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Donnerstag, 3. April 2025
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Zahmer VfL verliert im Wildpark 2:1 gegen den Karlsruher SC

Der VfL verliert nach einer ordentlichen ersten Halbzeit und einem schwachen zweiten Durchgang gegen den Karlsruher SC mit 2:1. Da auch der KSC alles andere als überzeugend auftrat, wäre für den VfL mehr drin gewesen. Zu allem Überfluss gewann Eintracht Braunschweig beim Spitzenreiter Holstein Kiel.

Wie geht es weiter? Am Samstag, den 27.01.,  kommt der SC Paderborn an die Brücke, danach geht es nach Nürnberg.

Zur Information: Unsere Spielberichte werden wie ein Liveticker direkt am Laptop verfasst und gleich nach Schlusspfiff ins Internet gesetzt. Die Rubrik „Zahlen, Daten, Fakten“ wird, falls notwendig, erst nach dem Spiel vervollständigt, dasselbe gilt für Korrekturen von Tippfehlern.
Hier gibt es stets unsere aktuellen VfL-Podcasts und Kallas Einwürfe rund um die Uhr zu hören. Ansonsten wird der aktuelle VfL-Podcast jeden Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr auf OS-Radio 104,8 übertragen und „Kallas Einwurf“ jeden Montag und Freitag mehrmals am Tag.

 

Vor dem Spiel

Zur Abrundung unserer oben verlinkten Podcasts zum aktuellen wie zu vergangenen Spielen hier wie immer die Statements der Trainer vor der heutigen Partie, übernommen von bundesliga.com.

Uwe Koschinat:
„Wir haben einen großen Rückstand aufzuholen. Das müssen wir nicht beschönigen. Das Fundament ist gut, wir müssen es in Punkte ummünzen.“

Christrian Eichner:
„Der Druck ist da! Für uns gilt es, stark aufzutreten, damit Punkte logisch werden. Osnabrück hat vor Weihnachten noch Ausrufezeichen gesetzt. Außerdem haben sie sukzessive ihre Geschwindigkeit in der Offensive aufs Feld bekommen.“

Der „Neue“, Androutsos, steht für den gelb-gesperrten Ajdini in der Startelf, alle anderen Positionen sind wie erwartet besetzt. Wie sich die Koschinatoren zum Rückrundenauftakt schlagen, werden wir in knapp zwei Stunden wissen.

Hier die Startelf:
Kühn – Kleinhansl, Diakhite, Gyamfi, Androutsos – Tesche, Gnaase, Cuisance – Niemann, Engelhardt, Conteh


Beginn

Schiedsrichter Sören Storks aus Ramsdorf pfeift bei klarem Himmel und Temperaturen um die null Grad an. Anstoß haben die in Blau-Weiß angetretenen Karlsruher.

Von der ersten Minute an beherrscht der KSC das Spiel, greift früh an und lässt dem VfL kaum Luft zum Atmen. Und so fällt schon in der 4. Minute das 1:0. Nach einer Ecke zieht Burnic aus 16 Metern ab, Tesche schießt beim Klärungsversuch Kleinhansl an, von dem der Ball Kobald vor die Füße springt, der nur noch aus fünf Metern einnetzen muss. Was für ein beschissener Start!

Der KSC bleibt am Drücker, will die Verunsicherung beim VfL nutzen und kommt in der 9. Minute nach mehreren kleineren Chancen fast zum 2:0. Wanitzek hebelt die Osnabrücker Abwehr mit einem Pass auf Zivzivadze aus, der aus spitzem Winkel abzieht und knapp am kurzen Pfosten ins Toraus schießt.

Als das zweite Tor der Karlsruher in der Luft liegt, geht nach einem Conteh-Schuss, den Drewes klären kann, plötzlich ein Ruck durch die lila-weiße Mannschaft, die nun sogar den KSC zunehmend unter Druck setzen kann.


Nach einer Viertelstunde …

… kommt der VfL immer besser ins Spiel und ein Schuss des wuseligen Dave Gnaase streift nur knapp am linken Pfosten vorbei. Danach verfehlt Kleinhansl das Tor zwar etwas deutlicher, doch nimmt der VfL nun mehr als nur gleichberechtigt am Spiel teil.

Aber er muss hinten aufpassen, denn die Abwehr wirkt bislang nicht sehr sattelfest. Und dann wird der VfL für seine starke Phase belohnt: Gnaase vertändelt sich vor dem Strafraum, aber Kleinhansl kann den Ball von Matanovic zurückerobern, das Leder landet gut zwanzig Meter vor dem Tor erneut bei Gnaase, der in der 24. Minute mit einem Traumschuss in den rechten Winkel das 1:1 erzielt.

Nach einer halben Stunde ist der VfL das aktivere und phasenweise auch bessere Team und das Unentschieden ist längst mehr als gerecht.

