Toni Theilmeier nutzte ersten Schneetag des Winters
Zu den besonders bemerkenswerten Zielen, die sich in Osnabrücks Umland gut erreichen lassen, zählt die Schelenburg. Eindrucksvoll hat OR-Redaktionsmitglied Toni Theilmeier fotografisch eingefangen, welches historische und kulturgeschichtlich wertvolle Kleinod sich in unserer Nähe befindet. Die schneebedeckte Anlage bot am letzten Samstag einen besonderen optischen Reiz. „Vor allem die weißen Flächen konstrastieren mit der Architektur der Weserrenaissance“ berichtete der Fotograf.
Die Anlage zählt zweifellos zu den eindrucksvollsten Bauten des Adels im Osnabrücker Land gehören. Bei der Burg in Bissendorf-Schledehausen handelt es sich um einen Renaissancebau und dessen wehrhaften Wohnturm. Dieser Turm stammt aus dem 12. Jahrhundert und weist auf eine fränkisch-normannische Bauart hin. Im Untergeschoss pflegte man einst Gefangene unterzubringen – auch und gern solche, die der adeligen Obrigkeit ein Dorn im Auge waren. Durch ein Loch in der Decke wurden die armen Teufel hinab gestoßen und zumeist lange unter furchtbaren Bedingungen festgehalten. Heute ist das erste und zweite Stockwerk des Wohnturmes bequem durch das Treppenhaus des Haupthauses betretbar.
Der Bau der Burganlage wurde vermutlich von Baldewin von Sledesen in Auftrag gegeben, der 1162 Bürgermeister von Osnabrück und Stadtrichter wird. Einer der Nachkommen, Sweder v. Sledesen geriet in eine erbitterte Fehde mit dem Rahdener Rabodo von Schele, die damit endete, dass dieser 1396 Sweders Tochter und Erbin Elisabeth zur Frau bekam. Weil dessen Nachkommen noch heute Herren der Burg sind, erhielt sie seitdem den Namen Schelenburg.
Fast dreihundert Jahre später, anno 1490, brannte das Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Schelenburg ab. Nur der alte Turm blieb verschont. Baumeister Jörg Unkair aus Tübingen errichtete zwischen 1528 und 1532 auf den alten Grundmauern den imposanten Renaissancebau aus Bruchsteinen. Heutiger Besitzer des Anwesens ist Joachim Kellermann von Schele.













