Mittwoch, 26. Januar 2022

„Winterhilfe für Obdachlose muss verstärkt werden“ – Grüne/SPD/Volt wollen niedrigschwellige Angebote ausbauen

Angesichts des beginnenden Winters strebt die Mehrheitsgruppe von Grünen, SPD und Volt im Stadtrat eine kurzfristige Ausweitung der Winternothilfemaßnahmen für obdachlose Menschen in Osnabrück an. Ziel sei es, dass niemand auf der Straße übernachten müsse und der besonderen Gefährdung von Obdachlosen durch die Corona-Pandemie durch entsprechende Maßnahmen Rechnung getragen werde.

Nach Auskunft des Trägers SKM leben aktuell etwa 70 Menschen in Osnabrück auf der Straße, rund 400 weitere Menschen sind wohnungslos, da sie keine eigene Bleibe finden oder bekommen. „Gerade jetzt im beginnenden Winter muss die Stadt die Angebote für diese Menschen verbessern und ausbauen. Zumal wir wissen, dass die Dunkelziffer in dieser Gruppe noch um vieles höher ist. Hinzukommt, dass die aktuelle Corona-Krise die Lage leider zusätzlich verschärft. Zum einen sind die Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen, stark eingeschränkt. Zum anderen haben die Betroffenen nicht die Mittel, sich ausreichend mit Hygiene- und Schutzmaterialien zu versorgen“, erklären die Vorsitzenden der Gruppe Grüne/SPD/Volt, Susanne Hambürger dos Reis (SPD) und Volker Bajus (Grüne).

Deswegen sei es wichtig, dass die Angebote für die Betroffenen einfach und unkompliziert zugänglich seien. „Die Bahnhofsmission in Osnabrück ist das beste Beispiel für ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen in einer Notsituation. Sie ist zentral gelegen, als hilfreiche Anlaufstelle sehr bekannt und muss deshalb jetzt finanziell unterstützt werden. Andernfalls muss sie nach dem Jahreswechsel ihre derzeitigen Hilfsangebote einschränken und das wäre fatal für die betroffenen Menschen in der aktuellen Krisensituation und mitten im Winter. Angesichts dessen werden wir den Zuschuss zu Jahresbeginn erhöhen“, betonen die sozialpolitischen Sprecherinnen Anke Jacobsen (Grüne) und Kerstin Lampert-Hodgson (SPD).

„Darüber hinaus werden wir die Verwaltung in der kommenden Ratssitzung beauftragen, weitere Möglichkeiten von zusätzlichen, niedrigschwelligen Angeboten für Obdachlose und Wohnungslosen in Osnabrück aufzuzeigen. Sinnvoll könnte dabei das Angebot eines „Nachtbusses“ oder die Einrichtung eines „Nachtcafés“ sein. Andere Städte in Niedersachsen verfügen bereits über solche sinnvollen Einrichtungen“, so Lampert-Hodgson und Jacobsen weiter.

Neben der akuten Hilfe, die jetzt notwendig sei, müssten auch die bestehenden sozialpädagogischen Angebote, die psychotherapeutische Unterstützung als auch die Gesundheitsversorgung für die betroffenen Menschen dauerhaft verbessert und weiterentwickelt werden. „Wir schlagen aus diesem Grund die Einrichtung eines Runden Tisches vor. Beteiligt werden sollen neben der Verwaltung, der Politik und der sozialen Träger auch die Betroffenen selbst. Gerade sie müssen die Möglichkeit bekommen, ihre Bedürfnisse einzubringen und Einfluss auf die Gestaltung der Angebote zu nehmen“, so Hambürger dos Reis und Bajus, abschließend.

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