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Samstag, Oktober 16, 2021

Trotz drückender Überlegenheit verliert der VfL gegen den FSV Zwickau mit 0:1

Der VfL verliert nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit gegen den FSV Zwickau mit 0:1. Das Eckenverhältnis von 13:1 spricht Bände. Den Sieg hat Zwickau seiner starken Defensive und den nicht konsequent genutzten Chancen der Osnabrücker zu verdanken. 

Vor dem Spiel …

Auf der Pressekonferenz bekundeten Trainer und Opoku glaubhaft, sich in Osnabrück rundum wohl zu fühlen, was nach dem gelungenen VfL-Infotag am vergangenen Mittwoch kaum erstaunen mag. Damit die Stimmung nicht überschwappt, gehen wir in unserem Podcast zunächst rückblickend auf die Niederlage in Kaiserslautern und dann zukunftsweisend auf die kommenden Aufgaben ein. 

Und natürlich freuen wir uns alle auf ein Wiedersehen mit Heimatabend-Dauergast Joe Enochs, der sicherlich auch die ein oder andere Anekdote zum Infotag hätte beitragen können und dessen Kindertribüne womöglich kurz vor der Wiedereröffnung steht. Warum immer wieder die abgegriffene Metapher von eimem „ekligen Spiel“ bemüht wird, sobald es gegen Zwickau geht, werden wir vielleicht nach der Partie wissen.

Beginn

Schiedsrichter Patrick Schwengers aus Travemünde pfeift bei bewölktem Himmel und Temperaturen um die 16 Grad pünklich an. Anstoß haben die ganz in Grau angetretenen Zwickauer, sozusagen eine Mutation vom Schwan zur grauen Maus. Beim VfL stehen Köhler und Simakala für Klaas und Bertram in der Startelf.

Ein erster Angriff der Zwickauer auf der linken Seite über Ronny König zeigt, dass sich die Schwäne – so nennen sie sich nun mal selbst – nicht verstecken. In der 8. Minute erneut ein Angriff über links Könnecke spielt in die Mitte, dort verpasst der einschussbereite Gomez den Ball nur knapp. Zwickau fackelt bei seinen Angriffen nicht lange, überbrückt das Mittelfeld mit langen Bällen, wohingen der VfL sich eher über mehrere Stationen dem gegnerischen Strafraum nähert, dort aber von einer gut sortierten Abwehr empfangen wird. 

Nach einer Viertelstunde …

... ist die Partie noch offen, wenngleich der VfL mehr Ballbesitz zu haben scheint. Die erste VfL-Chance dann in der 17. Minute. Opoku schickt per Freistoß im rechten Halbfeld Traoré auf die Reise, dessen Schuss aufs kurze Eck Brinkies gerade noch zur Ecke klären kann. Nur zwei Minuten später zieht Opoku den Ball nach einer kurz ausgeführten Ecke von links in den Torraum, wo Heider knapp verpassst.

Der VfL ist nun am Drücker, es folgt eine Ecke nach der anderen und das 1:0 scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Eine Rechtsflanke von Heider verpasst Simakala um wenige Zentimeter. Ein Kopfball von Heider geht nach einer unfreiwilligen Vorlage von Reinthaler knapp über das Tor. Die Zwickauer setzen zwar hin und wieder Nadelstiche, bei denen sich insbesondere Gomez auszeichnet, bleiben aber in der ersten halben Stunde recht harmlos.

Die Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit beginnt mit einem Freistoß für den VfL, den Kleinshansl aber weit über das Tor semmelt. Riesenchance für den VfL dann in der 36. Minute: Nach einem Abspielfehler der Zwickauer landet der Ball im linken Halbfeld bei Opoku, der die Situation sofort erkennt und einen genialen Pass auf Heider spielt, dessen Linksschuss von Kunze nur knapp verpasst wird, bevor er am langen Pfosten vorbei ins Aus geht. 

Halbzeitfazit

Der VfL ist die spielbestimmende Mannschaft und hätte eine Führung verdient gehabt. 7:0 Ecken und 65 % Ballbesitz sagen eigentlich alles. Insbesondere Opokus AKtionen sorgen immer wieder für Torgefahr. Auf jeden Fall ist eine Steigerung gegenüber den beiden vergangenen Partien zu erkennen.  


