Samstag, 21. Mai 2022

Der VfL beendet die Saison mit einer 1:5-Klatsche gegen den Aufsteiger aus Magdeburg

In einer bis zur Halbzeit recht ausgeglichen geführten Partie ging der VfL im zweiten Durchgang gegen einen in allen Belangen überlegenen Gegner aus Magdeburg sang- und klanglos unter. Glückwunsch an den 1. FC Magdeburg zum Aufstieg, der schon heute in einer anderen Liga als der VfL gespielt hat. 

Zur Information:
In unserem aktuellen 34. VfL-Heimatabend-Podcast plaudern Hauke Peinz, Lars Mosel & Kalla Wefel gewohnt locker über die vergangenen Spiele gegen den SV Waldhof Mannheim, SC Freiburg II und TSV Havelse und werfen einen launischen Blick auf die heutige Partie gegen den 1. FC Magdeburg.

 

Vor dem Spiel

Auf der Pressekonferenz am frühen Freitagmorgen stellte Daniel Scherning fest: „Magdeburg wird hierherkommen und versuchen, das Spiel zu gewinnen. Man hat letzte Woche gesehen, dass sie die Saison voll durchziehen wollen.“ Deshalb müsse seine Mannschaft die sich ihr bietenden Chancen konsequent nutzen und im richtigen Moment gut anlaufen. „Wir wollen um diese Chance kämpfen. Wir wollen alles versuchen, um auf diesen Platz zu springen.“

Die Rede ist natürlich von der Chance auf Platz 4, der zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt. Wenn 1860 nicht zu Hause gegen Dortmund gewinnt, dann zieht der VfL bei einem Sieg gegen Magdeburg in den DFB-Pokal ein. Verlieren die Münchener, dann reicht sogar ein Unentschieden, wenn der SV Waldhof Mannheim nicht gewinnt.

Ist möglicherweise ein Bild von Text

Vor dem heutigen Spiel wird zum ersten Mal der Fanpreis „Löwenpudel“ verliehen. Wir berichteten darüber. Man darf gespannt sein. Ich finde, er steht wegen der entschlossenen Reaktion in Duisburg, als Aaron Opoku rassistisch beleidigt wurde, dem ganzen Verein zu. Bekommen hat ihn, wie gerade verkündet wurde, Sven Köhler. Er hatte ein Kurzvideo über seine Karriere veröffentlicht, mit dem 22.500 Euro gesammelt wurden, die dem Christlichen Kinderhospital und dem Kinderhospiz Osnabrück gespendet wurden.

Die Spieler beider Mannschaften stehen Spalier - Foto: ORDie Spieler beider Mannschaften stehen Spalier - Foto: OR

Heute werden aber auch neben Torwarttrainer und VfL-Urgestein „Rollo“ Meyer die Spieler Chorushij, Bertelsmann, Bapoh verabchiedet, deren Verträge nicht verlängert werden, sowie besagter Aaron Opoku, der wohl zum HSV zurückkehrt, und Sebastian Klaas, der zu Paderborn wechselt.

Gegenüber der Partie gegen den TSV Havelse stehen Klaas, Oduah, Kleinhansl für Haas, Köhler und Itter in der Startelf. Der FCM tritt mit einer gleich auf acht Positionen veränderten Mannschaft an, die vergangene Woche 1860 München mit 4:0 vom Platz gefegt hat.

Beginn

Schiedsrichter Bastian Danker aus Rostock pfeift bei leicht bewölktem Himmel und angenehmen Temperaturen um die 20° an. Anstoß haben die fast ganz in Weiß angetretenen Magdeburger und der VfL kommt gleich einige Male gut vor das Tor der Gäste.

Kurz nachdem Heider in der 5. Minute eine erste Chance hatte, fällt wenige Sekunden später das 1:0 für den VfL. Toller Angriff über die Mitte. Heider spielt links raus auf Wähling der scharf in die Mitte passt, wo Klaas das Bein ausstreckt und zur 1:0 Führung verwandelt.

Und dann fast im Gegenzug das 1:1. Conteh wird von Rieckmann auf die Reise geschickt und stürmt auf das Tor, wobei ihm Gugganig Geleitschutz bietet, und kann den Ball ungehindert im kurzen rechten Eck versenken. Ein herber Dämpfer. 

Nach einer Viertelstunde …

… kehrt etwas Ruhe in das Spiel ein und 1860 München führt bereits nach 25 Minuten mit 2:1 gegen Dortmund II. 

In der 20. und 25. Minute zieht Higl zweimal ab, verfehlt aber jedes Mal das Tor. Auf Magdeburger Seite wird Kwartengs Schuss abgeblockt, nachdem er zwei Osnabrücker ausgetanzt hat.

Das Spiel ist nicht schlecht, wenngleich das Feuer aus der Anfangsviertelstunde mit zunehmende Spielzeit ein wenig dahin ist. In der 35. Minute streift ein abgefälschter 20-Meter-Schuss von Ito knapp am rechten Pfosten vorbei. 

