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Osnabrück
Samstag, Oktober 16, 2021

Der VfL gewinnt gegen den SV Meppen glücklich mit 1:0

Dem VfL reichte eine eher mäßige Leistung, um den SV Meppen zu bezwingen. Dank der Abschlussschwäche der Emsländer und Kühns hervorragenden Paraden gelang letztendlich dennoch ein knapper Sieg.

Vor dem Spiel

Ich empfehle wie immer unseren VfL-Heimatabend-Podcast, wo sich ein Kompetenzteam sondergleichen ohne Netz und doppelten Boden über vergangene und aktuellen Spieltag auslässt. 

Mannschaft und Trainer freuen sich auf das Derby, wie auf der PK am Donnerstag zu erfahren war. Einer zusätzlicnen Motivation bedürfe es nicht. „Viel Intensität, hohes Pressing, eine gewisse Zweikampfstärke und ein gutes Umschaltspiel“ seien die wichtigsten Zutaten für jedes Spiel, ob nun Derby unter nicht.

Gegenüber der letzten Partie in Braunschweig  stehen heute Traoré und Bertram für Kunze und Simakala in der Startelf. Bei Meppen ist Koruk für Faßbender und Al-Hazaimeh für den gelbgesperrten Bünning dabei.

Die Hymne wird heute ein ganzes Stück lauter gesungen und die Meppener Fankurve, die bis dahin lila-weiße Affenscheiße skandiert hatte, ist nur noch Makulatur.

Beginn

Schiedsrichter Mitja Stegemann aus Bonn pfeift bei gut 20° und stark bewölktem Himmel an. Anstoß haben die ganz in Schwarz angetretenen Meppener.

Und schon nach wenigen Minuten ist klar, dass der VfL sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will. Opoku setzt sich auf dem linken Flügel gegen Ballmert durch. Domascke ist weit rausgekommen, kann den Ball nur abklatschen und Bertram verpasst die Schusschance. Wenig später steckt Klaas auf Heider durch, dessen 20-Meter-Schuss allerdings zu unplatziert ist.

Meppen bleibt mit seinen schnörkellos vorgetragenen Kontern immer brandgefährlich. In der 12. Minute geht Tankulic auf links durch, spielt den mitgelaufen Guder an, dessen Schuss von Kühn in letzter Sekunde pariert werden kann

Nach einer Viertelstunde …

… hätte es einen Handelfmeter für den VfL geben müssen, wenn der Schiri vorher nicht ein vermeintliches Foul von Opoku gepfiffen hätte, was sich einem allerdings erst im Nachhinein erschließt. Also viel Lärm um nichts. In der 21. Minute stürmt Heider auf das Tor zu und zieht aus gut 20 Metern ab, aber sein Schuss ist zu unplatziert und geht rechts am Tor vorbei. Da hätte er lieber an die besser positionierten Opoku und Kleinhansl abspielen sollen.

Meppen ist immer wieder durch Konter gefährlich. In der 27. Minute wird Käuper vor dem Osnabrücker Strafraum angespielt, vergibt die Schussmöglichkeit aber überhastet. Es ist ein ständiges Auf und Ab mit leichten Vorteilen für den VfL.

In der letzten Viertelstunde scheint sich das Spiel auf beiden Seiten ein wenig zu beruhigen. In der 35. Minute nach einem VfL-Angriff kommt es wieder zu einem der überfallartigen Konter der Meppener. Koruk spielt den links mitgelaufenen Al-Hazaimeh im Strafraum, dessen Schuss aus wenigen Metern Kühn reaktionsschnell mit dem Fuß klären kann. In der 37. Minute säbelt Puttkammer auf der linken Seite den wieselflinken Opoku um und erhält Gelb.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff schließlich das erlösende 1:0 für den VfL. Traoré erobert im Mittelfeld den Ball, spielt Opoku an, dessen genialer Pass Bertram in Schussposition bringt. Der lässt einen Meppener aussteigen und zieht vom Strafraumrand ab. Der Ball landet unten rechts im Meppener Tor und schien nicht ganz unhaltbar zu sein.

Halbzeitfazit

Das Spiel ist stets spannend und entsprechend unterhaltsam. Allein Opoku zuzusehen ist ein Heidenspaß. Zwar hatte Meppen auch die ein oder andere durchaus hochkarätige Chance, doch im Osnabrücker Tor steht eben Kühn, der so manch brenzlige Situation klären konnte.
Hoffte man, dass der Wahlkampf vor der Bremer Brücke Halt macht, musste man sich durch einen Auftritt von Christian Wulff eines Besseren belehren lassen, der dem TV offenbar ein Interview gab.


