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Donnerstag, Mai 6, 2021

Und nun sei an Alexander Roda Roda und seine Aphorismen erinnert

Alexander Roda Roda, geb. Sándor Friedrich Rosenfeld *13.4.1872

Sei sparsam! Hasse nicht, wo du mit Verachtung auskommst.

Welchen Wein die Parteien uns auch immer verheißen: Wenn sie zur Regierung kommen, verdünnen sie ihn immer mit demselben Wasser.

Es gibt zwei schöne Dinge auf der Welt: Erinnern und Vergessen. – Und zwei häßliche: Erinnern und Vergessen.

Aus dem Antisemitismus kann erst etwas Richtiges werden, wenn ihn ein Jude in die Hand nimmt.

Die Menschheit zerfällt in zwei Teile: Der erste drückt sich falsch aus, der zweite mißversteht es.

Der Fluch des Künstlers: Sein Leben lang beurteilt zu werden von Leuten, die weniger Phantasie, Geschmack und Herz haben als er.

Höre auf jeden Rat – und befolge keinen. Also auch diesen nicht.

Man kauft das Buch zuerst und liest es dann … Auf dieser zeitlichen Anordnung der Vorgänge beruht das Auflagenglück so vieler Autoren.

Aus einem Buch abschreiben: ein Plagiat. Aus zwei Büchern abschreiben: ein Essay. Aus drei Büchern abschreiben: eine Doktordissertation. Aus vier Büchern abschreiben: ein fünftes gelehrtes Buch.

Wenn ein Stück Erfolg hat, freut sich nur ein Dichter. Wenn’s durchfällt, freuen sich alle.

Wenn ein Mensch wirklich sparsam ist, kann er mit einem lächerlichen Minimum von Pflichtgefühl durchs Leben kommen.

Wie will man das Dasein Gottes leugnen und zugleich die Existenz von Cognac erklären?

Einige Roda-Roda-Texte und einen kurzen Lebenslauf gibt es hier online.

 

 

Judith Kessler
Judith Kessler
Judith Kessler ist Sozialwissenschaftlerin, Redakteurin und Autorin mit den Schwerpunkten jüdische Migration, Gegenwartskultur und Biografieforschung.

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