Samstag, 26. November 2022

Der Mythos Karl May: Buchpräsentation und Podiumsdiskussion im Akzisehaus

Wie ist das Werk von Karl May im Brennpunkt heutiger Diskurse zu sehen? In einer Podiumsdiskussion am Mittwoch, 29 September, um 19 Uhr im Museumsquartier Osnabrück gehen drei Experten dieser Frage nach.

Anlass ist die Vorstellung des Katalogs zur Ausstellung „Blutsbrüder – der Mythos Karl May in Dioramen“, die 2019 viele Gäste im Museumsquartier Osnabrück, 2019 besucht haben. Es diskutieren: Dr. Frank Usbeck (Grassi Museum Leipzig, Ethnographische Museen Sachsen) und Prof. Dr. Andreas Brenne (Universität Potsdam und Karl-May-Experte). Dr. Stefan Lüddemann (Neue Osnabrücker Zeitung) moderiert.

Antikoloniale und antirassistische Positionierungen leiten aus ihren Analysen Vorschläge für eine global ausgerichtete, partizipatorisch und demokratisch ausgerichtete Alltagskultur ab. In diesem Zusammenhang wird auch die Wahrnehmung und Rezeption von Kulturgütern der Vergangenheit aus einer kritischen Perspektive neu bewertet.

Die Werke Karl Mays und die Literatur, Filme und Theaterstücke sind in den Fokus der Diskussion geraten – insbesondere im Zusammenhang mit der fiktionalen Repräsentation der indigenen Kulturen Nordamerikas. Der Ravensburger Verlag hatte im August 2022 das Kinderbuch zum Film „Der junge Winnetou“ vom Markt genommen, nachdem es Kritik in den Sozialen Medien wegen falscher kultureller Aneignung gegeben hatte.

Die Kritik ist nicht neu. Seit mehr als 100 Jahren ist die Wahrnehmung Karl Mays und seiner Erzählungen höchst unterschiedlich: Als „Verderber der Jugend“ oder als „Erzieher seiner Leser“. Man lobte seine überbordende Phantasie, die abenteuerlich-romantische Inszenierung der Begegnung mit dem Fremden und sein christlich-moralisches Ethos. Man verdammte die reißerische Kolportage, die erfundenen Geschichten, den interreligiösen Dialog und sein Ressentiment.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

 

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