weil sie Essen produzieren. Für uns Igel überpflügen sie ständig unsere Winterschlafbehausungen. Aber das bleibt, zugegeben, unser persönliches Problem.

Bemerkenswerter ist das, was Hasenpost-Chef Heiko Pohlmann anlässlich der aktuellen Bauernproteste in seinen imposanten Düngerkübel füllte. Höhepunkt war sein jüngster „Kommentar zu Bauernprotesten und Reaktion der Ampel: Zu wenig, zu spät“, den ich, seit er am 4. Januar erschien, mit Schmerzen ertragen musste. Statt auch nur annähernd zu versuchen, aktuelle Haushaltspolitik der Bundesregierung mit wahren Zahlen und Fakten darzustellen, wird ein ganz woanders georteter Jauchewagen mit völlig irrwitzigen Vergleichen herangekarrt und entleert.

Kostprobe (Originalzitat): „Und dann meinen unsere Ampelpolitiker doch tatsächlich, dass sie trotz der deutlichen Ansage der Verfassungsrichter, dennoch weiterhin leichtfertig Milliarden für Gender-Klimbim, Fahrradwege in Südamerika und für ein als Bürgergeld bezeichnetes faktisch bedingungsloses Grundeinkommen verjuxen zu dürfen. Sollen es doch die doofen Bauern bezahlen …und die doofen Transportunternehmen, die doofen Gastronomen und die inzwischen auf dem Absprung befindliche doofe Rest-Industrie. Also am Ende alle, die nicht am Tropf dieses mit absurd hohen Steuern und Abgaben versorgten Nanny-Staates hängen.“

Ist es etwa zu starker Mist- und Jauchegeruch, die den Chefanalytiker zu derart abstrusen Vergleichen verführt? Denn er kann zwar nicht besonders gut sehen, aber selbst der Hase hat ’ne Nase. Ganz im Ernst: Wo etwa fallen real nennenswerte Gelder für „Gender-Klimbim“ an? Hat den Oberhasen der traurige Tod des früheren Klimbim-Stars Ingrid Steeger derartige Fantasien hinter die Hasenlöffel gespült? Und selbst „Fahrradwege in Südamerika“ vermutet er als realen Ausgabeposten des Bundeshaushalts. Lindner als Radgeber (okay: drittklassiges Wortspiel damit sich auch mal die Hasenpostklientel auf die Hinterläufe klopfen kann) der Welt, sozusagen. Hat der Kommentator hier etwa zu oft mit tränenreichen Augen „Dschungelcamp“ oder „Bauer sucht Frau“ geguckt, weil die Pseudostars dort nie fliehen konnten, da Rot-Grüne ihre Fahrradpfade ständig in völlig andere Dschungel bauen? Ich frage mich mit allem Igel-Ernst: Wie muss man bei derartigen Klopfern eigentlich drauf sein?

Und dann noch der Vorwurf, bei dem zumindest das Stichwort nicht völlig frei erfunden ist:  Angeblich würden Menschen in der Ampel-Regierung „ein als Bürgergeld bezeichnetes, faktisch bedingungsloses Grundeinkommen verjuxen“. Hä?

Nur zur Klarstellung, die Hasenhirne wahrscheinlich nie erreicht: Seit dem 1. Januar dieses Jahres bekommen alleinstehende Erwachsene als Bürgergeld 563 (!) Euro im Monat, zusätzlich noch limitierte Mietkosten für eine kleine Wohnung. „Verjuxen“? Offenbar verachtet Pohlmann Menschen, die von staatlichen Zuwendungen leben müssen und einen mickrigen Monatsbetrag erhalten, der allein existenzsichernd und weiter nichts ist. Der womöglich in ewiger Hasenliebe hochverehrte Herr Merz schafft das natürlich an einem halben Tag im Sylter Edel-Restaurant. Bürgergeldempfänger*innen benötigen dafür einen ganzen Monat.

Soll ich mich am Ende ehrlich damit auseinandersetzen, dass Pohlmann ärmere Menschen offenbar „am Tropf dieses mit absurd hohen Steuern und Abgaben versorgten Nanny-Staates“ sieht? Ist ja auch widerlich, dass Menschen Bürgergeld, Arbeitslosenunterstützung, Kindergeld oder Grundrenten bekommen! Im gleichen Atemzug stellt Pohlmann mit eiskalter Analyse fest, dass Bauern, Transportunternehmen, Gastronomen und Rest-Industrie steuerlich entlastet werden müssten. Folglich, denkt der Igel wie alle, die weiterdenken, müsste man hier massive Steuerausfälle in Kauf nehmen, was dann ja wohl im harmonischen Einklang mit der Hasen-Ökonomie stünde. Nur: Wie anders als durch eine Überschreitung der per Grundgesetz erlaubten und von der Hasenpost frenetisch gefeierten Schuldengrenze soll der Staat solche Milliardenverluste zugunsten Besserverdienender kompensieren?

Normalerweise fragt man sich nach der Sinnhaftigkeit, wenn man derartige Widersprüche in der Hasenpostille aufdeckt. Aber macht es wirklich Sinn, den Posthasen nach Logik seiner eigenen Argumente zu fragen? Lassen wir ihm seinen aufgebauschten Schaum unter der Hasennase, der immer dann quillt, wenn sich das arme Langohr wieder mal von rot-grünen Waidmännern gehetzt und bedroht sieht und sich in seinem Bau in Sicherheit wähnt. Denn sein Name ist und bleibt nun mal Hase und der weiß von nichts.

Hier ein paar Fakten und Zahlen zum Thema „Bauer sucht Stau“

Nachtrag:
Das nachstehende Zitat stammt aus einem anderen Beitrag der Hasepost, wurde also nicht, wie von uns fälschlicherweise behauptet, vom Urheber gelöscht, was am Inhalt allerdings nichts ändert:

Folgte man dieser Andeutung der Hasenpost und übernähme dazu noch deren unvergleichbare Kommentar-Methode, wäre vor allem eines erreicht:
Der Handgiftentag hätte endlich nicht mehr seine altdeutsche Wortbedeutung, nämlich das „Handgeben“. Dafür stünde zukünftig das „Giften“ im Vordergrund. Vielleicht greifen BOB-Vertreter*innen diese geniale Chance ja mal auf. Dem Ex-Pressesprecher des Bundes Osnabrücker Bürger*innen, Wolfgang Niemeyer alias Hasenpost-Möser, fällt bestimmt was Tolles dazu ein. Wir sind da ganz zuersichtlich … echt jetzt, ihr schafft das!

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