Dann wird es noch mal im Osnabrücker Strafraum brandgefährlich. Erst wird der heranstürmende Conteh durch ein Weltklasse-Tackling von Trapp gestoppt, kurz darauf kann Kühn mit einem tollen Reflex einen Schuss von Schuler auf der Linie klären.  

Der VfL spielt nach wie vor gut mit, doch sind die Magdeburger in der Schlussphase der ersten Halbzeit der Führung näher als der VfL. Heider erhält nach einem heftigen Foul Dunkelgelb und kann froh sein, nicht vom Platz zu fliegen.  

Halbzeitfazit

Ein intensives und jederzeit spannendes Spiel, das für den VfL etwas glücklich mit einem Unentschieden in die Halbzeit geht, denn die Magdeburger sind das bessere Team. Der VfL muss hier gewinnen, wenn er an 60 vorbeiziehen will, wo es mittlerweile nur noch 2:2 steht.

Der VfL geht unverändert in die zweite Hälfte … 

… die Magdeburger wechseln dreimal. Der neu im Spiel befindliche Ceka nutzt gleich seine Chance und kann völlig unbedrängt aus 18 Metern abziehen. Es steht 2:1 für die Gäste. Die VfL-Abwehr schließt an die katastrophalen Leistungen der vergangenen Spiele nahtlos an.

Und es kommt noch schlimmer. Nachdem Kühn gleich zweimal Schüsse aus kurzer Distanz von Schuler klären musste, zeffert Rorig nach Zuspiel von Ito den Ball in die Maschen. 3:1 für Magdeburg, das tatsächlich schon heute in einer anderen Liga spielt.

Nach 60 Minuten …

… dann der nächste Nackenschlag: Rorig flankt ungehindert von links in den Strafraum. Der freistehende Kwarteng steigt hoch und köpft den Ball unhaltbar ins lange Eck. Die Abwehr des VfL findet praktisch nicht statt. Es steht 4:1.

Ein Schuss von Taffertshofer aus der 71. Minute wird mit Applaus des tapferen Publikums quittiert. Wenige Minuten zuvor vertändelte der VfL über Simakala eine Chance im Torraum der Gäste.

Das Debakel findet in der 77. Minute seine Fortsetzung: Kwarteng kann ungehindert auf links den Ball nach vorne treiben und quer durch den Osnabrücker Strafraum auf Bell Bell passen, der mit einem satten Schuss ins linke Eck das 5:1 erzielt.

Das Osnabrücker Publikum ist unfassbar: Alle ehrheben sich und vergewissern sich ihrer Herkunft: „Wir sind die Osnabrücker, wir sind immer da …“ Was wäre in dieser Stadt alles möglich … und Sebastian Klaas wird mit stehenden Ovationen in der 88. Minute verabschiedet

Fazit:

In einer bis zur Halbzeit recht ausgeglichen geführten Partie ging der VfL im zweiten Durchgang gegen einen in allen Belangen überlegenen Gegner aus Magdeburg sang- und klanglos unter. Glückwunsch an den 1. FC Magdeburg zum Aufstieg, der schon heute in einer anderen Liga als der VfL gespielt hat. 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 15.387, davon 1.400 aus Magdeburg

Tore:
1:0 Klaas (5.)
1:1 Conteh (7.)
1:2 Ceka (49.)
1:3 Rorig (57.)
1:4 Kwarteng (62.)
1:5 Bell Bell (74.)

Gelbe Karten:
(31.) Rieckmann    
(33.) Kunze 
(40.) Gugganig 
(45.) Heider

VfL Osnabrück:
Kühn – Kleinhansl (68. Haas), Trapp, Gugganig, Oduah – Wähling, Kunze (53. Simakala), Klaas (86. Bertram), Traoré (53. Itter) –
Heider, Higl (68. Taffertshofer)
Trainer: Daniel Scherning

1. FC Magdeburg:
Kruth – Rorig (72. Malachowski), T. Müller, Sechelmann, Bell Bell – Jakubiak (46. Krempicki), Rieckmann (46. A. Müller), Kwarteng – Conteh (46. Ceka), Schuler, Ito
Trainer: Christian Titz

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 06.10.2001 in elf Punktspielen aufeinander, wobei die Bilanz 3-1-7 für den 1. FC Magdeburg lautet. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellenzweite VfL (3,18) gegen den Tabellenersten aus Magdeburg (3,14). Tatsächlich spielt der VfL als Tabellenfünfter des 37. Spieltags der 3. Liga gegen den klaren Tabellenführer.

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga:

spot_img
spot_img
spot_img

Freianzeige

spot_img

Freianzeige

spot_img

Freianzeige

spot_img

Freianzeige

spot_img

Aktuell

Aktuelles