Der VfL stellt nach tollem 3:0-Sieg gegen Viktoria Köln den Anschluss zur Spitze her!

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2016
Foto: Revierfoto

Die „Kampfbahn Bremer Brücke“ ist wieder das, was sie mal war. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit übernahm der VfL in der zweiten Halbzeit das Zepter und schlug die Viktoria verdient mit 3:0, zumal der Gegner nichts mit seinen Chancen anfangen konnte. Und sonst? Marc Heider ist in der Form seines Lebens …

Vor dem Spiel

Ich empfehle wie immer unseren VfL-Heimatabend-Podcast, wo sich ein Kompetenzteam sondergleichen ohne Netz und doppelten Boden über vergangene und kommende Spieltage auslässt. 

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Offenbar stehen Timo Beermann, Ba-Muaka Simakala und Andrew Wooten wieder zur Verfügung, wobei laut NOZ – es gab dieses Mal keine PK vor dem Spiel – Trainer Scherning den genesenen Beermann zunächst auf der Bank wähnt, da es keinen Grund gebe, aktuell die Innenverteidigung mit Lukas Gugganig und Maurice Trapp zu ändern. Wootens Einsatz komme hingegen zunächst wohl nur für ein paar Minuten infrage.

„Da herrscht einfach eine gigantische Stimmung. Es gibt wenige Vereine in Deutschland, die so von den Fans nach vorne gepeitscht werden“, meinte Kölns Trainer Olaf Janßen auf der PK der Viktoria am letzten Donnerstag, womit er zweifellos recht hat. Dennoch sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Violet Crew wegen der leidigen Montagsspiele für die erste Hälfte zum Stimmungsboykott aufgerufen hat. Kann man verstehen, kann man richtig finden, muss man aber nicht.

Gegenüber dem 3:0 Sieg in München stehen heute Taffertshofer und Simakala für Traoré und Higl in der Startelf. Bei den Kölnern kommt es gleich zu fünf Wechseln, obwohl die Mannschaft im letzten Spiel gegen Freiburg II den ersten Dreier einheimsen konnte: Buballa, May, Sontheimer, Amyn und Hong spielen für Fritz, Lorch, Heister, Philipp und Jastremski.

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Beginn

Schiedsrichter Richard Hempel (23!) aus Großnaundorf pfeift bei 20° und leicht bewölktem Himmel an und wie es bei Hempels unterm Sofa aussieht, kann man hier verfolgen.

Anstoß haben die ganz in Weiß angetretenen Kölner. Und schon nach wenigen Sekunden gibt es ungewohnte Unsicherheiten in der VfL-Abwehr. Nach einer Ecke verstolpert Berzel eine Riesenchance in Höhe des Torraums, mit dem zweiten Ball macht es Greger auch nicht besser. Kurz darauf verschafft Simakala auf dem rechten Flügel erst einmal Luft zum Durchatmen und erzielt eine Ecke. Der Konter der Kölner in der 5. Minute führt fast zum Tor, doch können die Viktorianer mit einer 3:2-Überzahl nichts anfangen und vergeben kläglich.

Dann wieder der VfL, der sich erst einmal sammeln muss und in der 8. Minute zur ersten großen Chance kommt. Heiders Querpass von links landet eher zufällig bei Klaas, der noch einen Kölner aussteigen lässt und dann von halbrechts aufs lange Ecke abzieht, aber Nicolas kann den harten Schuss parieren. 

Nach einer Viertelstunde …

… scheint sich das recht muntere Spiel ein wenig zu beruhigen. Ein Freistoß von Simakala aus dem linken Halbfeld sucht und findet den Kopf von Opoku, der beim zweiten Pfosten den Ball mit zu wenig Druck aufs Kölner Tor köpft.

Der VfL wird nun stärker und ist spielbestimmend, wenngleich die Konter der Kölner stets brandgefährlich sind, zumal die Osnabrücker Hintermannschaft alles andere als sattelfesst wirkt. Simakalas 25-Meter-Freistoß in der 22. Minute kann der gute Nicolas gerade noch um den linken Pfosten lenken.

Kurz darauf hebelt Klaas mit einem tollen Pass in die Tiefe die Kölner Aberwehr aus. Der Ball landet bei dem großartig aufgelegten Simakala, aber Nicolas kann den Schuss aus spitzem Winkel zur Ecke klären. Kurz darauf eine tolle Aktion von Heider und Klaas auf engstem Raum im Kölner Strafraum, die leider nicht ausgespielt werden kann.

Dann ein extrem seltenes Ereignis im deutschen Fußball: Das Flutlicht geht aus und der Schiri unterbricht die Partie. Bombenstimmung in der Ost, die nun aufgetaut ist und den „Scheiß-DFB-Gesängen!“ schließen sich die Kölner Fans an. Nach etwa zehn Minuten Pause pfeift der Schiri wieder an, um wohl zumindest die erste Halbzeit zu Ende zu bringen. Die Regel besagt, dass beide Tore von der Mittellinie aus zu sehen sein müssen und das ist zweifellos noch der Fall, allerdings nicht mehr lange. Zudem habe ich meinen Schirischein in Hamburg gemacht, als die Amis gerade aus Saigon flohen. 

Als der VfL noch in der letzten Nachspielminute einen Freistoß erhält, streiten sich Trapp und Simakala, was äußerst befremdlich wirkt und den schlecht ausgeführten Freistoß von Gugganig vergessen lässt.

Halbzeitfazit

Das Spiel ist bislang eher aus der Kategorie mittelmäßig, aber stets spannend und entsprechend unterhaltsam. Die ersten Minuten brachten die Kölner den VfL arg in Verlegenheit, danach verfügte der VfL zwar über eine optische Überlegenheit, doch sorgen die Kölner mit ihren Nadelstichen nach wie vor für gefährliche Situationen vor dem Osnabrücker Tor.

