Mittwoch, 26. Januar 2022

TO AN UNKNOWN FRIEND!

Ein Solo von Gilles Welinski anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar im Felix-Nussbaum-Haus

Die Live-Performance von Choreograph und Tänzer Gilles Welinski am 27. Januar, 20 Uhr, im Felix-Nussbaum-Haus des Museumsquartiers Osnabrück, die musikalisch von Severine Ballon begleitet wird, handelt vor dem Hintergrund der Shoah vom Verschwinden. Die Choreographie gleicht einem profanen Gebet, ist wie ein heidnisches Ritual und sucht nach unseren gemeinsamen Überzeugungen. Sie hinterfragt die Abgründe der menschlichen Natur und lässt uns auf das besinnen, was uns zu Menschen macht und was uns mit unserer Geschichte verbindet.

„Wenn der Tod nicht denkbar ist, weder vorher noch während, noch nachher, wann können wir ihn denken?“ Vladimir Jankelevitch „Ich denke, dass die Kunst dazu berufen ist, das Bewusstsein zu schärfen und die Art und Weise, wie man die Welt sieht, in Frage zu stellen. Ich stelle mich dieser Aufgabe: das Unbeschreibliche erzählen, das Unbeschreibliche beschreiben. Mein Bestreben ist es, die Grenzen der Zeit und der Gegenwart zu erreichen. Es geht um die kompromisslose Suche nach einer Wahrheit, die uns besser machen würde, nach einem Mitgefühl, das uns vereint, mit dem wir uns der Härte der Welt stellen können“, so Gilles Welinski.

Gilles Welinski, Choreograph und Tänzer, geboren 1964, entdeckte den Tanz erst spät, während seines Sportstudiums. Er arbeitete mit Choreographen wie H. Robbe, M. A. de Mey, P. Bausch, S. Linke oder U. Dietrich. Nach einem Masterstudium in Theaterwissenschaften in Bern wurde er als Schauspieler für L. Perceval („Front“ und die Oper „Infinit now“) engagiert. Eine Verbindung wurde zwischen den verschiedenen Ausdrucksformen Tanz, Theater, Performance geknüpft. Der Körper, der Mensch in seiner Gesamtheit, ist sein Leitfaden. Bühne, Arbeit und Begegnungen sind seine Schule gewesen.
Weitere Informationen: www.gilleswelinski.de 

Severine Ballon, Komponist und Violoncellist, arbeitet mit Glockenklängen als Echo der Katastrophe, in einer Zeit, die von so viel Schrecken zerrüttet ist.
Sie studierte Cello an der Hanns Eisler Hochschule Berlin und Lübeck bei den Professoren J. Schwabet und T. Svane. Von 2004 bis 2005 war sie Mitglied des modernen Ensembles der Stadt Frankfurt (IEMA).Séverine arbeitet als Solistin mit vielen zeitgenössischen Komponisten wie R. Saunders, C. Czernowin, F. Bedrossian oder M. Lanza zusammen.
Weitere Informationen: www.severineballon.com

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