Insbesondere Conteh beeindruckt bei den VfL-Vorstößen zwar durch seine Schnellligkeit, an der Genauigkeit seiner Pässe muss er aber noch arbeiten. Ein geforderter Elfmeter nach einem Foul an Gnaase wird zurecht nicht gegeben, aber der VfL scheint nun im Spiel angekommen zu sein.

Zum Ende der ersten Halbzeit ist davon allerdings nicht mehr viel zu spüren, denn es gibt noch zwei Großchancen durch Wanitzek, die die enorme Unsicherheit in der Osnabrücker Abwehr offenbaren.


Halbzeitfazit

Der VfL startete schwach, kam überhaupt nicht ins Spiel und der KSC ging früh in Führung. Nach einer Viertelstunde hielt der VfL endlich dagegen, kam seinerseits zu guten Chancen und erzielte durch ein Traumtor von Gnaase den verdienten Ausgleich.

Unter den 25.000 Demonstrierenden auch viele VfL-FansUnter den 25.000 Demonstrierenden auch viele VfL-Fans

Tipp: Die Halbzeitgedanken sind eine Melange aus Hintergrundinformationen und Kommentaren, die von Spiel zu Spiel mit dem jeweiligen Gegner aktualisiert werden. Wem das Lesen der Halbzeitgedanken zu mühselig ist: Einfach weiter nach unten scrollen, dort geht es dann mit dem aktuellen Spielbericht weiter.

 

Halbzeitgedanken:
Dass der Karslruher SC tatsächlich “Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix e. V.” heißt, war mir bis zum Erstellen dieser Zeilen auch noch nicht bewusst. Dieses Namensungetüm ist der Fusion des Karlsruher FC Phönix und des VfB Mühlburg im Jahre 1952 geschuldet. Heute hat der KSC 14.500 Mitglieder. Alles Weitere findet man auf Wikipedia. Das  berühmte Wildparkstadion befand sich seit 2018 im permanenten Umbau und ist nun ein reines Fußballstadion mit 34.302 Plätzen.

Nicht ganz abwegige Halbzeitgedanken:
Karlsruhe hat 315.000 Einwohner, ist also fast doppelt so groß wie Osnabrück. 92,9 Prozent wählten bei der Gemeinderatswahl 2019 demokratische Parteien, wobei die Grünen mit 30.1 % die mit Abstand meisten Stimmen bekamen, gefolgt von der CDU mit 18,7 und der SPD mit 14,3 %.
Seit dem 1. März 2013 ist Frank Mentrup von der SPD Oberbürgermeister der Stadt.

Nostalgische Halbzeitgedanken 1:
Ältere VfL-Fans verbinden mit Karlsruhe auch die glorreiche Zeit der 68er-Mannschaft und die folgenden Aufstiegsrunden zur Bundesliga, während derer beide Clubs immer wieder aufeinander trafen. Im Verhältnis zur tatsächlichen Größe der Stadt gerieten die proletarischen Massen 1968 nirgendwo anders mehr in Wallung als in Osnabrück.
Im Arbeiterviertel Schinkel bewegten sich alle zwei Wochen bis zu 32.000 Menschen mit wehenden Fahnen und von der Bahn entwendeten Signalhörnern zu ihrer Kultstätte Bremer Brücke, um ihren Helden zu huldigen und, angelehnt an das „Ho! Ho! Ho Chi Minh!“ aus den Studentenstädten, „Ka! Ka! Kaniber!“ zu skandieren.
Der VfL Osnabrück legte nämlich wie aus dem Nichts die bis heute beste und aufregendste Saison aller Zeiten hin und Marx, Engels, Lenin und Ho Chi Minh hießen bei uns Mumme, Baumann, Schröder und Kaniber. Tatsächlich fand nicht nur ein optischer Fri­surenwechsel auf dem grünen Rasen statt, die Spieler genossen mit einem Mal mehr Freiheiten auf dem Platz, weil sie sich diese einfach nahmen. Der gesellschaftliche Umbruch machte also auch vor der Bremer Brücke und vor verknöcherten Vereinsstrukturen nicht Halt. Das Leben schien zumindest im Freizeitbereich peu à peu verspielter und entspann­ter zu werden.

Nostalgische Halbzeitgedanken 2:
Unvergessen auch die Livereportage per Telefon aus dem Karlsruher Wildparkstadion am 4. Juni 1969. Ob Hartwin Kiel, Günter Grotemeier oder schon Jürgen Bitter die Übertragung gemacht hat, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass sich um die 5.000 VfL-Fans auf dem Hof der Osnabrücker-Aktien-Bier-Brauerei versammelt hatten, um der Reportage und dem Klang aus den krächzenden Lautsprechern beizuwohnen. Als Carsten Baumann den VfL in Führung brachte, brach grenzenloser Jubel aus, der minutenlang anhielt, so dass einige den Ausgleich des KSC gar nicht mitbekommen hatten.
VfL Osnabrück: Unglückliche 1:2-Niederlage gegen den Karlsruher SCMit dem 1:1 war der VfL nach drei Spielen mit 4:2 Punkten sensationell gut in diese Aufstiegsrunde gestartet und scheiterte am Ende nur gegen Rot-Weiß Essen. Die links abgebildeten Gläser waren damals nicht nur die Renner in allen Osnabrücker Kneipen und Restaurants, sondern auch in vielen Haushalten. Von den damals 15.000 produzierten Gläsern dürften auch heute noch viele als heilige Reliquie in Osnabrücker Haushalten überlebt haben.