Foto: Revierfoto

Halbzeitgedanken: Ich werde die Halbzeitgedanken in dieser Saison nur noch sporadisch bringen, da die Rundschau nun auch regelmäßig VfL-Heimatabend-Podcasts produziert.

 
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Beide Teams wechseln zur zweiten Hälfte … 

… für Simakala kommt Higl ins Spiel und bei den Kölnern Marseiler für Philipp.

Gleich nach Wiederanpfiff eine Riesenchance für den VfL. Köhler spielt in den Lauf von Opoku, dessen Schuss aber von Teufelskerl Nicolas geklärt werden kann. Und immer wieder diese gefährlichen Konter der Viktoria, die zum Glück nicht konsequent ausgespielt werden. Dann fast das 0:1! Jastremski kann nach einem Doppelpass im Sechzehner ungehindert abziehen und sein Schuss knallt aus 16 Metern unter die Querlatte.

Dann das 1:0 für den VfL. Und durch wen? Der in Topform befindlche Kleinhansl setzt auf dem linken Flügel Opoku ein, dessen Flanke zunächst abgefangen wird, doch den zweiten Ball legt er sich selbst mit der Fußsohle vor und schaufelt ihn gekonnt über die gesamte Abwehr hinweg bis zum zweiten Pfosten, dort kann Heider den Ball aus wenigen Metern mit einer seltenen Unterart aus der Gruppe der Seitfallzieher den Ball über die Abwehr und den Torwart ins Tor heben. Die Kugel ist drin und das Stadion bebt. 

Nach 60 Minuten …

… besinnt sich der VfL und kann sich hin und wieder über die vergebenen Chancen der Kölner glücklich schätzen. Dann das 2:0. Handle verstolpert vor dem eigenen Sechzehner den Ball. Heider erahnt die Situation, erobert den Ball, läuft auf den Kasten zu, schaut noch einmal nach rechts, ob jemand besser postiert ist, und zieht dann einfach selbst ab. Es steht 2:0 für den VfL.

Das 2:0 für den VfL durch Heider – Foto: Revierfoto

Gleich danach zwar eine Riesenchance für die Kölner nach einem Eckball, aber der VfL erzielt im Gegenzug das dritte Tor. Kleinhansl wird auf dem linken Flügel hervorragend von Opoku eingesetzt, der stürmt in Richtung Sechzehner und zieht vom Strafraumeck in Richtung zweiter Pfosten ab. Der Ball wäre wohl im Aus gelandet, aber Berzel fälscht ins eigene Tor ab. 3:0.

In der Schlussviertelstunde passiert außer ein paar Wechseln nicht mehr viel. Die Kölner geben nie auf, aber können mit ihren Chancen nach wie vor nicht viel anfangen.

Fazit:

Die „Kampfbahn Bremer Brücke“ ist wieder das, was sie mal war. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit übernahm der VfL in der zweiten Halbzeit das Zepter und schlug die Viktoria verdient mit 3:0, zumal der Gegner nichts mit seinen Chancen anzufangen wusste. Und sonst? Mit Heider, Opoku und Klaas hat der VfL gleich drei Unterschiedsspieler in seinen Reihen, zu denen sich noch der ein oder andere hinzugesellen wird. Kritik? Ja, der VfL sollte langsam mal lernen, dass ein Spiel nicht mit dem Anpfiff zur zweiten, sondern mit dem zur ersten Halbzeit beginnt.

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer*innen: 7.767 (immerhin 67 aus Köln)

Tore:
1:0 Heider (56.)
2:0 Heider (68.)
3:0 Berzel (74. Eigentor)

Gelbe Karten:
(20.) Philipp
(25.) Simakala 
(83.) Köhler

VfL Osnabrück:
Kühn – Kunze, Gugganig, Trapp (89. Beermann), Kleinhansl – Klaas (85. Bapoh), Taffertshofer, Köhler – Simakala (46. Higl), Heider (86. Wooten), Opoku (77. Bertram)
Trainer: Daniel Scherning

Viktoria Köln:
Nicolas – Fritz, Greger, Berzel – Heister, Lorch, Klefisch (76 Sontheimer), Handle – Philipp (46. Marseiler), Jastremski (79. Hong), Risse (86. Palacios)

Trainer: Olaf Janßen

Schiedsrichter: Richard Hempel (Großnaundorf)

Statistik:
Insgesamt trafen die beiden Clubs seit dem 15. Oktober 1978 in sieben Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 4:2:1 für den VfL. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der 4. gegen den 16. aus Köln.

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga

Über den Autor
Kalla Wefels Saisonrückblick 2019/20 erschien im aufwändigen A-4-Format und ist unter anderem bei Bücher Wenner erhältlich. Dietrich Schulze-Marmeling schreibt in seinem Vorwort: “Herausgekommen ist ein großartiges Saisonbuch. Eigentlich ist es weit mehr als das …” Um die Spielberichte herum ranken sich Reportagen, https://www.buecher-wenner.de/s/details.php?back=S&isbn=9783981780772“Halbzeitgedanken”, Hintergrundberichte, Fankommentare und Kolumnen. 160 Seiten A-4-Format / 12,00 € Kalla saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär.
Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Mit „Der VfL in der Saison 2019/20“ hat er ein neues Format entwickelt, das von nun an jährlich erscheinen soll. Seit rund fünfzig Jahren arbeitet er professionell als Journalist und Buchautor sowie als Kabarettist und Musiker.

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