Die Halbzeitgedanken erscheinen in dieser Saison nur noch sporadisch, da
die Rundschau nun auch regelmäßig VfL-Heimatabend-Podcasts produziert.

Zwickau wechselt zur zweiten Hälfte … 

… und für Jansen kommt Möker in die Partie, Scherning sieht keinen Grund für einen Wechsel. Der VfL spielt nun auf die Ostkurve zu und Opoku stellt bei den ersten Angriffen zunächst seine Übersicht unter Beweis, baut allerdings mit zunehmender Spieldauer ab. Zwickau setzt nach wie vor Nadelstiche, die die Osnabrücker Abwehr bislang allerdings kaum vor Probleme stellt.

Der VfL macht da weiter, wo die erste Halbzeit aufgehört hat, und startet Angriff auf Angriff, aber die Zwickauer Abwehr steht gut.

Nach 60 Minuten …

… kommt (endlich) Sebastian Klaas ins Team. Einen abgefälschten Schuss von Simakala kann Brinkies zur Ecke klären. Als die Zwickauer den VfL schon früh in dessen eigenen Hälfte angreifen, kommen die Osnabrücker damit überhaupt nicht klar und der Spielfluss der ersten Stunde ist komplett dahin. 

Das Spiel wird immer zäher und Zwickau kommt immer besser ins Spiel. Dann passiert der Worst Case: Horn spielt den alten Haudegen Ronny König (38) an, der sich ohne Probleme mit einer Drehung gegen Gugganig durchsetzt, ihn sogar noch tunnelt und den Ball ins kurze Ecke setzt. Zwickau führt 1:0!

Publikum und Mannschaft sind zunächst wie paralysiert und wachen nur langsam wieder auf. In der 84. Minute gleich zwei Großchancen für den VfL und in der 87. fast das 0:2 als Gomez eine Flanke von Starke nur knapp verpasst. In der 88. Minute Rudelbildung im Mittelkreis, nachdem Beermann Starke umgenietet hatte. Gelb für beide. Eine letzte Chance durch Heider und das Spiel ist aus.

Fazit:

Der VfL verliert nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit gegen den FSV Zwickau mit 0:1. Das Eckenverhältnis von 13:1 spricht Bände. Den Sieg hat Zwickau seiner starken Defensive und den nicht konsequent genutzten Chancen der Osnabrücker zu verdanken. 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 7.638, davon 88 aus Zwickau.

Tore:
0:1 König (73.)

Gelbe Karten:
(10.) Reinthaler
(32.) Jansen
(89.) Starke
(90.) Beermann
(90.+2) Schikora

VfL Osnabrück:
Kühn – Traoré, Gugganig, Beermann, Kleinhansl – Köhler, Taffertshofer (76. Bapoh), Kunze (60. Klaas)- Simakala (76. Higl), Heider, Opoku (66. Bertram – 75. Wooten)
Trainer: Daniel Scherning

FSV Zwickau:
Brinkies – Schikora, Nkansah, Reinthaler, Hauptmann – Starke (89. Susac), Könnecke (79. Frick), Jansen (46. Möker), Lokotsch (57. Horn), Willms – König, Gomez
Trainer: Joe Enochs

Schiedsrichter:  Patrick Schwengers (Travemünde)

Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 10. Dezember 2016 in sechs Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 4:1:1 für den VfL. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellenführer VfL (3,13) gegen den 15. aus Zwickau (3,53).

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga

Über den Autor
Kalla Wefels Saisonrückblick 2019/20 erschien im aufwändigen A-4-Format und ist unter anderem bei Bücher Wenner erhältlich. Dietrich Schulze-Marmeling schreibt in seinem Vorwort: “Herausgekommen ist ein großartiges Saisonbuch. Eigentlich ist es weit mehr als das …” Um die Spielberichte herum ranken sich Reportagen, https://www.buecher-wenner.de/s/details.php?back=S&isbn=9783981780772“Halbzeitgedanken”, Hintergrundberichte, Fankommentare und Kolumnen. 160 Seiten A-4-Format / 12,00 € Kalla saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär.
Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit rund fünfzig Jahren arbeitet er professionell als Journalist und Buchautor sowie als Kabarettist und Musiker.
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