Mittwoch, 29. Mai 2024

Die vollständige Laudatio zur gestrigen Verleihung der ersten Löwenpudel-Trophäe an den VfL-Spieler Sven Köhler

Liebe Löwenpudel,
liebe VfL-Fans,
lieber Sven Köhler,

Sehr schnell ist ein Jahr vergangen – von der Idee des Löwenpudels und einem ersten Treffen des Kuratoriums im Sommer 2021 über die Modellierung der Trophäe sowie deren Präsentation im November des vergangenen Jahres bis hin zum großen Tag, auf den wir alle hingefiebert haben: der Premierenvergabe des Löwenpudelpreises!

VfL Löwenpudel

Lieber Sven Köhler,
Dass deine Aufmerksamkeit nicht nur dem runden Leder gilt, sondern dein Blick auch über den Tellerrand des Fußballgeschäfts hinausgeht, hast du uns bereits gezeigt, als du mit großem Interesse der Präsentation der Trophäe und der Vorstellung des Konzeptes des Löwenpudelpreises als Vertreter der Mannschaft im November 2021 beigewohnt hast. Dies aber war  – wie du dir denken kannst – nicht der Grund, warum aus den zahlreichen bei uns eingegangen Vorschlägen nun du am Ende als erster Preisträger des Löwenpudels feststehst.

Vielleicht sollten wir noch einmal einen Schritt zurückgehen und auch das Engagement einiger anderer Menschen rund um den VfL beleuchten, die im Laufe der Saison in das Blickfeld der Jury gerückt sind oder gerückt wurden – eben durch die Vorschläge der VfL-Fans.
Denn dieser Preis ist ein Publikumspreis und um zu verdeutlichen,
warum gerade du ein ehrwürdiger Preisträger des Premieren – Löwenpudels bist, wollen wir hier auch diejenigen Akteure benennen, die es in die engere Auswahl der Jury geschafft haben:

Wir hätten es uns leicht machen und den ersten Löwenpudel an dich und die gesamte VfL-Mannschaft als Ganzes verleihen können. Du und deine Mitspieler, von denen einige noch nie Drittligaluft geschnuppert hatten, stellten nämlich schnell unter Beweis, dass sie
in dieser Liga eine gute Rolle würden spielen können. Auch wenn es in dieser Saison noch nicht zu dem ganz großen Wurf gereicht hat.
Beeindruckt hat uns aber u.a. eure Geschlossenheit als Reaktion auf den unsäglichen Vorfall im ersten Spiel in Duisburg. Ihr habt als Team gemeinsam mit dem Team hinter dem Team Zivilcourage gezeigt und euch schützend vor euren Mitspieler Aaron Opoku gestellt. Schon dieser Moment zeigte uns, dass in Osnabrück nicht nur ein Löwenpudel, sondern ein ganzes Rudel an Löwenpudeln unterwegs ist.

Wo wir schon bei Duisburg sind, böte sich sicher auch Dr. Michael Welling an, der den VfL und dessen Wertvorstellungen in der Öffentlichkeit in beeindruckender Weise repräsentierte und darüber hinaus neben vielen anderen Akteuren ein Gesicht des Neuanfangs bei unserem Verein ist – oder aber auch Benjamin Kraus von der NOZ, der den Vorfall in Meiderich abseits der lila-weißen Brille sachlich und ruhig aufarbeitete und durch sein Nachhaken bei der Staatsanwaltschaft Duisburg den betroffenen Spielern den Rücken freihielt. Darüber hinaus rückten auch andere Kandidaten in das Blickfeld des Kuratoriums und der Fangemeinde:

Zu nennen wäre da sicherlich Alexander Dercho, der seit vielen Jahren mit zahlreichen caritativen Aktionen in den Schlagzeilen präsent ist und in gewisser Weise auch eine Inspiration für uns als Kuratorium zu diesem Preis war.

Auch Rollo Meyer wäre zu nennen, aber in seinem Fall käme schon eher die noch zu  schaffende Preiskategorie des „Löwenpudels für dasLebenswerk“ in Frage. Ebenfalls wäre es möglich gewesen, Teile der Fanszene mit einem Fanpreis auszuzeichnen: Als  Beispiele seien hier die Weihnachtsspendenaktion der Violet Crew, das Seebrückenprojekt
„Bridge to your heart“ oder zuletzt das herausragende Engagement von Einzelpersonen der Fanszene im Rahmen des Ukraine-Kriegs genannt. Jedoch hätte es ein „Geschmäckle“, sofort im ersten Jahr dieses Publikumspreises die Trophäe „sich selber“ und damit dem Publikum zu verleihen.

