Das Motto des diesjährigen European Media ArtFestivals lautet „Trembling Time“ (dt. „Zitternde Zeit“). Das Festival selbst ist vorbei, die Ausstellung in der Kunstalle mit neun Installationen bleibt noch bis zum 29. Mai erhalten.

Zu sehen und zu erleben gibt es unter anderem eine Installation mit drei Monitoren, auf denen Videomaterial aus dem Video Archiv Sarajevo zu sehen ist.

Foto: Kerstin Broszat

Auf einer riesigen Leinwand läuft eine Videoinstallation der Künstlerin Tang Han, die sich mit der Pflanze „Gingko“, die über Millionen Jahre überlebt hat, auseinandergestzt hat.

Eva von Tongeren beschäftigte sich in ihrer Arbeit „In the Belly of the City“ mit dem Vergangenen; in diesem Fall mit einem versteinerten Walskelett, das unter der Stadt Antwerpen gefunden wurde. Was wird aus allem, wenn es stirbt?

Foto: Kerstin Broszat

Außerdem werden experimentelle Computerspiele und weitere Video- und Soundinstallationen gezeigt.

Besonders außergewöhnlich ist die Idee einer Klangskulptur aus graviertem Glas und sich zersetzenden radioaktiven Atomen von Martin Recker und Paul Hauptmeier (Titelfoto). Durch den Zerfallsprozess lösen sich Tropfen, die durch ein Ventil auf die Metallplatten fallen und diese in Schwingungen versetzen, die wiederum zu Tönen werden. Für die letztendlich komplette Auflösung des radioaktiven Materials wurde eine Zeit von 20.402 Jahren errechnet. Durch die künstlerische Arbeit soll der Zusammenhang mit unserem Umgang mit radioaktivem Abfall verdeutlicht werden.

Kleine Nachlese zum Festival: Neben vielen, vielen Filmen, die unter anderem in der Lagerhalle Osnabrück gezeigt wurden, hattten auch die skulptur-galerie und das BBK-KunstQuartier (beide an der Bierstraße) ihre Räumlichkeiten für Experimente von Studierenden zur Verfügung gestellt.

EMAF KunstQuartier, Foto: Kerstin Broszat