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Samstag, Juni 19, 2021

Weitere Warnstreiks in und um Osnabrück

Wertschätzung? Fehlanzeige!

Nach der zweiten Verhandlungsrunde am 10.06.21  für die rund 330.000 Beschäftigten im niedersächsischen und ca. 46.000 Beschäftigten im bremischen Einzelhandel ist diese ergebnislos vertagt worden. Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot lehnt ver.di als unzumutbar für die Beschäftigten ab.

Nach Umsatzrekorden in 2020 den die Beschäftigten unter schwierigsten Bedingungen erwirtschaftet haben, bieten die Arbeitgeber für 2021 gerade mal eine Entgelterhöhung von nicht mal 1,0 % an. Das ist eine Frechheit und zeigt 0,0% Wertschätzung und Anerkennung“, kritisiert Maiko Schulz, ver.di-Fachsekretär für den Handel in Osnabrück.

Deshalb rufen wir die Beschäftigten am heutigen Freitag am 11.06.2021 unter anderem aus den Betrieben: Kaufland, Marktkauf Ikea und weitere in Osnabrück und Belm zu Warnstreiks auf.

„Die Beschäftigten im Handel leisten jeden Tag wichtige und sehr gute Arbeit für uns alle. Seit Monaten leiden Sie zudem unter schwierigen Umständen und erhöhten Belastungen. Das muss sich in ihrer Entlohnung auch dementsprechend wiederfinden. Wertschätzende Worte für die tägliche harte Arbeit sind das eine, steigende Kosten bei den Beschäftigten für u.a. Mieten, Mobilität und Lebensunterhaltung, können davon aber nicht beglichen werden.“

Das Arbeitgeberangebot lautet für 2021 nach zwei Nullmonaten 1,0 %, erst in 2022 weitere 1,4 % und nach 24 Monaten 2% bei einer Laufzeit von insgesamt 36 Monaten.  Eine nicht tabellenwirksame Einmalzahlung von 1,4% des individuellen Bruttomonatsgehalt für die Monate Juli 2021 bis April 2022 soll das Angebot ergänzen.

Für Unternehmen, die von Pandemieauswirkungen betroffen sind, soll es 2021 keine Erhöhung geben, erst zum 1.03.2022 soll es 1,0 %, zum 1.11.2022 1,4 % und zum

1.11.2023 2,0 % geben. Die Einmalzahlung sollen die Beschäftigten nicht erhalten.

Die Verhandlungen werden am 30.06. oder 01.07.2021 fortgesetzt.

Die ver.di-Forderungen lauten:

  • Erhöhung der Löhne, Gehälter um 4,5% plus 45 Euro im Monat
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro monatlich
  • 12 Monate Laufzeit des Tarifvertrages
  • Rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde
  • Gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages

Für tarifgebundene Krisenunternehmen/-betriebe bietet ver.di an, durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zu schaffen. Zur Umsetzungsweise besteht bereits ein Tarifvertrag aus dem Jahr 2006.

Mit einer Fortsetzung der Warnstreiks muss auch am Samstag 12.06.2021 gerechnet werden.

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