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Montag, August 2, 2021

VfL Osnabrück erreicht gegen den PSV Eindhoven ein tolles 0:0

Ein großartig aufgelegter VfL hat in einem Freundschaftsspiel gegen das europäische Spitzenteam vom PSV Eindhoven nicht nur eine ganze Halbzeit, sondern eine komplette Partie offen gestalten können.
Im Angriff scheint der neue VfL spielerisch und in der Defensive kämpferisch zugelegt zu haben. Ein Spiel, das Spaß auf die Zukunft macht.

Vor dem Spiel

Das Spiel selbst interessiert heute vielleicht weniger als die äußeren Umstände. Zum ersten Mal seit den Coronabeschränkungen dürfen über 5.000 Zuschauer:innen an einem Spiel an der Brücke teilnehmen. So groß scheint die Lust auf ein Freundschaftsspiel an der
Bremer Brücke allerdings nicht zu sein, auch dann nicht, wenn es gegen einen europäischen Spitzenclub wie den PSV Eindhoven geht. Warten wir es ab. Der Autor dieser Zeilen ist bereits beim Lesen der Mannschaftsaufsstellungen hinreichend herausgefordert … lest einfach selbst:

Foto: Osnabrücker Rundschau / KW

Coach Daniel Scherning, der nach eigenen Angaben in der zurückliegenden Woche viele positive Erkenntnisse hat gewinnen können, beginnt die Partie mit einer Aufstellung, wie man sie sich als erste Elf durchaus vorstellen kann. Timo Beermann ist dabei und er wird offensichtlich beim VfL bleiben.
Tja, und beim PSV Eindhoven stehen heute unter anderen Mario Götze, Siegtorschütze im WM-Endspiel 2014 und Philipp Max in der Startelf.

Dass bei einem solchen Spiel das große Ganzkörperkribbeln fehlt, liegt in der Natur der Sache. Als die Spieler nach dem Aufwärmen in die Kabine gehen, werden sie mit schallendem Applaus verabschiedet oder eben begrüßt. Heute ist hier der harte Kern vom harten Kern im Stadion, das mag verwirren, macht aber gute Laune. Zum Glück werden die Eindhovener auch mit Applaus begrüßt.

Rauchend und ohne Maske stolpern ein paar nicht mehr ganz nüchterne junge Typen um die 18 die Nord hinauf. Gut, ich bin geimpft und dreifach chemisch gereinigt, aber was ist mit den anderen? Als ich sie auf Rauchverbot und Maskenpflicht hinweise, halten sie sich immerhin daran, und ich komme mir vor, wie unser ehemaliger Nachbar, der uns Kindern das Fußballspielen auf der Wiese verboten hatte. Daran gehalten haben wir uns damals mit Recht nie.

Beginn

Der VfL hat Anstoß und spielt ganz in Lila zunächst auf die Westkurve zu. Eindhoven mit schwarzer Hose und rotorangefarbenem Trikot. Der VfL beginnt mit ein paar schön vorgetragenen Angriffen, wobei insbesondere Omar Haktab Traoré zu gefallen weiß. Ein Versuch mit dem Hinterkopf von Sven Köhler landet bei Drommel direkt in den Händen.
In der 9. Minute wieder ein Angriff über rechts. Traoré überläuft zwei, drei Eindhovener zieht den Ball flach in die Strafraummitte, wo fasst Heider an den Ball kommt. Das war eine klasse Aktion.
Beide Mannschaften spielen mit vollem Einsatz, was Heider immer wieder zu spüren bekommt. Auch Kühn muss nach einer Rettungstat behandelt werden.