Die Halbzeitgedanken erscheinen in dieser Saison nur noch sporadisch, da die Rundschau nun auch regelmäßig VfL-Heimatabend-Podcasts produziert.

 
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Beide Teams wechseln zur zweiten Hälfte nicht … 

… nach einem Flankenwechsel von Tankulic kommt Ballmert an den Ball, dessen Flanke landet bei Korukm der aus 10 Metern direkt abzieht, doch Kühn scheint auf der Linie wieder einmal unüberwindlich und er kann den Ball um den rechten Pfosten drehen. Kurz darauf vergibt Käuper eine Chance.

Kurz: Meppen drängt nun auf den Ausgleich und die VfL-Abwehr muss aufpassen. Das Publikum hat den Ernst der Lage begriffen und stellt fest, aus Osnabrück zu kommen.

Meppens Konter werden dennoch immer gefährlicher und die Osnabrücker Abwehr wirkt zusehends verunsichert. In der 58. Minute foult Taffertshofer am Strafraumrand. Den von Tankulic präzise auf das rechte Ecke geschossenen Freistoß kann der hervorragend reagierende Kühn mit einer Glanzparade klären. 

Nach 60 Minuten …

… befreit sich der VfL endlich ein wenig vom Meppener Druck und kommt nun seinerseits zu einigen Kontern. Die größte Chance hat Opoku auf dem Fuß, als er von Kunze geschickt wird und links auf das Meppener Tor zuläuft. Der Winkel wird immer spitzer und sein Schuss streift knapp am rechten Pfosten vorbei.

Heider zieht aus 20 Metern ab, doch Domaschke kann mit einer Glanzparade zur Ecke klären. Und dann gibt es auf Osnabrücker Seite einen seltenen Wechsel: Für Heider kommt Beermann ins Spiel, Scherning will also offenbar die Abwehr stärken.

Meppen ist in der zweiten Halbzeit das klar bessere Team und hätte längst den Ausgleich erzielen können und auch verdient gehabt, doch Osnabrück wirkt nun durch die Hereinnahme von Beermann in der Abwehr etwas stabiler. Im Stadion herrscht eine eher ängstliche Stimmung als eine prickelnde Derby-Atmosphäre. Mit Anbruch der Schlussminuten wird das Publikum endlich wieder aktiver und der VfL rettet die knappe Führung bis zum Schlusspfiff.  

Fazit:

Der VfL kann von Glück reden, mit einer mäßigen Leistung gewonnen zu haben. Zu diesem Sieg kam es dank Meppens Abschlussschwäche und Kühns hervorragenden Paraden. 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer*innen: 7.989 (immerhin 750 aus Meppen)

Tore:
1:0 Bertram (44.)

Gelbe Karten:
(37.) Puttkammer 
(41.) Käuper  
(59.) Taffertshofer
(69.) Guder
(74.) Higl
(86.) Simakala

VfL Osnabrück: Kühn – Traoré, Gugganig, Trapp, Kleinhansl – Klaas, Taffertshofer, Köhler – Bertram (66. Simakala), Heider (78. Beermann), Opoku (66. Higl)
Trainer: Daniel Scherning

SV Meppen:
Harsman – Ballmert, Puttkammer, Al-Hazaimeh, Dombrowka – Käuper, Blacha – Faßbender, Tankulic, Hemlein (76. Faßbender)- Koruk (89. Ametov)
Trainer: Rico Schmitt

Schiedsrichter: Mitja Stegemann (Bonn)

Statistik:
Insgesamt trafen die beiden Clubs seit dem 22. November 1970 in 26 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 12:8:6 für den VfL. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der 1. gegen den 10. aus Meppen.

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga

Über den Autor
Kalla Wefels Saisonrückblick 2019/20 erschien im aufwändigen A-4-Format und ist unter anderem bei Bücher Wenner erhältlich. Dietrich Schulze-Marmeling schreibt in seinem Vorwort: “Herausgekommen ist ein großartiges Saisonbuch. Eigentlich ist es weit mehr als das …” Um die Spielberichte herum ranken sich Reportagen, https://www.buecher-wenner.de/s/details.php?back=S&isbn=9783981780772“Halbzeitgedanken”, Hintergrundberichte, Fankommentare und Kolumnen. 160 Seiten A-4-Format / 12,00 € Kalla saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär.
Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Mit „Der VfL in der Saison 2019/20“ hat er ein neues Format entwickelt, das von nun an jährlich erscheinen soll. Seit rund fünfzig Jahren arbeitet er professionell als Journalist und Buchautor sowie als Kabarettist und Musiker.
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