Freitag, 19. April 2024

Der VfL verliert sang- und klanglos 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf – das erhoffte Feuerwerk fand außerhalb des Stadions statt

Der VfL verlor nach recht ordentlichem Beginn am Ende verdient mit 4:0 gegen die klar überlegene Fortuna aus Düsseldorf. Da parallel die Eintracht aus Braunschweig in Paderborn gewonnen hat, nähert sich die Hoffnung auf das Erreichen des Relegationsplatzes einer Illusion.

Für den VfL geht es nach der Länderspielpause am 31.03. zum SV Wehen Wiesbaden, danach kommt am 07.04. die SpVgg Greuther Fürth an die Brücke. 

Zur Information: Hier gibt es stets unsere aktuellen VfL-Podcasts und Kallas Einwürfe rund um die Uhr zu hören. Ansonsten wird der aktuelle VfL-Podcast jeden Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr auf OS-Radio 104,8 übertragen und „Kallas Einwurf“ jeden Montag und Freitag mehrmals am Tag.

 

Vor dem Spiel

Zur Abrundung unserer Podcasts hier die Statements der beiden Trainer vor der heutigen Partie, wie immer übernommen von bundesliga.com.

Uwe Koschinat: „Fortuna befindet sich in einer gefestigten Lage, mit herausragenden Einzelkönnern, die gerade wie Tzolis und Tanaka, die derzeit viel entscheiden und unheimlich schwer zu packen sind. Insofern wird es der Schlüssel sein, wie sehr wir ihnen die Torgefahr nehmen, selber im Pressing agieren und, dass wir achtsam in der Vorwärtsbewegung sind.“

Daniel Thioune: „Meine Mannschaft ist auch in der Lage, viel Intensität auf den Platz zu bringen. Was intensive Läufe und Sprintfähigkeiten betrifft, gibt es im Ballbesitz in dieser Liga keine bessere Mannschaft als uns. Wir schrubben nach St. Pauli die meisten Kilometer. Und wenn man auswärts beim Tabellenletzten gewinnen will, der mit dem Rücken zur Wand steht, müssen wir all das abrufen. Für uns geht es nur in eine Richtung – und die ist vorwärts.“

Und hier die Startelf des VfL:
Kühn – Androutsos, Gyamfi, Diakhite, Kleinhansl – Cuisance, Gnaase, Kunze – Conteh, Engelhardt, Makridis

Zum Glück sind die Leistungsträger Gyamfi und Cuisance wieder dabei, ansonsten vielleicht etwas überraschend, dass Makridis erneut in der Startelf steht.

Die Brücke ist wie immer ausverkauft und die beiden Fanblocks machen gut Stimmung.

Foto: Marc NiemeyerFoto: Marc Niemeyer


Beginn

Schiedsrichter Patrick Alt aus Illingen pfeift bei bedecktem Himmel und Temperaturen um die 12 Grad an. Anstoß hat der in Lila-Weiß angetretene VfL, der zunächst in Richtung Ostkurve spielt.

Das Spiel scheint ruhig zu beginnen, doch schon steht Klaus nach Linksflanke von Tzolis sträflich frei und köpft den Ball aus acht Metern über die Latte.

In der 12. Minute wird Tzolis an Strafraum freigespielt und versucht im Zweikampf mit Androutsos einen Elfmeter herauszuschinden. Schiri Alt fällt nicht darauf herein, vergisst aber gleich zweimal, Mustapha Gelb zu zeigen, erst rammt er Gyamfi den Ellbogen gegen den Hals, dann schlägt er wenige Minuten später Androutsos ins Gesicht.


Nach einer Viertelstunde …

… hat dann genau dieser Mustapha in der 16. Minute die bislang größte Chance im Spiel und stürmt nach Zuspiel von Tsolis in den Strafraum, aber Kühn kann mit einer Riesenaktion klären und der Ball prallt dann von Mustapha ab ins Toraus.   

Durchatmen.  

In der 20. Minute dann der erste wirklich torgefährliche VfL-Angriff: Gyamfi zieht den Ball von rechts in die Mitte, dort steht Cuisance, dessen Drehschuss aber im letzten Augenblick geblockt wird. 

Gerade will ich schreiben, dass den Düsseldorfern nach vorne hin nicht viel einfällt und der VfL sogar mehr Spielanteile hat, da fällt fast die Düsseldorfer Führung, als Johanneson im Osnabrücker Strafraum nach einem langen Ball nach innen gibt, wo wieder einmal Mustapha frei vor Kühn steht, der die Situtation mit einem Reflex bereinigen kann.

Die Düsseldorfer kommen immer wieder viel zu leicht in den Osnabrücker Strafraum und die VfL-Abwehr wirkt erschreckend unkonzentriert.

Und schon wird die Schlamperei in der Abwehr bestraft: Kühn kann einen Schuss von Tanaka noch klären, der zweite Ball landet über Mustapha wieder beim Japaner, dessen Flanke auf den langen Pfosten Tsolis völlig frei in den kurzen Winkel zum 1:0 verwandeln kann. 

Was für ein blöder Dämpfer, aber die Fahrigkeit in der Abwehr ließ so etwas seit geraumer Zeit befürchten. 

Der VfL spielt danach ziemlich unbeeindruckt seinen Stiefel weiter und kommt immer wieder bis zum Düsseldorfer Strafraum, aber dort verlassen ihn die Ideen.  


Halbzeitfazit

Der VfL macht seine Sache eigentlich ganz gut, ist im Angriff aber viel zu harmlos und liegt wegen einer alles anderen als souveränen Abwehrleistung 0:1 zurück.

