Donnerstag, Dezember 2, 2021
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Der VfL holt in einem absoluten Spitzenspiel bei Waldhof Mannheim ein mehr als verdientes 3:3

Der VfL holt in einem großartigen und jederzeit packenden Drittligaspiel bei Waldhof Mannheim ein Unentschieden, hätte aber auch einen Sieg verdient gehabt, zumal ihm ein klarer Elfmeter verwehrt wurde.

Vor dem Spiel …

… auf der Pressekonferenz vorgestern in aller Frühe waren Trainer Daniel Scherning und Lukas Gugganig noch guten Mutes, in Mannheim Punkte zu holen, da war allerdings noch nicht von den aktuellen Coronafällen die Rede. An den Spekulationen darüber nehmen wir eventuell zu einem späteren Zeitpunkt teil.  

Beim VfL stehen gegenüber der Partie gegen 1860 München für die coronainfizierten Marc Heider und Ulrich Taffertshofer, der ohnehin gelbgesperrt gewesen wäre, Andrew Wooten und Lukas Kunze in der Startelf. Bei Mannheim wurde gegenüber der 2:1-Niederlage bei Freiburg II gleich auf vier Postionen gewechselt. 

Beginn

Schiedsrichter ist der allmählich in die Jahre gekommene Richard Hempel (24) aus dem nördlich von Dresden gelegenen Großnaundorf. Er pfeift bei bedecktem Himmel und um die 6 Grad Außentemperatur an.

Anstoß haben die in blau-schwarz gestreiften Trikots angetretenen Mannheimer. Gleich in der 3. Minute zwei große Chancen für Waldhof. Nach einem Abwehrfehler von Klaas kann Kühn eine halbhohe Hereingabe von Boyamba mit der Faust klären. Der zweite Ball landet bei Schnatterer, der sofort abzieht, Kühn hält.

Wenig später passt Schnatterer auf Martinovic, der frei aufs Tor zuläuft, kann aber vom aufmerksam reagierenden Kühn kurz vorm Strafraum gebremst werden.

Gleich im Gegenzug fast das 1:0 für den VfL: Opoku nimmt Höger den Ball ab, macht noch ein paar Schritte in Richtung Strafraum und zieht dann aus gut 20 Metern ab. Der Ball knallt unten gegen den linken Pfosten.

Nach einer Viertelstunde …

… ist das Spiel noch völlig offen, beide Mannschaften zeigen sich extrem angriffslustig und kommen immer wieder zu Schussgelegenheiten. Die größte Möglichkeit hatte zwar bislang der VfL, aber der hervorragende Kühn musste so manche Großchance der Gastgeber zunichtemachen.

Die Angriffe beider Teams sind nach wie vor brandgefährlich, dennoch hat sich die Hektik der Anfangsminuten ein wenig gelegt. Der VfL weiß nun auch spielerisch zu gefallen und erarbeitet sich sogar ein leichtes Übergewicht.

Foto: revierfoto – Jubel nach dem 1:0 durch Kunze

Und dann fällt in der 29. Minute das 1:0 für den VfL. Ein toller Angriff über rechts: Traoré erobert den Ball, spielt auf Simakala, der den Ball mit der Hacke auf Traoré weiterspielt, der seinerseits den Ball flach vor den Mannheimer Strafraum passt. Dort zieht Kunze einfach direkt ab und der Ball landet unhaltbar im Mannheimer Kasten.

Die Freude währt nicht lange. Wenige Minuten später das 1:1. Boyamba schickt Martinovic mit einem abseitsverdächtigen Pass quer über das ganze Feld auf die Reise. Der Angreifer rennt nun von halblinks allein auf Kühn los und versenkt den Ball unhaltbar im langen Eck. Ein Ausgleichstreffer aus dem Nichts, der zudem wohl aus dem Abseits erzielt wurde. Ärgerlich.

Noch ärgerlicher ist dann die 2:1 Führung der Mannheimer. Costly setzt Boyamba ein, dessen harten Schuss Kühn nur nach vorn abprallen lassen kann. Der Ball landet wieder bei Boyamba, Kühn stürmt aus dem Tor und stößt den Angreifer von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelt Martinovic eiskalt.

Halbzeitfazit:

Eine von beiden Seiten mit viel Einsatz geführtes Spiel auf Augenhöhe, das in den Anfangsminuten von den Gästen, dann aber nach wenigen Minuten vom VfL bestimmt wurde. Die Führung der Mannheimer ist alles andere als verdient.

Zur Information:
In unserem aktuellen 19. VfL-Heimatabend-Podcast sprechen wir zunächst rückblickend über das vergangene Punktspiel gegen 1860 München, um uns dann kurz der JHV und der heutigen Partie zu widmen.
Und wer es immer noch nicht gelesen hat: Der emotionale Artikel unseres Autors für Fanangelegenheiten und Alltagswahnsinn, Ali Boelzen, wurde mittlerweile von über 20.000 Leuten gelesen oder zumindest angeklickt. Und mit dem neuen VfL-Präsidenten Holger Elixmann plauderten im 17. VfL-Heimatabend-Podcast Heiko Schulze & Kalla Wefel in der Giftküche der Osnabrücker Rundschau.

