Ergebnisse in Testspielen sind egal und Geisterspiele liegen dem VfL nicht! In den 120 Minuten des letzten Testspiels beim KSV Holstein Kiel verliert der VfL mit 3:5, kann aber jede Menge Erkenntnisse gegen einen spielstarken Gegner mitnehmen. Offensiv gefällig und mit Problemen in der Rückwärtsbewegung …

Im letzten Testspiel vor dem Pflichtspielstart setzt Trainer Tobias Schweinsteiger zu Beginn auf eine Formation, die der Startelf am kommenden Samstag (14.01.2023) gegen Viktoria Köln wohl sehr Nahe kommen wird. Gegen den Tabellenachten der 2. Bundesliga KSV Holstein Kiel starten Kühn (TW), Kleinhansl, Gyamfi, Beermann, Traore, Tesche, Köhler, Kunze, Simakala, Niemann und Engelhardt.

Während die Aufstellung der Feldspieler darauf hindeuten dürfte, welche Formation die Viktoria aus Köln besiegen soll, bleibt die Frage auf der Torwartposition spannend. Ein Hinweis ist aber auch hier gegeben, dass Kühn offensichtlich einen Vorteil im Duell zweier starker Torhüter hat.

Nach dem fulminanten 2:2 gegen den Bundesligisten Schalke 04 vor 12.527 Zuschauern an der Bremer Brücke stellt sich eigentlich nur die Frage nach der Höhe des Sieges und ob im Zweifelsfall die fehlenden Zuschauermassen beim Rückfall in die Geisterspielzeit diesen Sieg verhindert haben.

Wir werden es hinterher sehen. Aber nun geht es erst einmal los:

Angesetzt ist das Spiel in Überlänge mit insgesamt 4 x 30 Minuten. Da eine längere Nachspielzeit in einem Testspiel nicht zu erwarten ist, werden also 120 Minuten gespielt werden, was dem WM-Zuschauer als solchem derzeit normal vorkommen dürfte. Interessant auch, dass mit Luca Jürgensen der Schiedsrichter pfeift, der den VfL bereits bei oben erwähntem Testspiel gegen Schalke pfiff.

Gleich zu Spielbeginn zeigt sich, dass der VfL auf starkes Pressing setzen möchte, da alle drei Offensivspieler im Sprint die Abwehrspieler und den Torhüter attackieren. Engelhardt wird auch tatsächlich vom Torwart nach 30 Sekunden angeschossen, aber der Ball geht über das Tor.

Gleich im Anschluss zeigt sich aber das alte Problem. Flanke von Links aus dem Halbfeld und Wriedt kommt unbedrängt zum Kopfball, setzt diesen aber neben das Tor. Direkt danach in der 3. Minute schon das 1:0 für Kiel. Skrzypski flankt und Arp kann den Ball unbedrängt an Kühn vorbei ins Tor spielen.

Nach zwei Kopfballversuchen von Engelhardt in der 6. Minute das 2. Tor von Kiel. Wriedt legt zurück auf Skrzybski, der ungehindert verwandeln kann.

In den folgenden Minuten kommt Kiel zu weiteren Torchancen und müsste schon 4:0 führen. In der 19. Minute dann aber das 1:2. Nach starker Freistoßflanke von Simakala  auf den zweiten Pfosten steht Traore frei und kann einnicken.

Der VfL hat langsam ins Spiel gefunden, auch wenn vor allem Traore auf der rechten Seite arge Probleme hat. Der VfL versucht es aber weiterhin spielerisch.

Und dann fällt in der 29. Minute das 3:1 für Kiel durch Lewis Holtby, nachdem erst ein Schuss von Arp geblockt werden, dann aber Holtby aus ca. 16 Metern unbedrängt ins Tor schießen konnte.

Das 1. Viertel endet damit 3:1 für Kiel, bei dem die Schwächen in der Abwehr des VfL wieder einmal auffällig waren. Vorne mit guten Ansätzen, hinten aber überfordert. Mal schauen, wie es weitergeht.

Das 2. Viertel beginnt ohne Wechsel, dafür aber gleich mit einer Riesenchance für Arp, die Kühn durch mutiges Herauslaufen entschärfen kann. Insgesamt verläuft das zweite Drittel ruhiger. Beim VfL läuft es nach vorne, wenn überhaupt, über Simakala und den umtriebigen Engelhardt. Hinten bleiben die Probleme dort vor allem auf der rechten Seite sichtbar.Ingesamt steht die Mannschaft aber stabiler.

In der 58. Minute fasst sich Simakala ein Herz dribbelt im Zentrum zwei Kieler aus und trifft mit einem platzierten Schuss aus ca. 20 Metern zum 2:3, was auch den Halbzeitstand darstellt.

In dass 3. Viertel geht es mit dem Drittligaball, nachdem bisher der Zweitligaball gespielt wurde. Außerdem nimmt unser Trainer einen Wechsel auf der Torhüterposition vor und bringt Adamczyk. Zusätzlich kommen Chato und Wulff für Beermann und Kunze.

Kiel wechselt häufiger und gleich nach einer Minute trifft der eingewechselte Bartels recht unbedrängt per Kopf zum 4:2.

In der 75. Minute dann eine unübersichtlicher Situation nach einer Kieler Ecke. Adamczyk kommt nicht raus, die Kieler reklamieren, dass der Ball über der Linie war, Adamczyk hält den Nachschuss fest, wirft schnell zu Simakala, Weiterleitung auf Engelhardt, der den herausstürmenden Torwart tunnelt und zum 4:3 abschließt.

In der 81. Minute kommen Higl, Rorig, Heider, Putaro, Wiethaup und Haas für Simakala, Engelhardt, Kleinhansl, Tesche, Traore und Niemann. Nur Köhler und Gyamfi sind somit aus der Startelf weiter dabei. Im Spiel passiert derzeit wenig und so geht das 3. Viertel mit 4:3 für Kiel zu Ende.

Das letzte Viertel kommen Satkus für Gyamfi und Itter für Köhler. Der VfL hat somit komplett durchgewechselt.

Nach 101 Minuten spielt sich Kiel mit Reese zu einfach in den 16-Meter-Raum, der querlegt und Bartels ohne Bedrängnis zum 5:3 einschieben kann.

Nach einigen schönen Angriffen auf beiden Seiten setzt sich Haas beherzt im Strafraum durch, spielt auf Higl, der freistehend aus zehn Metern über das Tor schießt. (116. Minute)

Ohne weitere Höhepunkte geht das Spiel zu Ende.

Fazit: Der VfL versuchte es gegen einen guten Zweitligisten mit einem spielerischem Ansatz, zeigte aber die gewohnten defensiven Schwächen, die gerade in der Anfangsphase Kiel einfach zu viele Chancen ermöglichten und sogar zwei Tore in den ersten sechs Minuten. Das gilt es dringend abzustellen, da Kiel nach zehn Minuten schon 4:0 hätte führen können. Auch wenn Testspiele nicht immer Rückschlüsse zulassen, so konnten sicherlich Erkenntnisse gewonnen werden. Auffällig vor allem, dass Adamczyk in der Strafraumbeherrschung Probleme hatte und zu oft auf der Linie blieb. Hier hat Kühn eine bessere Figur gemacht.