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Samstag, Oktober 16, 2021

Der VfL verliert im NFV-Pokal gegen den SV Meppen 2:3

Der VfL verliert nach einer schlechten ersten Halbzeit zu Recht gegen den SV Meppen mit 2:3. Die Steigerung in der zweiten Halbzeit kam zu spät.

Vor dem Spiel

Ich empfehle wie immer unseren VfL-Heimatabend-Podcast, wo sich ein Kompetenzteam, das vergeblich seinesgleichen sucht, über vergangene und aktuelle Spieltage auslässt. 

Nach dem schwachen Spiel gegen den FSV Zwickau gab es zwar keine PK, aber dennoch kann man getrost davon ausgehen, dass sich Trainer und Spieler wie erst vor knapp drei Wochen zuvor auf das Derby freuen. Das Publikum offenbar weniger, denn zum einen sind die Topzuschläge völlig unverständlich – ein Stehplatz kostet 15,00 € -, zum anderen ist der künstlich aufgebauschte Hype um das Spiel überhaupt nicht nachzuvollziehen und wird entsprechend goutiert.

„Wir müssen mit Bewegung und Positionswechseln in gefährliche Räume kommen und dann Richtung Box zielstrebiger, gieriger, klarer sein“, verriet Scherning der NOZ, auch wenn es sich dabei sicherlich um kein Geheimnis handelte. Das unselige Wort „Box“ (Strafraum) wurde übrigens vor einiger Zeit in die aktuelle deutsche Fußballsprache aufgenommen, dafür ist mittlerweile kaum noch vom „Antizipieren“ oder „Ich sach ma …“ die Rede – „the times they are a changin'“.   

Gegenüber der letzten Partie gegen Zwickau stehen Wooten, Klaas, Higl, Trapp und Bapoh für Heider, Simakala, Taffertshofer, Beermann und Traore in der Startelf. Bei Meppen steht, warum auch immer, Harsman für Stammtorhüter Domaschke zwischen den Pfosten.

Beginn

Schiedsrichter Lukas Benen aus Nordhorn pfeift bei 10° und nasskaltem Wetter an. Anstoß haben die in gelbem Trikots und Stutzen und roten Hosen angetretenen Meppener, die zunächst in Richtung Ostkurve spielen und schon nach wenigen Minuten die Führung erzielen: Tankulic setzt Guder auf dem rechten Flügel ein, der ungehindert in den Strafraum flanken kann, wo Krüger den Ball unbedrängt einnetzt. Ein klassischer Konter der zum 0:1 führt.

Schon nach wenigen Minuten ist klar, dass der VfL es nicht leicht haben wird gegen die quirligen Meppener, deren Konter nach wie vorgefährlich sind.

Nach einer Viertelstunde …

… scheint der VfL mehr Ballbesitz zu haben, bringt aber im Angriff wie schon gegen Zwickau nur Stückwerk zustande. Immerhin landet ein Eckball in der 22. Minute im Strafraum, kann aber dort von niemandem verarbeitet werden.

Das Spiel ist Mitte der ersten Halbzeit aus Osnabrücker Sicht schlichtweg langweilig und plätschert ideenlos vor sich hin. In der 25. Minute dann das 0:2. Wieder ein Konter über Tankulic, der den Ball einfach nach vorne in den Osnabrücker Strafraum spielt, wo der völlig freistehende Hemlein keine Mühe hat, Kühn zu tunneln und einzunetzen.

Die VfL bietet bislang eine desolate Vorstellung, über die Higls mäßiger Schuss aus 18 Metern in der 30. Minute auch nicht hinwegtäuschen kann. Meppen macht einfach den wacheren Eindruck, steht in der Abwehr gut sortiert und über die Gefährlichkeit der Konter wurde alles gesagt. Ende der Halbzeit prallen Kleinhansl und Egerer mit den Köpfen zusammen, Kleinhansl kann vorerst weiterspielen, wohingegen der Meppener den Platz mit einem Kopfverband verlassen muss und durch Fedl ersetzt wird.

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit kommt Higl nach einem Traumpass von Köhler allein vor Torwart Harsman an den Ball, scheitert aber kläglich, indem er den Meppener Keeper aus wenigen Metern direkt anschießt. 

Halbzeitfazit

Das Spiel ist aus Osnabrücker Sicht ganz einfach grottenschlecht und passt sich den unwirtlichen äußeren Bedingungen an. Meppen verdient völlig zu Recht mit zwei Toren.


Die Halbzeitgedanken erscheinen in dieser Saison nur noch sporadisch, da die Rundschau nun auch regelmäßig VfL-Heimatabend-Podcasts produziert.

