38. Jazzfest Gronau
Vorschau auf das 38. Jazzfest Gronau vom 25. April bis 3. Mai 2026: Alphaville, Billy Cobham, Alma Naidu – und Blues aus Osnabrück
Jimmy Reiter ist als einer von Osnabrücks musikalischen Botschaftern international in Sachen Blues unterwegs. Zwei seiner Alben standen auf der Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik, desgleichen das Kölner Benefizalbum „Anfürsich es et zo leis“, zu dem er den Titel „Waiting For My Luck To Change“ beisteuerte. Das hiesige Publikum kennt ihn von den legendären Bluessessions, die seinerzeit im „Pink Piano“ an der Lotter Straße ihren Anfang nahmen. Hier war Reiter zunächst Gast, zählte aber bald selbst zu den Akteuren.
Den Auftritt der Jimmy Reiter Band bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen gibt es als einstündigen Mitschnitt in der ARD-Mediathek. Nur ein kleiner Vorgeschmack für das echte Live-Erlebnis. Nicht ganz so weit wie nach Burghausen reist die Jimmy Reiter Band am 2. Mai 2026, denn dann sind sie für die K+K Musiknacht des Jazzfestes Gronau gebucht und dort neben Botticelli Baby und Jazzalike an diesem Tag einer der Headliner.
Die K + K Musiknacht ist ein fester Bestandteil des siebentägigen Festivals, das in 2026 mit Unterbrechungen vom 25. April bis 3. Mai stattfindet. Anders als der Titel vermuten lässt, beginnt die K + K Musiknacht bereits am Nachmittag mit vielfältigen Angeboten für Kinder und Familien. Dann gibt es bis spät in die Nacht Livemusik unterschiedlicher Sparten in der Gronauer Bürgerhalle, auf dem zugehörigen Freigelände und in den umliegenden Lokalen. Der Eintritt ist durchgängig frei, denn die Veranstaltung wird gesponsert.
Der Samstag mit der K + K Musiknacht ist schon beinahe der letzte Tag des Jazzfests. Am folgenden Sonntag haben die Geschäfte geöffnet und es gibt noch „Jazz in the City“, außerdem eine Matinee um 11 Uhr mit dem niederländischen North Sea String Quartet in Georgs Galerie.
In der Woche zuvor stehen deutsche und internationale Stars auf der Bühne der Bürgerhalle. Der Reigen der regulären Konzerte beginnt am 28. April mit der vielfach preisgekrönten Sängerin Alma Naidu. Naidu verfügt über eine klassische Ausbildung und sammelte schon in ganz jungen Jahren Bühnenerfahrungen. Sie singt Musical, Pop, Jazz. Ihr erstes Album wurde von Wolfgang Haffner produziert, in Gronau wie in Osnabrück, genauer gesagt in der Gaste Garage, immer ein gern gesehener Gast. An der Einspielung beteiligt waren illustre Kollegen wie Simon Oslender, Nils Landgren und der Gitarrist Dominic Miller.
In Gronau wird Alma Naidu unter anderem vom Saxofonisten Jakob Manz begleitet. Mit seiner eigenen Formation war er 2023 in Gronau zu Gast. Man kennt ihn ferner aus den Bands von Max Mutzke und Sarah Connor, aus der WDR Big Band und anderen Projekten.
Einer der ganz großen Namen steht am Donnerstag, 30. April, auf dem Programm: Der Jazz- und Funk-Schlagzeuger Billy Cobham wird ein Set mit seinem Quintett und eines gemeinsam mit dem JugendJazzOrchester NRW absolvieren. Wer Cobham vor vier Jahren in der Gaste Garage erleben durfte, weiß, dass er auch im Alter nichts von seiner ‚Schlagfertigkeit‘ eingebüßt hat.
In 2026 öffnet sich das Jazzfest gleich zweimal der Popmusik. Die im benachbarten Münster gegründeten Synthiepop-Stars Alphaville werden am 29. April erwartet. Ihr Welthit „Forever Young“ aus dem Jahr 1984 wurde in der Neueinspielung mit David Guetta und Ava Max im letzten Jahr im In- und Ausland erneut zum Charterfolg. Im Laufe ihrer Karriere griffen Alphaville auch Einflüsse aus Jazz und Funk auf, siehe beziehungsweise höre beispielsweise „Summer Rain“, „Heaven or Hell“ und „Anyway“ vom Album „The Breathtaking Blue“ oder den von einem kräftigen Groove getriebenen Titel „Middle of the Riddle“. Als Produzent zeichnete der Elektronikpionier Klaus Schulze. Ganz verkehrt sind sie also auf einem Jazzfestival nicht. Das Vorprogramm bestreitet die Hamburger Soul- und Popsängerin Miu.
Beim Doppelkonzert von Gregor Hägele und Loi am Maifeiertag ist mit jungen Besucherinnen und Besuchern zu rechnen. Vielleicht deswegen wurde die Anfangszeit, normalerweise 20 Uhr, an diesem Tag auf 19 Uhr vorverlegt. Loi schrieb unter anderem die Titelmusik zum Kinoerfolg „Ostwind – Der große Orkan“.
Bleibt noch das niederländische Het Orgel Trio, kurz HOT. Berry van Berkum interpretiert auf der Orgel der Evangelischen Stadtkirche unter anderem Kompositionen von Duke Ellington und Charlie Parker, unterstützt vom Klarinettisten Steven Kampmann und dem Bassisten Dion Nijland. Achtung, dieses Konzert beginnt um 15 Uhr. Als Eintritt wird um eine Spende gebeten.
Eintrittskarten gibt es beim Touristinfo in Gronau, Telefon 02562-99006 und online bei Eventim. Wer frühzeitig ordert kann sparen: Bis zum 4. Januar 2026 gibt es einen 20-prozentigen Frühbucherrabatt.
Weitere Informationen: www.jazzfest.de.