Nach einer Viertelstunde …

… eine erste Großchance für die Eindhovener und kurz darauf noch eine durch Zahavi, dessen Kopfball direkt in den Armen von Kühn landet. Der PSV bestimmt nun das Spiel und die Klasse dieser Mannschaft zeigt sich vor allem im Angriffsspiel. Aber der VfL steht mit seinem 4:4:2 gut und kann die Angriffe mit zumeist hohem körperlichen Einsatz rechtzeitig blocken.
Den bis dato besten Angriff aber legt der VfL in der 24. Minute hin. Klaas spielt Higl an, dessen Schuss links aufs Tor geht. Drommel muss sich gewaltig strecken, um den Ball mit einer Hand parieren zu können.
Eindhoven ist nach wie vor das bessere Team, kommt immer wieder gefährlich über die Außen, scheitert jedoch stets bei der Chancenverwertung. Der VfL weiß sich aber nicht nur zu wehren, sondern hätte sogar mit Glück führen können. In der 45. Minute hat der VfL allerdings viel Dusel, als der Schuss von Vertessen rechts knapp über die Latte geht.

Halbzeitfazit:

Ein munteres Spiel war das in der ersten Halbzeit. Natürlich haben die Eindhovener die besseren Spieler in ihren Reihen, aber die „Neuen“ beim VfL wie Traoré oder Simakala und auch Higl wussten durch Spielwitz und viel Einsatz zu gefallen. Die Abwehr kämpfte aufopferungsvoll um jeden Ball und hatte immer noch ein Bein dazwischen.

Der PSV wechselt zur zweiten Hälfte fast das gesamte Team … 

… nur Torwart Drommel und Sangaré sind noch dabei. Beim VfL kommen Kunze, Gugganig und Trapp für Klaas, Spreckelmeyer und Beermann ins Spiel.
Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte Alarm im VfL-Strafraum und der VfL kann mit Glück das 0:0 halten. Wie schon in der ersten Hälfte befreit sich der VfL aber immer wieder und kommt selbst zu einigen guten Angriffen. Es sind Simakala und Traoré, die für Druck nach vorne sorgen.
In der 55. Minute kommt Mauro aus kurzer Distanz auf halblinks zum Schuss, den Kühn mit einer Glanzparade abwehren kann, den Nachschuss von Ihattaren kratzt Taffertshofer von der Linie. Wenig später kann Kleinhansl gerade noch vor Mauro klären.

Nach 60 Minuten …

… muss sich der VfL glücklich schätzen, dass die Holländer so lässig mit ihren Chancen umgehen, denn die Führung der Holländer liegt in der Luft. Brumas Schuss kann in der 62, Minute gerade noch von Trapp geblockt werden. Alles, was nicht abgefangen wird, entschärft ein Philipp Kühn in absoluter Bestform.
Für Kleinhansl und Traoré kommen in der 65. Minute Itter und Haas ins Spiel. Die beiden ausgewechselten Spieler werden mit viel Applaus in die Kabine verabschiedet.
Ab der 70. Minute beruhigt sich das bis dahin sehr lebendige Spiel ein wenig. In der 75. Minute kommt Chrosuhij für den quirligen Simakala ins Spiel. Zum Ende hin scheint beiden Mannschaften etwas die Luft auszugehen. Die Hintermannschaft des VfL wirkt nun durch die Hereinahme von Itter stabiler, muss aber jederzeit mit einem Tor der Eindhovener rechnen, da steht einfach zu viel Qualität auf dem Platz.
In der 88. Minute dann zum wiederholten Male eine Glanztat von Kühn, der den Schuss vom heranstürmenden Bruma klären kann.

Fazit:

Ein großartig aufgelegter VfL hat in einem Freundschaftsspiel gegen das europäische Spitzenteam vom PSV Eindhoven nicht nur eine ganze Halbzeit, sondern eine komplette Partie offen gestalten können.
Im Angriff scheint der neue VfL spielerisch und in der Defensive kämpferisch zugelegt zu haben. Ein Spiel, das Spaß auf die Zukunft macht.

Zahlen, Daten & Fakten (FS-Kurzversion)

Zuschauer:innen: 3.051

Tore:
keine

Kalla Wefel
Kalla arbeitet seit fast fünfzig Jahren professionell als Journalist und Autor sowie als Musiker und Kabarettist. Fußball, Musik, Philosophie & Astronomie sind seine großen Leidenschaften. Seine (VfL-)Heimatabende sind legendär und mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks.

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