Dienstag, 16. August 2022

Kunstspaziergang im März 2022

Weil der erste Kunstspaziergang so gut angekommen ist und mittlerweile so viele tolle neue Ausstellungen dazugekommen sind oder die alten ausgetauscht wurden, habe ich mich wieder auf den Weg zu Fuß durch Osnabrück gemacht. Alle Vorschläge sind übrigens kostenlos (bis auf den Kaffee am Schluss).

Karte: OpenStreetMap, Route: Kerstin Broszat

Dieses Mal beginnen wir an und in der Katharinenkirche (gut zu erreichen mit dem ÖPNV, Haltestelle “Ledenhof“). Und auch dieses Mal sollten Sie wieder gegen 14.00 Uhr mit dem Spaziergang beginnen, um alle Stationen abklappern zu können (am Ende haben wir natürlich wieder einen Vorschlag zur Erholung der vielleicht dann müden Beine).

Katharinenkirche also – bis zum 31.03.2022 werden hier (Mo – Fr 10.00 bis 16.00 Uhr, Sa 10.30 bis 16.00 Uhr und So 14.30 bis 16.30 Uhr), im Dom St. Petrus und im Felix-Nussbaum-Haus in Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ (https://wdb-osnabrueck.de/) Fotos des Künstlers Marko Zink unter dem Ausstellungstitel „M 48° 15‘ 24.13‘‘ N, 14° 30‘ 6.31‘‘ E, MAUTHAUSEN – DIE TILGUNG VON ERINNERUNG / ERASING MEMORY“ gezeigt.  Der Eingang in die Kirche befindet sich an der Längsseite zum Ledenhof hin. Übrigens: die seltsame Benennung der Ausstellung weist auf die Lage auf unserer Erdkugel hin (48Grad 15Minuten 24.13Sekunden Nördliche Breite = Breitengrad nördlich des Äquators und 14Grad 30Minuten 6,31Sekunden Östliche Länge / in der Nähe von Linz in Österreich).

Gehen Sie nach der angenehmen Stille im Kirchenschiff ruhig einmal entgegen dem Uhrzeigersinn ganz um die Kirche herum; Sie treffen auf den Steckenpferdreiter-Brunnen, und etwas weiter können Sie geradeaus das Gebäude der alten Poggenburg bewundern. Davor biegen Sie rechts ab in die Hakenstraße und ein Stückchen weiter links in die Straße „Rolandsmauer“. Hier an der Ecke befindet sich übrigens das privat geführte Schulmuseum (vor kurzem wurde noch nach neuen Räumlichkeiten gesucht, da das Gebäude der „Schule an der Rolandsmauer“ abgerissen werden soll – vielleicht haben Sie ja noch einen Tipp).
Wenn Sie dann ein paar Meter weiter den Blick links über den Spielplatz hinweg streifen lassen, können Sie hier noch ein paar Reste der alten Stadtmauer sehen.

Villa Schlikker, Foto: Kerstin Broszat

Nun geht’s aber weiter, der „Rolandsmauer“ entlang bis zum Heger-Tor-Wall, einmal über die Fußgängerampel auf die andere Straßenseite und Sie stehen vor der „Villa Schlikker“. Gebaut als Industriellenvilla, ehemals von den Nationalsozialisten als NSDAP-Parteizentrale missbraucht, ist sie nun Museum.
Bis zum 27. März 2022 ist hier von Di – So bis jeweils 18.00 Uhr die Wanderausstellung „Freunde – Helfer – Straßenkämpfer. Die Polizei in der Weimarer Republik“ zu sehen (https://www.museumsquartier-osnabrueck.de/ausstellung/freunde-helfer-strassenkaempfer-die-polizei-in-der-weimarer-republik/).

Und weiter geht’s, wir haben noch einiges vor! Schräg links gegenüber befindet sich das Heger Tor, gehen Sie hindurch, geradeaus weiter und halten Sie sich dabei leicht rechts. Dann kommen Sie durch die schnuckelige Marienstraße. Am Ende halten Sie sich ein Stück links und biegen dann rechts ein auf den Markt.
Hier steht zur Zeit ein Mahnmal gegen den Hunger in der Welt des Osnabrücker Künstlers Volker-Johannes Trieb.

EMR-Friedenszentrum, Foto: Kerstin Broszat

Und direkt neben dem überdachten Außenbereich der Stadtbibliothek geht es hinein ins Erich Maria Remarque-Friedenszentrum. Bis zum 28. April 2022 ist hier von Di – Fr von 10 – 13 Uhr  und von 15 – 17 Uhr, Sa und So von 11 – 17 Uhr die Sonderausstellung „Kinder im KZ Theresienstadt. Eine Ausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933 – 1945“ anzuschauen. (https://www.remarque.uni-osnabrueck.de/)

Hoffentlich ist das Wetter schön, damit es Sie nach der Ausstellung wieder aufmuntern kann! Rechts geht’s nun weiter Richtung Dom.

Foto: Kerstin Broszat

Auf dem Domvorplatz wurde ebenfalls im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ eine Installation aufgebaut, die „jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ thematisiert (siehe Artikel in der OR von Heiko Schulze: https://os-rundschau.de/kultur/vor-dem-dom-ausstellung-ueber-juedische-persoenlichkeiten-im-deutschen-sport-bis-1933/)

Im Dom selbst ist während der Öffnungszeiten (montags bis freitags von 9:00 – 19:00 Uhr, samstags von 9:00 – 16:00 Uhr und sonntags von ca. 13:00 – 18:00 Uhr), außerhalb der Gottesdienste ein weiterer Teil der Fotoausstellung von Marko Zink zu sehen.

Hase29, Foto: Kerstin Broszat

Danach machen wir uns auf und spazieren noch ein wenig die Hasestraße Richtung Norden entlang (vom Domportal aus gesehen rechts). Nur wenige Minuten später können Sie schon auf der gegenüberliegenden Straßenseite den  „Kunstraum Hase29“ entdecken (geöffnet Di, Mi und Fr von 14 – 18 Uhr, Do von 16 – 20 Uhr und Sa von 11 – 15 Uhr). Hier läuft bis zum 9. April 2022 die Ausstellung „See me – Touch me“ (https://hase29.de/).

Und jetzt ist’s auch genug gewesen für heute – nun müssen die vielen Eindrücke erst einmal verdaut werden (so würde es mir jedenfalls gehen). Gehen wir einfach noch ein Stückchen die Hasestraße entlang Richtung Altstadtbahnhof. Im Haus Nr. 66 befindet sich vorne der Plattenladen „Schock-Records“ und im hinteren Bereich, über den Seiteneingang zu erreichen, das gemütliche „Schock-Café“ – mit einer wunderbaren Kaffee-Auswahl (geöffnet Mi und Do von 11 – 19 Uhr, Fr und Sa von 11 – 20 Uhr).

Am Ende der kleinen Alltagsflucht können Sie nun bequem per ÖPNV entweder am Altstadtbahnhof mit der Bahn Richtung Bramsche oder Melle fahren oder mit dem Bus Richtung OS-Haste oder Hbf oder Sie fahren auf der anderen Seite der Hasestraße wieder zurück in die Innenstadt. An der Haltestelle „Adolf-Reichwein-Platz sind Sie fast schon wieder am Ledenhof.

Viel Spaß – bis zum nächsten Mal!

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