#jewishmother
*16.12.1901 – der Geburtstag von Margaret Mead

Die berühmte Anthropologin hat nicht nur sämtliche südpazifische Kulturen hoch und runter untersucht, ihr wird auch bescheinigt, sie hätte das Stereotyp von der „jüdischen Mutter“ geschaffen.

Margaret Mead und Ruth Benedict hatten in den 1940er-Jahren für ein Forschungsprojekt des American Jewish Committee 128 jüdische Einwandererfamilien in New York untersucht und dabei Hauptmerkmale der jüdischen Mütter herausgearbeitet: Hang zum melodramatischen Nörgeln und Jammern, bedingungslos lieben und leiden, sich permanent sorgen, die Kinder überfüttern, ihnen Schuldgefühle einreden und sie bis zum Ersticken kontrollieren. Die vorbildliche (masochistische) jüdische Mutter sei, so Mead, eigentlich der Mutterleib („the model jewish mother is the womb.”), ihre Söhne blieben ewig Babys.

Mead selber hat einen Begriff wie „jüdisches Muttersteroptyp“ zwar nie selbst benutzt (und in einer späteren unveröffentlichten Studie ganz andere Archetypen gefunden), aber die Aussagen aus der obigen Studie haben sich als gegeben, quasi wissenschaftlich belegt, verbreitet und waren Jahrzehnte lang ein gefundenes Fressen für Komiker und Autoren aller Art, für Hühnersuppen-Witze, Woody-Allen-Filme und für Lieblingsbücher wie „Portnoys Beschwerden“ oder „How to be a Jewish Mother“ (aus dem nicht nur Oliver Polak gefühlt minimum ein Drittel abgeschrieben hat :-))

• Ich hatte keinen Grund zu bezweifeln, dass das Gehirn für eine Frau geeignet ist. Und da ich den Verstand meines Vaters hatte – der auch der seiner Mutter war -, lernte ich, dass der Verstand nicht geschlechtsspezifisch ist.

• Das menschlichste Merkmal des Menschen ist nicht seine Lernfähigkeit, die er mit vielen anderen Arten teilt, sondern seine Fähigkeit zu lehren und zu speichern, was andere ihn entwickelt und gelehrt haben.

• Jedes Mal, wenn wir eine Frau befreien, befreien wir einen Mann.

• Frauen wollen mittelmäßige Männer, und Männer arbeiten daran, so mittelmäßig wie möglich zu werden.

• Von allen Völkern, die ich studiert habe, von Stadtbewohnern bis zu Klippenbewohnern, finde ich immer, dass mindestens 50 Prozent es vorziehen würden, mindestens einen Dschungel zwischen sich und ihren Schwiegermüttern zu haben.

• Sie müssen nur lernen, sich nicht um die Hausstaubmilben unter den Betten zu kümmern.

• Wir leben über unsere Verhältnisse. Als Volk haben wir einen Lebensstil entwickelt, der die Erde von ihren unschätzbaren und unersetzlichen Ressourcen befreit, ohne Rücksicht auf die Zukunft unserer Kinder und Menschen auf der ganzen Welt.

• Da der Reisende, der einmal von zu Hause aus war, klüger ist als derjenige, der nie seine eigene Haustür verlassen hat, sollte die Kenntnis einer anderen Kultur unsere Fähigkeit schärfen, unsere eigene Kultur genauer zu prüfen, liebevoller zu schätzen.

• Denken Sie immer daran, dass Sie absolut einzigartig sind. Genau wie jeder andere.

ByJudith Kessler

Judith Kessler ist Sozialwissenschaftlerin, Redakteurin und Autorin mit den Schwerpunkten jüdische Migration, Gegenwartskultur und Biografieforschung.