Samstag, 21. Mai 2022

Der VfL gewinnt gegen den TSV Havelse 1:0 und bewahrt sich eine Chance auf Platz vier

Nach einer durchwachsenen Partie mit wenigen Höhepunkten holt der VfL gegen sich tapfer wehrende Havelser einen nicht unverdienten Arbeitssieg, wenngleich die Gastgeber sogar die besseren Torchancen hatten. Immerhin bleibt der VfL im Rennen um Platz vier.
Am kommenden Samstag geht es im lezten Saisonspiel an der Bremer Brücke gegen den souveränen Aufsteiger 1. FC Magdeburg.

 

Vor dem Spiel …

Besser als es Ralph Gehrke in seinem gestrigen OR-Bericht zusammengefasst hat, kann man die kommenden Aufgaben des VfL kaum beschreiben. 

„Es wird sicherlich kein einfaches Spiel“, stellte der VfL-Trainer auf der PK am Donnerstag lapidar fest. Schließlich stehe der Absteiger unter keinem Druck und der ein oder andere Spieler wolle sich für neue Aufgaben empfehlen.

Neben dem gelbgespeerten Sebastian Klaas und Florian Kleinhansl fehlen auch die Verletzten Timo Beermann, Ulrich Taffertshofer, Sören Bertram und womöglich auch Aaron Opoku, der Knieprobleme hat. Also gibt es ein paar freie Stellen zu besetzen. „Es werden viele Spieler auf dem Platz stehen, für die es eine Chance sein wird“, versprach Scherning. Und Verteidiger Haas pflichtete ihm bei: „Man arbeitet jeden Tag dafür, dass man eine solche Chance bekommt.“

Das letzte Punktspiel im Niedersachsenstadion bestritt der VfL übrigens am 20.10.2019 gegen Hannover 96 und es endete vor 38.000 Zuschauer*innen – davon 6.000 aus Osnabrück – nach großartigem Kampf 0:0. Und so endete auch das extrem schwache Heimspiel gegen den TSV Havelse. Dass der TSV ins Niedersachsenstadion umziehen muss, ist nur einem der vielen ungelösten DFB-Rätsel zu verdanken.

Foto: Violet Crew

Vor dieser Saison lag das letzte Punktspiel gegen den TSV Havelse mittlerweile 30 Jahre zurück und dürfte älteren Fans noch gut in Erinnerung geblieben sein, da der VfL am 16.06.1991 5:1 in Havelse gewann und sich so den Klassenerhalt in der 2. Liga sichern konnte. 

Heute werden sich wohl keine 2.000 Zuschauer*innen im weiten Rund verlieren, wobei die Mehrheit aus Osnabrück stammen wird.

Kommen wir also zur heutigen Aufstellung: Mit Beermann, Taffertshofer, Klaas, Kleinshansl und Opoku fehlen fünf Stammspieler. Gegenüber der Partie gegen Freiburg II gibt es etliche Veränderungen und ich gehe von einem 4:4:2 aus: Kühn – Traoré, Gugganig, Trapp, Haas – Wähling, Köhler, Kunze, Itter – Heider, Higl.

Alles andere als ein Sieg gegen den abgeschlagenen TSV aus Havelse wäre nicht nur für die anwesenden VfL-Fans schwer zu verkraten.

 

Beginn

Schiedsrichter Patrick Hanslbauer aus Altenberg pfeift bei leicht bewölktem Himmel und Temperaturen um die 20 Grad an. Anstoß haben die in lila-schwarz gestreiften Trikots angetretenen Osnabrücker.

Die VfL-Fans sind großartig und lärmen lautstark gegen die Bahnhofshallenatmopshäre des ansonsten verwaisten Stadions an. Von der ersten Minute an entwickelt sich ein recht munteres, aber auch harmloses Auf und Ab, wobei die Havelser früh zeigen, dass sie hier kein Sparringspartner sein wollen, und immer wieder vor das Osnabrücker Tor kommen.

Der VfL kommt in der 15. Minute zu ersten Torchancen: Wähling scheitert aus spitzem Winkel an Torwart Quindt und Gugganig köpft den anschließenden Eckball von Haas auf die Latte.

 

Nach einer Viertelstunde …

… hat dann aber der TSV die bislang größte Chance im Spiel und der VfL kann sich gleich zweimal bei Kühn bedanken, nicht in Rückstand geraten zu sein. Lakenmacher  verlängert per Kopf auf den quirligen Froese, der alleine auf den VfL-Torwart zustürmt. Kühn reagiert glänzend und kann auch den Nachschuss klären. Das hätte die Führung sein müssen.

Der VfL scheint sich allmählich darauf zu besinnen, wer hier der Favorit ist, denn er kommt immer besser ins Spiel. Und dann fast die Führung für den VfL: Heider per Kopf auf Higl, der den Ball aus der Drehung gegen die Latte zeffert. Und kurz darauf Trapp aus spitzem Winkel. Dann scheitert Heider gleich zweimal aus 16 Metern. Das 1:0 liegt nun in der Luft, 5:1 Ecken und 60% Ballbesitz sprechen eine klare Sprache.

Der VfL ist zwar optisch leicht überlegen, die Havelser kommen aber immer wieder zu Nadelstichen und spielen sehr viel besser, als ihr Tabellenstand vermuten lässt.

