Der VfL bringt sich um den verdienten Lohn und verliert bei Hansa Rostock unglücklich mit 2:1

Über weite Strecken bestimmte der VfL die Partie. Nach dem unverhofften 1:0 wurde Rostock zwar stärker, doch der VfL fand rasch in die Partie zurück. Das 1:1 durch den zum ersten Mal in der Startfelf stehenden Gnaase war dann der verdiente Halbzeitstand. Durch einen mehr als unglücklichen Handelfmeter (Grill parierte prächtig, der Nachschuss war dann unhaltbar) erzielten die Rostocker die Führung und es blieb beim unverdienten 2:1 für Hansa. Der VfL brachte sich wieder einmal trotz einer guten Leistung selbst um den wohlverdienten Lohn. . 

Für den VfL geht es weiter am kommenden Sonntag, den 03. September, um 13:30 Uhr an der Brücke gegen Mitaufsteiger SV Elversberg, danach erst am Sonntag, den 17.09., um 13.30 bei Hannover 96. 

Zur Information: Hier gibt es stets unsere aktuellen VfL-Podcasts und Kallas Einwürfe rund um die Uhr zu hören. Ansonsten wird der aktuelle VfL-Podcast jeden Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr auf OS-Radio 104,8 übertragen und „Kallas Einwurf“ jeden Montag und Freitag mehrmals am Tag.

 

Vor dem Spiel

Zur Abrundung unserer Podcasts hier die Statements der beiden Trainer vor der heutigen Partie:

Tobias Schweinsteiger: „Der FC Hansa Rostock ist eine kompakte Mannschaft, die schwer zu bespielen ist. Sie spielen über den ganzen Platz eine Manndeckung und haben ein wirklich sehr gutes Umschaltspiel mit klaren Mustern. Sie spielen die Bälle gerne in die Tiefe, gehen hinterher und haben dann eine große Wucht. Nicht nur der Kader hat sich qualitativ verbessert, sondern auch der Spielaufbau, wodurch sie auch nach vorne schnell agieren können. Nun ist es unsere Aufgabe, das zu matchen, dagegenzuhalten und ihnen den Stecker zu ziehen.“

Alois Schwartz: „Die Jungs wollen das letzte Ergebnis ausbügeln. Spiele schnell zu entscheiden ist Wunschdenken. Wir müssen alle stressresistent sein für die kommenden Spiele. Es werden noch weitere enge Spiele kommen.“

Trainer Schweinsteiger kann wieder einmal aus dem Vollen schöpfen und man darf wie immer gespannt sein, wie er Mittefeld und Sturm besetzt, die Abwehr scheint gesetzt. Wohlgemerkt: Scheint gesetzt, denn für Ajdini ist Gnaase in die Startelf gerückt. Nicht ganz unerwartet das Mittelfeld mit Thalhammer, Kunze und Tesche und den Sturm bilden Wriedt, Engelhardt und Conteh .

Die Stimmung im Ostseestadion ist unter den etwa 25.000 ZuschauerInnen erwartungsfroh, was nach dem guten Saisonstart der Gastgeber nicht verwundert, und auch der Osnabrücker Anhang gibt sein Bestes.


Beginn

Schiedsrichter Patrick Schwegers aus Limburg pfeift bei bewölktem Himmel und Temperaturen um die 20 Grad an. Anstoß haben die ganz in Schwarz angetretenen Osnabrücker, die zuerst in Richtung Rostocker Fankurve spielen. Gleich in der 3. Minute eine Riesenchance für Rostock: Schumacher kann fast ungehindert von rechts in den Strafraum flanken und dort köpft Perea den Ball aus wenigen Metern knapp über das Tor.

Der VfL hält aber unbeeindruckt dagegen und spielt mutig nach vorn. Engelhardt hat kurz darauf den Führungstreffer auf dem Fuß, der Ball wird zur Ecke geklärt, gleich darauf zieht Kunze aus 20 Metern ab und dann wird Engelhardt im letzten Moment gestoppt. Kurz darauf zieht Kleinhansl nach gekonntem Zuspiel von Tesche vom Strafraumrand ab, die nachfolgende Ecke brachte nichts ein. 


Nach einer Viertelstunde …

… ist die Partie immer noch irre intensiv, beide Mannschaft schenken sich nichts, aber der VfL ist derzeit die aktivere Mannschaft, hat bislang mehr Ballbesitz und die besseren Torchancen. Und kaum rechnet man mit dem ersten Tor für den VfL, erzielt Hansa wie aus dem Nichts die Führung. Perea nimmt Gyamfi den Ball ab, der zuvor zu lässig verteidigen wollte, dann umkurvt er Wiemann, der dabei auch nicht gut aussieht, und zeffert den Ball aus 14 Metern unhaltbar ins rechte untere Eck.