Der VfL wechselt zur zweiten Hälfte … 

… gleich dreimal und spielt nun auf die Ost zu und vor allem ist endlich der ewige Marc Heider im Spiel. Kaum steht es hier geschrieben knallt er einen Freistoß aus 20 Metern an der Meppener Mauer vorbei mit links ins Netz. Nun kommt endlich so etwas wie Derbystimmung auf.  

Meppen zeigt sich aber nicht geschockt und trägt seine Angriffe ausgesprochen gekonnt schnörkellos vor. Dann das 1:3. Trankulic ist wieder einmal der Vorbereiter. Seine hohe Flanke landet bei Puttkammer der mit dem Rücken zum Tor den Ball im hohen Bogen ins lange Eck köpft.

Riesenchance für den VfL: Klaas schickt Opoku auf der linken Seite, doch der setzt den Ball am langen Pfosten vorbei ins Toraus.

Nach 60 Minuten …

… befreit sich der VfL endlich ein wenig vom Meppener Druck und kommt nun zu einigen Angriffen. Nach einem vemeintlichen Foul von Harsman an Gugganig fordert das Publikum Elfmeter und es kommt zu einer Rudelbildung im Osnabrücker Strafraum und das Spiel droht aus den Fugen zu geraten, selbst Torwarttrainer Meyer erhält die gelbe Karte.

Man mag so etwas Derbystimmung nennen, auf jeden Fall bleibt der VfL nun am Drücker und hat sich noch nicht aufgeben. Es folgt ein Angriff auf den anderen auf das Meppener. Und nach einem Eckball dann der verdiente Anschlusstreffer zum 2:3. Eine Ecke von rechts von Opoku, Gugganigs Kopfball kann Meppens Keeper nur abprallen lassen, wo Higl aus wenigen Metern die Kugel über die Linie drückt.

Der VfL versucht nun alles, kommt immer wieder zu guten Chancen, scheitert aber entweder an Torwart Harsman oder an der eigenen Unzulänglichkeit. Meppen hätte natürlich auch einige Mal das 2:4 erzielen können, da der VfL die Deckung mehr oder weniger vernachlässigen muss, doch am Ende bleibt es beim 2:3. 

Fazit:

Der VfL verliert nach einer schlechten ersten Halbzeit zu Recht gegen den SV Meppen mit 2:3. Die Steigerung in der zweiten Halbzeit kam viel zu spät, wenngleich sie bewies, dass in dieser Mannschaft offenbar sehr viel mehr steckt, als sie in den vergangenen Spielen gezeigt hat. 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 5.312 (immerhin etwa 500 aus Meppen)

Tore:
0:1 Krüger (6.)
0:2 Hemlein (22.)
1:2 Heider (47.)
1:3 Puttkammer (54.)
2:3 Higl (75.)

Gelbe Karten:
(35.) Kunze 
(44.) Egerer
(52.) Haas  
(58.) Taffertshofer
(60.) Käuper
(65.) Heider
(70.) Puttkammer
(70.) Gugganig
(81.) Harsman
(87.) Piossek
(90.+5) Al-Haizameh

VfL Osnabrück: Kühn – Kunze (46. Itter), Gugganig, Trapp, Kleinhansl (46. Haas) – Köhler, Bapoh (Taffertshofer 45+3), Klaas – Higl, Wooten (46. Heider), Opoku
Trainer: Daniel Scherning

SV Meppen:
Harsman – Ballmert, Puttkammer, Bünning, Al-Halzameh – Käuper (81.  Fassbender), Tankulic, Egerer (45. Fedl) – Guder (86. Jesgarzewski), Krüger, Hemlein (82. Piossek)
Trainer: Rico Schmitt

Schiedsrichter: Lukas Benen

Statistik:
Insgesamt trafen die beiden Clubs seit dem 22. November 1970 in 27 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 12:8:7 für den VfL. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der 3. (Note 3,19) gegen den 6. aus Meppen (Note 3,27).

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga

Über den Autor
Kalla Wefels Saisonrückblick 2019/20 erschien im aufwändigen A-4-Format und ist unter anderem bei Bücher Wenner erhältlich. Dietrich Schulze-Marmeling schreibt in seinem Vorwort: “Herausgekommen ist ein großartiges Saisonbuch. Eigentlich ist es weit mehr als das …” Um die Spielberichte herum ranken sich Reportagen, https://www.buecher-wenner.de/s/details.php?back=S&isbn=9783981780772“Halbzeitgedanken”, Hintergrundberichte, Fankommentare und Kolumnen. 160 Seiten A-4-Format / 12,00 € Kalla saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär.
Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Mit „Der VfL in der Saison 2019/20“ hat er ein neues Format entwickelt, das von nun an jährlich erscheinen soll. Seit rund fünfzig Jahren arbeitet er professionell als Journalist und Buchautor sowie als Kabarettist und Musiker.
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