In der 38. Minute passt Traoré von rechts auf den Elfmeterpunkt auf den freistehenden Heider, der den Ball aber nicht richtig trifft, sodass Quindt keine Mühe hat. In der 42. Minute scheitert Higl aus wenigen Metern. Die nächste klare Chance vergeben.

Die Havelser, die in den letzten Minuten im Angriff gar nicht stattgefunden haben, verpassen kurz vor der Halbzeit zwei große Gelegenheiten: Froese spielt von links auf den rechts freistehenden Lakenmacher, doch dessen Schuss aufs kurze Eck kann von Kühn entschärft werden. Gleich darauf scheitert Gubinelli aus vier, fünf Metern am herausragend reagierenden Osnabrücker Torwart.

 

Halbzeitfazit

Die erstaunlich starken Havelser dürfen sich zwar freuen, bislang nicht in Rückstand geraten zu sein, haben aber ihrerseits durchaus Chancen zur Führung gehabt. Der VfL spielt hier nicht wirklich schlecht, muss aber hinten konzentrierter verteidigen, um nicht noch eine böse Überraschung zu erleben.
Dass in der Pause die Rechtsrocker Böhse Onkelz gespielt werden, habe ich auch noch nirgendwo anders erlebt und mein Mitleid mit dem Absteiger löst sich im Nu in Wohlgefallen auf. 

 

Beide Mannschaften gehen unverändert in die zweite Hälfte … 

… und der VfL lässt es gemächlich angehen und gerät dabei fast in Rückstand. Immer wieder kommen die Havelser insbesondere durch Lakenmacher zu gefährlichen Abschlüssen. Seinen Schuss in der 49. Minute aufs lange Eck kann Kühn zur Ecke klären. Die folgende Ecke landet am zweiten Pfosten, wo Meyer den Ball aus kurzer Entfernung über das Tor zeffert. 

Der VfL ist wieder spielbestimmend, doch Chancen im zweiten Durchgang haben bislang nur die Havelser. So auch in der 58. Minute, als sich der VfL wieder einmal bei Kühn bedenken kann, nicht in Rückstand geraten zu sein, als er den heranstürmenden Froese vor dem Strafraum abgrätschen kann.

 

Nach 60 Minuten …

… kommt Oduah für Itter ins Spiel und fügt sich gleich mit einem scharfen Rechtsschuss von der Strafraumkante gut ein. Die fällige Ecke wird von Köhler per Kopf verlängert, der Ball landet irgendwann bei Traorè, der die Kugel ans Außennetz semmelt. Dann kommt noch Simakala für Traoré ins Spiel. Der VfL muss hier gewinnen, bedenkt man, dass 60 in Magdeburg zurückliegt und Mannheim in Wiesbaden nur ein Uentschiedens hält, umso mehr.  

Aber die Havelser kreieren weit gefährlichere Chancen als die Osnabrücker, die bislang nur rein optisch überlegen sind. Und nun kommen auch noch Bapoh und Wooten für Wähling und Higl ins Spiel.

Und dann das 1:0 für den VfL, eingeleitet durch einen unspektakulären Eckball. Haas flankt hoch in den Strafraum, Gugganig steigt nach oben und köpft ins Tor. So einfach kann es gehen.

Noch einfacher hat es dann nur noch der TSV: Plume steht allein vor Kühn und zeffert die Kugel aus acht Metern über das Tor. Kurz darauf scheitert Tasky an Kühn, dem besten Osnabrücker. Und 1860 München liegt mittlerweile in Magdeburg 0:2 zurück. Und bei Wehen gegen Mannheim steht es immer noch 1:1.

Schlusspfiff.

 

Fazit:

Nach einer durchwachsenen Partie mit wenigen Höhepunkten holt der VfL gegen sich tapfer wehrende Havelser einen nicht unverdienten Arbeitssieg, wenngleich die Gastgeber sogar die besseren Torchancen hatten. Immerhin bleibt der VfL im Rennen um Platz vier.
Am kommenden Samstag geht es im letzten Saisonspiel an der Bremer Brücke gegen den souveränen Aufsteiger 1. FC Magdeburg.

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 1.769 – davon 1.200 aus Osnabrück

Tore:
0:1 Gugganig (81.)

Gelbe Karten:
(37.) Heider  
(39.) Meyer
(90+3.)  Köhler 

TSV Havelse:
Quindt – Damer, Riedel, Fölster, Arkenberg, Teichgräber – Gubinelli, Daedlow, Meyer (59. Jaeschke) – Froese, Lakenmacher (78. Langfeld)
Trainer: Rüdiger Ziehl

VfL Osnabrück:
Kühn – Traoré (66. Simakala), Gugganig, Trapp, Haas – Wähling (75. Bapoh), Köhler, Kunze – Itter (59. Oduah), Heider, Higl (75. Wooten)
Trainer: Daniel Scherning

Schiedsrichter:  Patrick Hanslbauer (Altenberg)

Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs in sage und schreibe drei Punktspielen aufeinander, wobei die Bilanz 2-1-0 für den VfL lautet. Hier geht es zur kompletten Möchtegern-Statistik von weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellenvierte VfL (3,18) gegen den Fünftletzten aus Havelse (3,55). Tatsächlich spielt der VfL als Tabellensechster des 34. Spieltags der 3. Liga gegen den Tabellenvorletzten.

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga:

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