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Samstag, Juni 19, 2021

Naturschutzjugend Osnabrück: Heger Friedhof – Ruhestätte und Lebensraum

Knapp 27 Hektar misst der Heger Friedhof in Osnabrück und ist somit eine der größten Grünflächen der Stadt. Er bietet nicht nur den Osnabrücker Bürger:innen viel Raum, sondern auch Eichhörnchen, Igel und Co.

Doch gerade in Punkto Biodiversität ist noch viel Potential der großen Grünanlage ungenutzt – zumindest in den Augen der engagierten Freiwilligen bei der Naturschutzjugend (NAJU) Osnabrück. Gemeinsam mit der Friedhofsverwaltung der Stadt Osnabrück haben sie ein Konzept zur Förderung der biologischen Vielfalt auf dem Heger Friedhof erarbeitet, welches nun Schritt für Schritt umgesetzt werden soll.

„Zu unseren ersten Maßnahmen zählt das Anlegen einer sogenannten Benjes- oder Totholzhecke“, erklärt Jonas Boldt, Jugendsprecher beim Naturschutzbund (NABU) Osnabrück und Mitorganisator der NAJU Gruppe. Bei der Hecke handelt es sich zunächst nur um Grünschnitt, der locker zwischen zwei Pfahlreihen aufgeschichtet wird. Diese Struktur bietet Kleinsäugern Schutz und kann von Vögeln und Insekten als Brutstätte genutzt werden.

Das verrottende Pflanzenmaterial ist außerdem ein guter Nährboden für verschiedene Pflanzensamen, die aus der Umgebung eingetragen werden. So wachsen in der Benjeshecke bald neue Bäume und Sträucher heran. „Eine einfache Maßnahme, die sich auch im eigenen Garten umsetzen lässt“, meint Boldt. Eva Güse als Leiterin der städtischen Friedhöfe freut sich: „Bürgerschaftliches Engagement ist immer willkommen und kann ganz unterschiedlich sein. Schließlich bieten Friedhöfe neben der Funktion als Trauerort viele weitere wichtige Funktionen im Freiraumgefüge der Stadt. Dabei sind Erholung und Besinnung, aber auch Biodiversität und Artenschutz. Die Bürger:innen verbinden sich durch Mitmach-Aktionen zudem ganz anders mit ihrer Stadt.“

Für das kommende Jahr plant die NAJU Osnabrück noch weitere Aktionen, etwa das Anbringen zusätzlicher Nisthilfen für Insekten und Vögel, oder das Anlegen einer artenreichen Blühwiese. Sowohl den jungen Naturschützer:innen als auch der Friedhofsverwaltung ist es dabei wichtig, die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Informationsschilder, Flyer und Führungen sind bereits in der Planung. Und: „Wir freuen uns über Verstärkung und über jede Rückmeldung und Anregung bezüglich unserer Aktionen“, betont Jonas Boldt zum Abschluss.

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