Mittwoch, 26. Januar 2022

Das Kreuz mit den Zahlen

Laschet, Merz, Röttgen – wer macht das Rennen um den CDU-Bundesvorsitz? Die Spannung steigt, nicht nur in konservativen Kreisen, denn die Wahl gilt als richtungsweisend für die Bundespolitik.

Und so werden in diesen Tagen munter Empfehlungen abgegeben, Stimmungsbilder eingeholt und Prognosen gewagt. Auch der CDU-Kreisverband Osnabrück-Land sprang auf dieses Pferd auf und verkündete am Sonntag bei Facebook:

„Auch im Kreisverband Osnabrück-Land ist die Präferenz der Basis klar! Im drittgrößten Kreisverband Niedersachsens votieren im Rahmen unserer Online-Befragung (mit individuellem, geheim generierten PIN-Code zur Fälschungssicherheit) fast zwei Drittel für Friedrich Merz!“

Donnerwetter – ein klares Votum! Und vielleicht spiegelt das auch tatsächlich die Meinung der hiesigen Parteibasis wider. Aber eben auch nur vielleicht. Denn in den Kommentaren tobte sofort ein Streit, ob dieses Ergebnis überhaupt repräsentativ sei und ob man nicht besser auch die Teilnehmerquote nennen sollte.

Denn, so gestand der CDU-Kreisverband Osnabrück-Land nach einigen kritischen Kommentaren ein: Teilnehmen konnten nur diejenigen Mitglieder, die eine E-Mail-Adresse bei ihrer CDU hinterlegt haben. Der Kreisverband erreiche nach eigenen Angaben auf diesem Weg nur etwa ein Drittel seiner Mitglieder. Und von diesem einen Drittel hätten, so die Christdemokraten, rund zehn Prozent an der Laschet-Merz-Röttgen-Befragung teilgenommen. Letztlich haben also etwa 3,3 Prozent der Parteimitglieder ihre Stimme abgegeben. Und von diesen 3,3 Prozent haben dann 62,76 Prozent ein Kreuz für Merz gemacht. Treffend kommentierte den Facebook-Post eine Person, die der Partei nahesteht: „Also, um es deutlich zu machen: 2,2% der Mitglieder haben sich in dieser Umfrage für Merz ausgesprochen …“

Der CDU-Kreisverband Osnabrück gestand in einem Kommentar des eigenen Facebook-Beitrags ein, sich ein klein wenig vergaloppiert zu haben: „Das Ergebnis erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, allerdings wird eine sehr klare Tendenz deutlich.“ Das mag stimmen, aber wirklich solide und vor allem „schlagzeilen-sattelfest“ ist das nicht.

 

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