Hansa geht nun dank der Führung das Spiel gelassener an und kommt besser ins Spiel und der VfL wirkt in seinen Aktionen zunächst recht zerfahren und nimmt erst allmählich wieder an der Partie gleichberechtigt teil, wobei sich insbesondere Tesche im Zentrum als Ballverteiler mit viel Übersicht auszeichnet.

Die Partie ist nach wie vor hart umkämpft, aber dem VfL gelingt es erst in den Schlussminuten der ersten Halbzeit, wieder gefährliche Aktionen zu kreieren. Vorneweg Tesche und Engelhardt.

Und dann fällt doch noch etwas überraschend der Ausgleich. Nach zwei Eckbällen bekommen die Rostocker den Ball nicht unter Kontrolle, verharren im Strafraum und der VfL setzt immer wieder energisch nach. Am Ende landet der Ball bei Dave Gnaase, der aus halbrechter Position auf den Strafraum zusteuert, aus 15 Metern abzieht und der von Bachmann abgefälschte Schuss landet im langen Eck. Riesenjubel beim VfL-Anhang.   

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Halbzeitfazit

Über weiter Strecken bestimmte der VfL die Partie bis zum Rostocker Führungstreffer und hätte mit etwas Glück selbst ein Tor erzielen können. Danach wurde Rostock stärker, doch der VfL fand dank eines souveränen Tesche im Mittelfeld und eines wie immer sehr agilen Engelhardt im Sturm in die Partie zurück. Das 1:1 durch den zum ersten Mal in der Startfelf stehenden Gnaase ist somit der mehr als verdiente Halbzeitstand.

Tipp: Die Halbzeitgedanken sind eine Melange aus Hintergrundinformationen und Kommentaren, die von Spiel zu Spiel mit dem jeweiligen Gegner aktualisiert werden. Wem das Lesen der Halbzeitgedanken zu mühselig ist: Ganz einfach weiter nach unten scrollen, dort geht es dann mit dem aktuellen Spielbericht weiter.

Halbzeitgedanken:

Der F.C. Hansa Rostock wurde am 28. Dezember 1965 gegründet, sein Vorgänger war Empor Rostock von 1954. Hansa hat heute fast 25.000 Mitglieder und spielt in dem am 4. August 2001 eröffneten „neuem“ Ostseestadion, das über 29.000 Plätze verfügt. Die Vorgängerversion gab es übrigens bereits seit 1954.

13.6.1957  Von Bundesarchiv, Bild 183-46639-0001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de

Seine größten Erfolge verbuchte der F.C. Hansa 1990/91 mit dem Gewinn der unter der Bezeichnung NOFV-Oberliga letztmals ausgespielten Meisterschaft sowie des 1991 unter der Bezeichnung NOFV-Pokal letztmals ausgetragenen Pokal-Endspiels. Danach begann der wechselhafte Marsch der Hansa durch die drei Profiligen.

Rostock hat 210.000 EinwohnerInnen und  am 27. November 2022 setzte sich die Kandidatin der Linken, Eva-Maria Kröger in der Stichwahl mit 58,4 % gegen den von CDU, FDP und UFR unterstützten parteilosen Kandidaten Michael Ebert . Seit der Amtsübernahme am 1. Februar 2023 ist Krröger Oberbürgermeisterin Rostocks. Damit änderte die Stadt den Behördennamen der Stadtverwaltung in „Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Die Oberbürgermeisterin“.

Die Wahl zur Bürgerschaft fand am 26. Mai 2019 parallel zur Wahl des Oberbürgermeisters und im Rahmen der Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern 2019 statt. Das Wahlergebnis ergab folgende Sitzverteilung: Die Linke 11, Bündnis 90/Die Grünen 10, CDU und SPD jeweils 8, AfD 5, UFR 4, Rostocker Bund und die FDP je 2, Die PARTEI, Freie Wähler und Aufbruch 09 jeweils ein Mitglied der Bürgerschaft. Soviel zum Vorurteil, im Osten werde nur rechts gewählt. So manche westdeutsche Großstadt dürfte sich bei einem solchen Wahlergebnis glücklich schätzen.


Nicht ganz abwegige Halbzeitgedanken:

Rostock ist – sieht man von einigen DDR-Sünden und Plattenbau-Restbestandteilen ab, eine verdammt schöne Stadt. Ich hatte dort einige Male als Kabarettist zu tun, woraus sich später auch einige Privatbesuche ergaben, und kann nur sagen: Rostock ist eine Reise wert, und das nicht nur wegen Warnemünde.

Panorama des Rostocker Stadthafens mit Nikolaikirche, Marienkirche und Hochhäusern entlang der Langen Straße

Bittere Nachgedanken …

… die mit Rostock nichts zu tun haben, sondern mit der unsäglich reaktionären und widerlichen Einstellung einiger fußballaffiner Männer. Um hier keine Bleiwüste zu hinterlassen, hört euch einfach diese beiden Einwürfe an, geht schneller, spart Zeit und Nerven.