Auch das ehrenamtliche Engagement von Jürgen Mehl, Torwarttrainer im NLZ, beeindruckte uns und ließ Jürgen ebenfalls in das Blickfeld bei der Auswahl nach einem Preisträger rücken. Darüber hinaus steht er ebenso stellvertretend für viele noch unbekannte Löwenpudel abseits des Rampenlichts.

Auf jeden Fall lässt sich festhalten: Alle hier erwähnten Personen und Gruppen sind Löwenpudel und zeigen mit ihrem Engagement, dass Fußball mehr ist als nur die 90 Minuten auf dem Platz.

Warum aber fiel am Ende unsere Wahl auf dich, lieber Sven?

Als Neuzugang im Jahr 2019 warst du ein Versprechen für die Zukunft. Über Umwege und eine kurzfristige Leihe kehrtest du vor dieser Saison an die Bremer Brücke zurück. Gleich zu Beginn der Spielzeit 2021/22 gelang dir ein sensationeller Treffer zum 2:0 über Werder Bremen im DFB-Pokal, der dir die Nominierung zum Tor des Monats einbrachte. Fast 26% aller Zuschauer der Sportschau fanden dies auch mehr als gerecht und hätte nicht Gerrit Holtmann vom VfL Bochum ein überragendes Solo gegen Mainz 05 gestartet, womit er sich auch den Titel „Tor des Jahres“ sicherte, könntest du den Löwenpudel nun neben einer goldenen Münze der Sportschau in deiner Vitrine ausstellen. Aber selbst dieser Treffer allein hätte uns nie und nimmer gereicht, dich mit dem Löwenpudel auszuzeichnen.

Auch deine bemerkenswerte Gesamtentwicklung in dieser Saison war nicht der Anlass für deine Kür zum „Löwenpudel der Saison 2021/22“.

Nein, lieber Sven Köhler, eine weitere Sache hat viele VfL-Fans und am Ende auch uns als Jury beeindruckt und dazu geführt, dass wir eben dich als ersten Preisträger auszeichnen:
Am Anfang stand eigentlich nur ein kleiner Film. Ein Clip, 2 Minuten und 7 Sekunden lang. Auf den ersten Blick kam uns vor allem ein Gedanke in den Sinn: Da vermarktet sich ein Profi selbst in einer kleinen Personality-Show.

Doch dein Kurzfilm mit dem Titel „Learn to recharge yourself“ ist bei genauerem Hinsehen weit mehr als das: Der Streifen überbringt eine Botschaft, die als Mutmacher für andere junge Fußballspieler verstanden werden kann, die durch eine Verletzung schon ihren Traum von einer Profikarrieraugenscheinlich aufgegeben haben. Du berichtest über deine Jugendzeit, deine ersten Erfolge in den Nachwuchsleistungszentren in Bochum und Dortmund einschließlich des Anklopfens im Profikader des FC Schalke 04. Darüber, wie du in einem Team mit gestandenen Profis wie Leon Goretzka, Julian Draxler oder Kevin Prince Boateng von einer Profikarriere geträumt hast, bis eine Verletzung dich zurückwarf und deinen großen Traum augenscheinlich zerplatzen ließ. Doch du hast dich zurückgekämpft und gelernt, dich neu aufzuladen.

Aufgeben war keine Option für dich. In der 5. Liga begann dein Comeback beim SV Lippstadt 08, bevor du am 02. August 2019 dein Profidebüt für den VfL gegeben hast. Du zeigst dich in diesem Film sowohl als reflektierter Lizenzspieler wie auch als gereifte Persönlichkeit, nicht nur im Hinblick auf das Geschäft Profifußball, sondern ebenso in Bezug auf deine eigene Rolle in diesem Business.

Ein weiterer Punkt: Dein Projekt fand zahlreiche Sponsoren und so kamen Einnahmen von 22.500 Euro zustande, die du in diesem Winter an das Kinderhospiz Osnabrück und das Christliche Kinderhospital Osnabrück gespendet hast. Darüber hinaus beeindruckte uns ein Satz deinerseits am Ende des Films, der auch auf die Verleihung des Löwenpudels angewendet werden kann: „Ich hoffe, dass ich durch dieses Projekt auch andere Menschen zur Wohltätigkeit motivieren kann“ – Sven Köhler

Dem schließen wir uns vollumfänglich an und hoffen, dass diese Aussage eine Motivation für viele weitere neue Löwenpudel sein möge!

Herzlichen Glückwunsch, Sven Köhler!

Das Löwenpudel-Kuratorium im Mai 2022

 

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