Unsere Spielberichte werden ohne Netz und doppelten Boden immer live verfasst und unmittelbar nach Abpfiff veröffentlicht. Ihr lest also stets etwas Ähnliches wie einen im Präsens gehaltenen Liveticker, bei dem zugunsten der Aktualität Tipp- oder Formatfehler erst im Nachhinein korrigiert werden.

Beide Teams gehen unverändert in die zweite Hälfte … 

… und der VfL ist sofort am Drücker. Opoku hat die Scheu vor Torabschlüssen offenbar überwunden und versucht sogar einen Fallrückzieher aus 16 Metern.

Schludrigkeiten in der Osnabrücker Abwehr und Fehlpässe im Mittelfeld führen aber auch immer wieder zu Mannheimer Kontern. In der 52. Minute stürmt Schnatterer von der rechten Seite in den Strafraum und spielt auf Costly, der zehn Meter vor dem Tor den Ball annimmt. Sein Drehschuss geht nur knapp über die Latte. 

In der 56. Minute wird Simakala auf dem Weg zum Tor von Schnatterer im Strafraum von den Beinen geholt, aber der Schiri pfeift diesen klaren Elfmeter nicht. Nach dem Abseitstor nun die zweite Fehlentscheidung. Das grenzt an Wettbewerbsverzerrung, wenn nicht an Betrug. 

Nach 60 Minuten …

… ist das Spiel ein einziges Auf und Ab und dann fällt tatsächlich das mehr als verdiente 2:2. Opoku bringt in der 65. Minute eine Ecke von links vor das Mannheimer Tor und Kopfballungeheuer Simakala erzielt den Ausgleich – eine exakte Kopie des Führungstreffers vor zwei Wochen gegen 1860.

Foto: revierfoto – Der 2:2-Ausgleich durch Simakala

Der VfL versucht nun, das Spiel an sich zu reißen, fast ein Kopie der ersten Halbzeit. Und leider ist es dann auch so, was die Kopie angeht: Jurcher wird im Strafraum von Kühn unsanft von den Beinen geholt, den fälligen Elfer verwandelt Martinovic in der 76. Minute in gewohnt souveräner Manier. Es steht 3:2 für die Waldhöfer.

Wie wird der VfL nun reagieren? Die Mannheimer sind nicht das bessere Team und der Ausgleich sollte während der Schlussviertelstunde durchaus machbar sein. Und dann passiert es: Eine weite Flanke aus dem rechten Halbfeld von Opoku landet bei Beermann, der mit dem Kopf auf Higl ablegt. Von hinten stürmt Seegert heran und statt ins Toraus, ballert er die Kugel ins eigene Netz. In der 82. Minute steht es 3:3.

Die restlichen Minuten versuchen beide Teams noch alles, um den Siegtreffer zu erzielen, aber es bleibt beim Unentschieden.  

Fazit:

Der VfL holt bei Waldhof Mannheim ein Unentschieden, hätte aber nicht nur wegen der beiden krassen Fehlentscheidungen einen Sieg verdient gehabt. Es kommen nun zwei Heimspiele gegen Freiburg II und Havelse. Der VfL sollte sich dann in der Spitzengruppe endgültig festsetzen können.

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 8.413 davon 600 aus Osnabrück

Tore:
0:1 Kunze (29.)
1:1 Martinovic (36.)
2:1 Martinovic (44.)
2:2 Simakala (65.)
3:2 Martinovic (77.)
3:3 Seegert (82.)

Gelbe Karten:

(27.) Kleinhansl 
(30.) Klaas 
(45.) Shapourzadeh 
(56.) Kunze  
(75.) Opoku
(76.) Kühn
(77.) Martinovic
(78.) Höger

SV Waldhof Mannheim
Königsmann – Sommer, Seegert, Verlaat, Donkor – Höger, Saghiri (66. Wagner) – Costly (72. Jurcher), Boyamba, Schnatterer (85. Gohlke) – Martinovic
Trainer: Patrick Glöckner 

VfL Osnabrück
Kühn – Traoré, Gugganig, Beermann, Kleinhansl – Klaas (72. Bapoh), Köhler, Kunze (85. Trapp) – Simakala, Wooten (72. Higl), Opoku (90.+1 Bertram)
Trainer: Daniel Scherning

Schiedsrichter: Richard Hempel (Großnaundorf)

Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 10. Dezember 1939 (Pokal Achtelfinale) in 13 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 3:1:9. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellenführer VfL (3,15) gegen den Tabellensiebten aus Mannheim (3,29). Tatsächlich spielt der VfL als Tabellenzweiter der 3. Liga gegen den Siebten aus Mannheim.

 

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga:

Stadt und Landkreis Osnabrück informieren:

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