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Montag, 31. März 2025
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„Unterricht ist aller Übel Anfang!“

Stimmt der Leitspruch der Alemannenschule in Wutöschingen?

Schüler lernen aus Freude! Lehrkräfte agieren ohne Druck! Passiert so etwas wirklich in Deutschland? Realität ist so etwas tatsächlich am fernen Bodensee. Als OR-Redakteur durfte ich bei einer Info-Veranstaltung in Melle dabei sein und aus berufenem Munde erfahren, was der Initiator des Experiments, Schulleiter Stefan Ruppaner, einem staunenden Publikum aus eigener Anschauung berichtete.

Mitten im Ort gibt es in der Gemeinde Wutöschingen die Aluminiumwerke und die Schule. Um beide herum leben 7000 Einwohnerinnen und Einwohner. Viele schuften im Werk. Stefan Ruppaner, Schulleiter dieses „Schulwunders“, hat alles initiiert. Anfang Februar 2025 nimmt er seine Zuhörerschaft in Melle mit auf dieses „Schulwunder“.

2004 wird Ruppaner Schulleiter einer Hauptschule im Niedergang. Leidenschaftlich ringt das Kollegium über das Leitbild der Schule. Man will sich ehrlich machen über die eigene Haltung zu Schülerinnen und Schülern. Nach intensiven 18 Monaten erfolgt der Konsens: Als Lehrkräfte begegnen Lehrkräfte tatsächlich jeder Schülerin und jedem Schüler auf Augenhöhe. Das Leitbild der Alemannenschule lautet seitdem: „Unterricht ist aller Übel Anfang!“

Die Folge: Radikaler Wandel des Lernens! Unterrichtß Abgeschafft. Langeweile im Unterricht? Nie wieder. Klassen? Aufgelöst. Hausaufgabenstress? Unbekannt. Schülerschaft? Lernbegierig. Eltern? Erleichtert. Lehrkräfte? Gesund.

Stefan Ruppaner nennt die Schlagworte der grundlegenden Veränderung des Lernens: die Haltung der Lehrkräfte, die „Schmetterlingspädagogik“, das „selbstorganisierte Lernen“ und das „Lernen durch Erfahrung“.

Das Tablet wird ab sofort Grundmedium für alle Lerninhalte und für die verpflichtenden Kompetenzraster. Die Kommunikation zwischen Schülerschaft, Kollegium und Eltern findet mit dem Tablet statt. Das gelingt sehr gut. Elterngespräche werden ergänzend angeboten.

Die Gemeinde Wutöschingen unterstützt die neue Lernkultur mit neuen „Lernhäusern“, in denen unterschiedliche Jahrgänge in großer Ruhe lernen. Die „Hausschuhkultur“ trägt entscheidend dazu bei.

2024 verlässt Stefan Ruppaner eine Gemeinschaftsschule mit über 900 Schülerinnen und Schülern. Sogar mit einer Oberstufe! Auf den ersten Abiturjahrgang 2023 ist Stefan Ruppaner sehr stolz. Er hat besser abgeschnitten als der Durchschnitt in Baden-Württemberg.

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