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Beide Mannschaften gehen unverändert in die zweite Hälfte …

und der VfL macht da weiter, wo er angefangen hat. Ein toller Angriff bringt fast die Führung, als am Ende einer Ballstafette Wriedt aus wenigen Metern an Kolke scheitert. Da hätte er mehr draus machen können. 

Der VfL tritt hier extrem selbstbewusst auf und will offenbar den ersten Saisonsieg landen, Hansa ist aber mit seinen Kontern und vor allem über Perera stets gefährlich. Dass in der Abwehr noch die ein oder andere Abstimmung nicht gut funktioniert, wird an einem Missverständnis zwischen Gyamfi und Grill deutlich, das zum Glück ohne Folgen blieb. 


Nach 60 Minuten …

… hoffe ich, dass der wieder einmal wirkungslose Otschi Wriedt endlich gegen John Verhoek ausgetauscht wird. Stattdessen gibt es erst einmal einen Elfmeter für Rostock, weil der Ball Gyamfis Arm gestreift hat. Die Chance für Grill, sich beim Osnabrücker Anhang beliebt zu machen, ist also da, und das gelingt ihm auch für ein, zwei Sekunden, denn er lenkt den von Pröger geschossenen Ball mit einer Glanzparade an den rechten Innenpfosten, der von dort aus zurück ins Feld springt und vom Elmeterschützen im Nachschuss verwandelt wird.

Und das ist dann in der 68. Minute die unverdiente 2:1-Führung der Gastgeber. Und gleich darauf kommt für den verletzten Kunze zum ersten Mal in dieser Saison Jannes Wulff ins Spiel und der nicht nur von mir emsig geforderte John Verhoek ersetzt aber nicht den bislang wirkungslosen Wriedt, sondern Conteh. Schweinsteiger wird wissen, warum.

Das Spiel ist nun durchsät von Fouls, Freistößen und Verletzungspausen, der Fluss ist dahin, wenngleich der VfL nach wie vor das bessere Team ist.  

In der 81. Minute kommt Makridis für Tesche ins Spiel. In der 84. Minute erzielt Verhoek ein Abseitstor .

Und in den Schlussminuten spielt nur noch der VfL, kommt zu einigen Chancen, vor allem durch Verhoek und Engelhardt, aber die Luft ist irgendwann raus. Hansa hat es nur noch auf Ergebnisrettung abgesehen und dem VfL fällt trotz aller Bemühungen nicht mehr viel ein. 


Fazit

Über weite Strecken bestimmte der VfL die Partie. Nach dem unverhofften 1:0 wurde Rostock zwar stärker, doch der VfL fand rasch in die Partie zurück. Das 1:1 durch den zum ersten Mal in der Startfelf stehenden Gnaase war dann der verdiente Halbzeitstand. Durch einen mehr als unglücklichen Handelfmeter (Grill parierte prächtig, der Nachschuss war dann unhaltbar) erzielten die Rostocker die Führung und es blieb beim unverdienten 2:1 für Hansa. Der VfL brachte sich wieder einmal trotz einer guten Leistung selbst um den wohlverdienten Lohn. 

Für den VfL geht es weiter am kommenden Sonntag, den 03. September, um 13:30 Uhr an der Brücke gegen Mitaufsteiger SV Elversberg, danach erst am Sonntag, den 17.09., um 13.30 bei Hannover 96. 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer*innen: 25.500, davon 500 aus Osnabrück

Tore:
1:0 Perea (27.)
1:1 Gnaase (45.+3)
2:1 Pröger (68.)

Gelbe Karten:
Perea (54.)
Roßbah (57.)
van der Werff (75.)

Gelb-Rote Karten:
(.)

Rote Karten:
(.)

FC Hansa Rostock:
Kolke – van der Werff, Roßbach, Rossipal – Neidhart, Dressel, Bachmann, Schumacher (90.+4 Hinterseer)- Ingelsson (90.+4 Ruschke) – Pröger (79. Fröling), Perea (90. Güler)
Trainer: Alois Schwartz

VfL Osnabrück:
Grill – Gnaase (89. Ajdini), Gyamfi, Wiemann, Kleinhansl (89. Bähr) – Kunze (69. Wulff), Thalhammer, Tesche (81. Makridis) – Conteh (69. Verhoek), Engelhardt, Wriedt
Trainer: Tobias Schweinsteiger

Schiedsrichter: Patrick Schwegers (Limburgl)



Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 17. Oktober 1992 in 21 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 8-8-5 für den VfL. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt heute der VfL als Fünzehnter des 3. Spieltag gegen den Dritten aus Rostock. Tatsächlich trifft der Sechzehnte (VfL) auf den Fünften der 2. Liga.



Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 2. Liga

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