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Montag, August 2, 2021

Maikäfer, Vorhang auf für Eure Mai-estät

Liebe OS-Kids, „Maiestät“ ist ein Wortspiel,

denn natürlich ist so ein Maikäfer nicht wirklich königlich und das Wort Maiestät mit i gibt es nicht. Das bot sich aber für mich an, denn es klingt tatsächlich ganz genauso. Und ob adlig oder nicht, ist ja auch total egal, denn immerhin hat der Maikäfer seinen eigenen Monat. Nicht viele andere Sechs-, Acht- oder Zweifüßer können das von sich behaupten. Der Einzige, der mir spontan einfällt, ist sein Verwandter der Junikäfer, aber der ist ein ganzes Stück kleiner und nur halb so bekannt. Beide gehören übrigens zur Familie der Blatthornkäfer.
Na gut, ihr ahnt es schon, nicht der Monat ist nach dem Käfer benannt, sondern andersrum. Maikäfer fliegen normalerweise von Mitte April bis Anfang/Mitte Juni aus. Der Mai ist ihre Hauptflugzeit. In diesem Jahr sicher ganz besonders, denn im April war es noch viel zu kalt. Vielleicht wird es deswegen so aussehen, als ob es plötzlich mehr von ihnen gibt. Aber eine Plage sind sie deshalb noch lange nicht. In früheren Zeiten, als Oma und Opa noch klein waren, sah das noch ganz anders aus. Dazu komme ich später.

Maikäfer Kokosnuss Maikäfer gemalt

Supernase am Kopf und andere spannende Fakten

Feldmaikäfer und Waldmaikäfer sind die häufigsten und bekanntesten Käfer der Gattung Maikäfer.
Maikäfer leben als Larven, die man Engerlinge nennt, 3 bis 5 Jahre unter der Erde und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Im Spätsommer vor dem Jahr des Schlüpfens verpuppen sie sich und verwandeln sich – ohne Hokuspokus, dafür mit Metamorphose, das kennt ihr vermutlich von Raupen und Schmetterlingen – bis zum Herbst in Jungkäfer. Die machen es sich dann gemütlich und überwintern ein letztes Mal unter der Erde. Nach dem Schlüpfen im April/Mai haben die ausgewachsenen Käfer dann durchschnittlich 6 Wochen Zeit umherzufliegen, reichlich Blätter von Laubbäumen zu futtern und eine Partnerin oder einen Partner zu finden. Vor allem die Männchen sind in der Partnersuche aktiv und finden die Weibchen dank ihrer 7 besonderen Fühler. Diese sind größer als die der Weibchen, die nur 6 Fühler haben. An den Fühlern der männlichen Käfer befinden sich ungefähr 50000 Geruchsnerven – sie besitzen also eine Art gefächerte Supernase am Kopf. Toll, oder!? Aber auch die Weibchen haben Superkräfte, sie legen nach erfolgreicher Paarung 60 bis 80 Eier in der Erde ab und sorgen somit dafür, dass eine neue Generation Käfer herankrabbeln – äh -wachsen kann.Maikäfer

Maikäfer, das ist kein Witz,
mögen alle … außer Onkel Fritz

„Max und Moritz, immer munter,
Schütteln sie vom Baum herunter.
In die Tüte von Papiere
Sperren sie die Krabbeltiere.
Fort damit und in die Ecke
Unter Onkel Fritzens Decke!“

Vielen von euch wird dieser Text bekannt vorkommen. Es ist ein Ausschnitt aus „Max und Moritz“ von Willhelm Busch. Im fünften Streich sammeln die frechen Buben Maikäfer ein und stecken sie dem schlafenden Onkel ins Bett. Onkel Fritz kommt mit dem Schrecken davon, für die Maikäfer geht es (wie ihr vielleicht wisst) weniger gut aus. Auch wenn das natürlich nur eine Erzählung ist, war man früher tatsächlich alles andere als zimperlich im Umgang mit Käfern und Insekten. Dazu müsst ihr aber wissen, dass es in unregelmäßigen Abständen zu richtigen Maikäfer-Plagen kam. Ganze Getreidefelder und Gemüseacker konnten die Engerlinge (die im Boden lebenden Maikäferlarven) vernichten; die Lebensgrundlage von vielen Menschen. Auch Waldgebiete wurden von den Käfern stark angegriffen. Für die Menschen von damals waren das also Schädlinge, gegen die man vorgehen musste. So wurden Maikäfer stets bekämpft und schließlich mit Hilfe von Insektenvernichtungsmitteln fast ausgerottet. Zum Glück ist das nicht gelungen. Langsam hat sich der Bestand wieder erholt.
Heutzutage dürfen die kleinen Brummer größtenteils wieder unbeschadet ihrer Wege fliegen und das ist auch gut so! Ich bin jedenfalls ein großer Fan dieser wunderschönen Käfer.

Um sie euch und auch Drache Valentin mal zu zeigen, gibt es dieses Video:

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Bleibt neugierig, gesund und fröhlich!

Eure Tina Birgitta Lauffer

 

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