 

Beide Mannschaften gehen unverändert in die zweite Hälfte …

…  und fast fällt für den VfL der zweite Treffer: Eine scharf getretene Freistoßflanke von Cuisance landet bei Engelhardt, der nicht lange fackelt und abzieht, aber Drewes kann mit einem tollen Reflex klären.

Der VfL ist wieder gut ins Spiel gestartet, muss aber hinten mehr aufpassen, die Abwehr  gerät viel zu schnell ins Schwimmen, zumal sich der KSC garantiert nicht mit einem Unentschieden abfinden wird. Nachdem sich die Abwehr mal wieder viel zu leicht ausspielen lässt, zieht Matanovic aus sieben, acht Metern ab, aber Kühn kann den Ball mit einer Glanzparade über die Latte lenken. Uff …

Und dann erzielt der KSC in der 55. Minute das 2:1. Matanovic lässt zwei, drei VfLer im Strafraum stehen, zieht den Ball im Fallen von der Grundlinie aus zurück auf Wanitzek, der nur noch aus wenigen Metern einnetzen muss.


Nach 60 Minuten …

… steht der VfL unter Druck und ein 3:1 scheint wahrscheinlicher als ein 2:2, viel zu leicht lässt sich die Abwehr ausspielen und die eigenen Konter werden zu ungenau vorgetragen. Koschinat reagiert und schickt Kehl für Tesche und Makridis für Androutsos aufs Feld, kurz darauf kommt auch noch Lobinger für Conteh. Das sieht schon jetzt nach alles oder nichts aus.

Das Spiel ist in dieser Phase nun auf beiden Seiten zerfahren, der VfL will und kann nicht, der KSC kann und will nicht und wartet lieber in aller Ruhe auf eine Chance zum Konter.

Eine Viertelstunde vor Schluss setzt Cuisance einen Schuss rechts neben das Tor, nach dem Motto: „Wir waren stets bemüht.“ Der VfL spielt sogar recht gefällig im Mittelfeld aber im letzten Drittel ist Schluss.

Trotz sieben Minuten Nachspielzeit brachten beide Mannschaften bis zum Schlusspfiff nicht mehr viel zustande.


Fazit

Der VfL verliert nach einer ordentlichen ersten Halbzeit und einem schwachen zweiten Durchgang gegen den Karlsruher SC mit 2:1. Da auch der KSC alles andere als überzeugend auftrat, wäre für den VfL mehr drin gewesen. Zu allem Überfluss gewann Eintracht Braunschweig beim Spitzenreiter Holstein Kiel.

Wie geht es weiter? Am Samstag, den 27.01.,  kommt der SC Paderborn an die Brücke, danach geht es nach Nürnberg.


Zahlen, Daten & Fakten

 

Zuschauer*innen: 21.077 davon etwa 400 aus Osnabrück

Tore:
1:0 Kobald (04.)
1:1 Gnaase (24.)
2:1 Wanitzek (55)

Gelbe Karten:
(39.) Nebel
(77.) Gnaase
(90.+8) Cuisance

Gelb-Rote Karten: (.)

Rote Karten: (.)

Karslruher SC:
Drewes – Heise (86. Herold), Kobald, Franke, Jung – Nebel (86. Ersungur), Gondorf, Wanitzek, Burnic – Matanovic (90. Bormuth), Zivzivadze (76. Schleusener)
Trainer: Christian Eichner

VfL Osnabrück:
Kühn – Kleinhansl, Diakhite (85. Thalhammer), Gyamfi, Androutsos (65. Makridis) – Tesche (65. Kehl), Gnaase, Cuisance – Niemann (85. Rorig), Engelhardt, Conteh (72. Lobinger)
Trainer: Uwe Koschinat

Schiedsrichter: Sören Storks (Ramsdorf)


Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 4. Juni 1969 in 28 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 9-9-10. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.

Tabellarisches:
In der Kicker-Formtabelle steht der VfL mit einem Notendurchschnitt von 3,74 auf dem drittletzten Platz und der KSC (3,39) auf dem achten Platz. Tatsächlich spielt der VfL als Tabellenletzter der 2. Liga gegen den Zwölften des 17. Spieltags.


Die Tabelle der 2. Liga

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