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Montag, September 20, 2021

GRÜNE kritisieren blinden Aktionismus in Sachen VfL-Trainingszentrum 

Niermann: „Die Lösung Weberstraße hinterlässt auf Dauer nur Verlierer*innen“

Die GRÜNE Oberbürgermeisterkandidatin Annette Niermann und der Fraktionsvorsitzende Volker Bajus kritisieren die überhastete Entscheidung, an der Weberstraße einen beheizten Rasenplatz als Übergangslösung für den VfL Osnabrück zu bauen. „Oberbürgermeister Griesert, CDU und SPD haben sich in der Frage des Trainingszentrums für die Profis und den Nachwuchs des VfL mit Vollgas in die Sackgasse manövriert. Beim Versuch, dort vor der Wahl wieder herauszukommen, werden jetzt kopflos Fakten geschaffen, die am Ende keinem der zu lösenden Probleme gerecht werden, teuer sind und nur Verlierer*innen produzieren“, so Bajus. Die GRÜNEN hätten kein Verständnis dafür, dass dabei weder die zuständigen Fachausschüsse, noch Sportverbände oder andere Vereine an der Debatte beteiligt wurden.

„Das eigentliche Problem, die langfristige Verbesserung der Trainingsbedingungen und die Verzahnung von Nachwuchs und Profis, werden dadurch nur noch schwerer erreichbar“, erläutert Niermann. Die Investitionssumme für diese Zwischenlösung von mehr als einer Million Euro stünde nun für das Nachwuchsleistungszentrum nicht mehr zur Verfügung. Zudem drohe nun eine geteilte Lösung, denn am Schinkelberg sei eine räumliche Zusammenführung von Profis und Jugendspielern nicht mehr möglich.

„Wir haben uns leider daran gewöhnen müssen, dass eine strategische Sportstättenentwicklung in dieser Stadt nicht möglich scheint. Einen Teil einer städtischen Sportanlage quasi über das Wochenende der Nutzung durch Osnabrücker Vereine zu entziehen, ist allerdings eine neue Qualität“, kritisiert Bajus. Die Erzählung, dass dieser Platz Amateurmannschaften weiterhin teilweise zur Verfügung stehen und nach Ende der VfL-Nutzung dem Breitensport gute Bedingungen bieten würde, sei völlig unrealistisch.

Fußballprofis bräuchten für gute Trainingsbedingungen einen optimalen Rasen. Dort könnten nicht zahlreiche andere Mannschaften zusätzlich trainieren. Erst recht nicht in der kalten Jahreszeit, wenn der Rasen trotz Heizung kaum noch nachwachsen würde. „Die Verwaltung gibt die täglichen Betriebskosten der Rasenheizung mit 1000-1500 Euro an. Das bezahlt kein normaler Sportverein, auch nicht mehrere zusammen. Und wenn die Stadt die Betriebskosten übernimmt, fehlt das Geld an anderen Stellen. Wir haben erheblichen Sanierungsbedarf in vielen Sporthallen und wollen mehr Kunstrasenplätze bauen. Da ist der Luxus eines beheizten Rasenplatzes für einige wenige Amateurmannschaften wohl kaum zu rechtfertigen“, so Bajus weiter.

„Mir erschließt sich nicht, mit welcher Vehemenz sich der Oberbürgermeister, CDU und SPD der ernsthaften Prüfung des Standortes Limberg in Kombination mit der Anlage „Am Zuschlag“ und der ebenfalls dringend benötigten Verbesserungen für den VfB Schinkel verweigern“, stellt Niermann klar. Hier böten sich Übergangsmöglichkeiten, die in dauerhafte Lösungen eingepasst werden könnten und umweltverträglich wären. Die Pläne für den Abriss und die Erschließung auf dem Kasernengelände könnten angepasst und ein Endausbau im südlichen Teil auch vor 2024 realisiert werden.

„Der VfL spielt wieder eine mitreißende Saison und wir drücken alle Daumen, dass die Mannschaft erneut um den Aufstieg mitspielt. Gute Trainingsbedingungen sind dafür wichtig. Planloser Aktionismus hilft allerdings niemandem. Wir fordern alle auf, für diese Stadt wieder zu strategischen und zukunftsfähigen Planungen unter Beteiligung der Bürger*innen zurückzukehren“, so Niermann und Bajus abschließend.

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