„Was für ein Kompliment auch für Remarques Antikriegsroman ‚Im Westen nichts Neues!‘ Die Neuverfilmung von Edward Berger ist für neun Oscars nominiert, unter anderem in den Kategorien ‚Bester Film‘, ‚Visuelle Effekte‘, ‚Internationaler Film‘, ‚Drehbuch‘ und ‚Sound‘,“ sagt Dr. Sven Jürgensen, kommissarischer Leiter des Erich Maria Remarque-Friedenszentrums in Osnabrück. „Die zurückliegende Diskussion über diese Verfilmung eines der berühmtesten Bücher in deutscher Sprache wird jetzt sicherlich weitergeführt. Das ist natürlich auch gut für den Roman des Autors, der vor 125 Jahren in Osnabrück geboren wurde.“

Der Film hatte eine hitzige Debatte ausgelöst: Die einen empfanden ihn als gelungene Adaption des berühmten Romans, die anderen waren enttäuscht. „Die Diskussion lenkt die Aufmerksamkeit auch auf Remarques Roman, der ihn im Jahre 1928 sozusagen über Nacht berühmt gemacht hat. Er hat mit „Im Westen nichts Neues“ DEN Antikriegsroman geschrieben und sich selbst damit zu einem Autor der Weltliteratur gemacht.“

Die Hauptfigur Paul Bäumer wird in der Verfilmung von Felix Kammerer gespielt, seine Freunde Albert von Aaron Kropp und Frantz von Moritz Klaus. Im Roman kommen anders als in der Verfilmung Politiker nicht vor. Berger zieht der Handlung, die an der Westfront in Frankreich angesiedelt ist, einen weiteren Strang ein: Parallel zum Kriegsgeschehen zeigt er diplomatische Bemühungen, einen Frieden auszuhandeln. Bei diesen Verhandlungen spielt Daniel Brühl den Diplomanten Matthias Erzberger. Der Roman wurde zuvor schon zweimal verfilmt. Die Verfilmung von Lewis Milestone aus dem Jahre 1930 gilt nach wie vor als einer der 100 besten Filme. Er wurde mit einem Oscar in den Kategorien „Bester Film“ und „Beste Regie“ ausgezeichnet.


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