 

Tipp: Die Halbzeitgedanken sind eine Melange aus Hintergrundinformationen und Kommentaren, die von Spiel zu Spiel mit dem jeweiligen Gegner aktualisiert werden. Wem das Lesen der Halbzeitgedanken zu mühselig ist: Ganz einfach weiter nach unten scrollen, dort geht es dann mit dem aktuellen Spielbericht weiter.

Halbzeitgedanken: Die fallen heute größtenteils wegen der anhaltenden Arbeitsüberlastung des Autors aus, das erfreulich demokratische Verhalten des Düsseldorfer Wahlvolks hat dennoch eine Grafik verdient …

Abwegige Halbzeitgedanken:

 

Foto: Marc NiemeyerFoto: Marc Niemeyer

Der VfL wechselt zu zweiten Hälfte …

… und für Lukas Kunze kommt Robert Tesche ins Spiel.

… zudem gibt es eine großartige Choreographie auf der Ost aus Wunderkerzen und glitzernden Fahnen im Zusammenspiel mit einem parallel hinter der Ostkurve gestarteten Feuerwerk. Ein optischer Leckerbissen sondergleichen. Dazu ein Riesenbanner im pathetisch angehauchten Ultradeutsch: „Du erleuchtest in voller Pracht im Sternenhimmel dieser Stadt.“

Zum Spiel: die ersten Minuten übernimmt die Fortuna die Regie und der VfL findet fast gar nicht mehr statt.   

Und so fällt in der 60. Minute die verdiente 2:0-Führung für Düsseldorf. Der kurz zuvor eingewechselte Uchino wird von Tsolis angespielt, der macht ein paar Schritte zum linken Strafraumeck, zieht einfach ab und trifft ins kurze Eck. Kühn sah da nicht sehr souverän aus.


Nach 60 Minuten …

… scheint die Luft aus der Partie heraus zu sein. Düsseldorf bestimmt das Spielgeschehen fast nach Belieben und der VfL fällt nur durch totale Ideenlosigkeit auf. Sorry, aber derart blutleer spielt nur ein Absteiger und auch das Publikum ist angesichts dieser desaströsen Darbietung mehr oder weniger verstummt, zumindest vorerst.  

Es gibt diverse Wechsel auf beiden Seiten – siehe „Zahlen, Daten, Fakten!“ – und dann fällt das 3:0 für die Fortuna. Nach einer langen Unterbrechung wegen Abseitsprüfung wird Mustaphas Schuss aus 72. Minute als Tor gewertet.

Die Niederlage ist damit endgültig besiegelt und da die Braunschweiger Eintracht parallel in Paderborn erneut in Führung geht, nimmt damit auch das Abstiegsgespenst immer festere Konturen an.

Die Ostkurve singt todesmutig wie auf der Titanic „Nur für diesen Verein …“ Würde der Fußball an den Fans gemessen, wäre der VfL längst in der ersten Liga.

In der 82. Minute noch eine gute Chance für den VfL, aber Tesche setzt den Ball über den rechten Torwinkel.   

Und wieder vergewissert sich das Publikum seiner Herkunft, erhebt sich und bekennt sich zum Verein und zur Stadt: „Wir sind die Osnabrücker, wir sind immer da!“ Wenn schon untergehen, dann gemeinsam. Tolle Aktion.

Und dann schießt Zimmermann aufs Osnabrücker Tor, Ao Tanaka fälscht ab und es steht 4:0.

Und dann ist endlich Schluss.


Fazit

Der VfL verlor nach recht ordentlichem Beginn am Ende verdient mit 4:0 gegen die klar überlegene Fortuna aus Düsseldorf. Da parallel die Eintracht aus Braunschweig in Paderborn gewonnen hat, nähert sich die Hoffnung auf das Erreichen des Relegationsplatzes einer Illusion.

Für den VfL geht es nach der Länderspielpause am 31.03. zum SV Wehen Wiesbaden, danach kommt am 07.04. die SpVgg Greuther Fürth an die Brücke. 


Zahlen, Daten & Fakten

 

Zuschauer*innen: 15.741, davon gut 1.400 aus Düsseldorf

Tore:
0:1 Tzolis (35.)
0:2 Uchino (60.)
0:3 Mustapha (72.)
0:4 Ao Tanaka (89..)

Gelbe Karten:
(38.) Johannesson   
(58.) Androutsos  
(89.) Ao Tanaka   

Gelb-Rote Karten:
(.)

Rote Karten:
(.)

VfL Osnabrück:
Kühn – Androutsos, Gyamfi, Diakhite (64. Wiemann), Kleinhansl – Cuisance, Gnaase, Kunze (46. Tesche) – Conteh (64. Lobinger), E. Engelhardt, Makridis (64. Wulff)
Trainer: Uwe Koschinat

Fortuna Düsseldorf:
Kastenmeier – Zimmermann, Oberdorf, Siebert, Gavory – Tanak, Y. Engelhardt, Johannesson – Klaus, Mustapha, Tzolis
Trainer: Daniel Thioune

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)




Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 10. Oktober 1987 in 19 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 6-3-10. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.

Tabellarisches:
In der Kicker-Formtabelle steht der VfL mit einem Notendurchschnitt von 3,67 auf Platz 15 und die Fortuna (3,15) auf Platz 2. Tatsächlich spielt der VfL als Schlusslicht der 2. Liga gegen den Tabellenvierten des 25. Spieltags.


Die Tabelle der 2. Liga

 

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