Donnerstag, Dezember 2, 2021
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Osnabrück

Gewalt, Gefangenschaft, Flucht – und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben

Buchpremiere zum biographischen Roman
von Alexandra Milas im Gewerkschaftshaus

Um was geht es?

Manche Leben verlaufen bereits in jungen Jahren dermaßen unfassbar, dass Außenstehende das Geschehen nur sehr schwer begreifen können. Allein all das, was sich vor, während und nach einer strapaziösen Flucht ereignet, ist den allermeisten hierzulande lebenden Menschen nur oberflächlich bekannt. Eine junge Frau hat all dies jetzt aber persönlich aufgeschrieben.

Es geht um die Brutalität seit Kindertagen, um Lern- und Ausbildungsverbote, um häusliche Gefangenschaft und erlebte Gewalt, um Zwangsehe seit Kindertagen, um islamistischen Terror und die Hölle einer Flucht. All dieses skizzieren Stationen dessen, was die Autorin persönlich erleben musste. Es sind die vielen, sorgsam aufgeschriebenen Erfahrungen, die sie bis heute zu einem verschlüsselt gehaltenen Leben zwingen.

 

Der Rahmen: Internationale Tage gegen Gewalt an Frauen

Zur Buchpremiere laden für den 1. Adventssonntag die DGB-Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sowie der Geest-Verlag ein. Den Rahmen bilden gleichfalls die internationalen Tage gegen Gewalt an Frauen. „Ein würdiger Anlass, uns mit dem Leben einer jungen Frau auseinander zu setzen, die Lebensgefahr, soziale Ausgrenzung, Unterdrückung und Gewalterfahrung in dramatischer Weise erlebt hat“, betonte der gastgebende DGB-Sekretär Olaf Cramm das gewerkschaftliche Engagement zugunsten der Veranstaltung.

Vorgetragen werden ausgewählte Kapitel aus dem gerade veröffentlichten Roman von Alexandra Milas. Schon der Titel des Werkes weist auf einen sehr ungewöhnlichen Inhalt hin: „Die im Zeichen von Mond und Sternen geboren wurde. Roman einer Ungewollten“. Alfred Büngen vom Geest-Verlag ergänzt mit weiteren Hinweisen zum Schicksal der Autorin: „Mit den eigenen Kindern musste sie unter größten Strapazen aus Kurdistan fliehen. In Deutschland sollte ein friedvolles Leben beginnen. Die Leserinnen und Lesern begegnen auf ungewöhnliche Weise einer Frau, die seit der Geburt im Grunde niemand haben wollte.“

 

Annäherung an ein selbstbestimmtes Leben

Auch das Rahmenprogramm passt zum Anlass der Lesung: Musikalische Begleitung betont den Kampf der Autorin um ihr eigenes Leben. Solidarisch unterstützt wird die Buchvorstellung von der Stadtbibliothek und dem Verein EXIL. Gemeinsames Ziel ist, ein viel zu oft im Verborgenen bleibendes Erleben öffentlich werden zu lassen. Es sei, so Verleger Alfred Büngen, im Kern die Begegnung mit einer sehr menschlichen Geschichte, die nicht nur für Lesende, sondern auch für die Schreibende selbst ungemein bedeutungsvoll ist. „Die Erzählstationen berichteten von einer Frau, die sich, auch mit Hilfe ihres Buches, ihrem befreiten, selbstbestimmten Leben annähert. Als Veranstaltende sind wir erfreut, sie ein Stück auf diesem Weg begleiten zu dürfen.“

 

Wichtige organisatorische Hinweise

Interessierte werden herzlich darum gebeten, gewisse Rahmenbedingungen zu beachten. Die wichtigste davon: Diese Veranstaltung bedarf unbedingt der Anmeldung über den DGB (per Mail an olaf.cramm@dgb.de  bzw. unter Tel. 0541-338060). Darüber hinaus gilt eine 2G-Regelung mit Maskenpflicht. Ort und Zeitpunkt der Lesung: Osnabrücker Gewerkschaftshaus, Hans-Böckler-Saal, am Sonntag, 28.11.2021, ab 11 Uhr.

Stadt und Landkreis Osnabrück informieren:

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