Sicherung ökologischer Landwirtschaft
Konsument:innen kaufen gemeinsam wertvollen Humusboden in einer Genossenschaft, sodass er für immer für nachhaltige Landwirtschaft vor Ort gesichert ist! „Das ist eine einmalige Chance, eine vielfältige und leckere Gemüseproduktion für Osnabrück zu sichern“ sind sich Dorothea Ludwig und Eva Güse als Kulturland Botschafterinnen von Hof Pente sicher.
Die beiden sind schon seit Jahren Mitglied bei dem Bramscher Hof Pente, der seit 2010 über 300 Menschen in Osnabrück, Bramsche und Umgebung rund ums Jahr mit Gemüse, Brot, Eiern und Fleisch versorgt. Das Gefühl, einfach das zu essen, was direkt vor den Stadttoren gerade wächst, tut gut… und: es ist einfach megalecker. „Vor fünf Jahren wusste ich gar nicht, wie wirklich frischer Feldsalat schmecken kann!“ schwärmt Eva Güse. „Wir überweisen jeden Monat einen gleichen Beitrag und bekommen dafür bestes Demeter Gemüse satt, ergänzt durch ein Brot je Mitglied und ab und zu Fleisch von den Tieren, die wichtige Elemente des Hofkreislaufs sind“. Jetzt haben die zwei Landwirtsfamilien, die mit viel Herzblut und einigen Praktikanten, Lehrlingen und Angestellten den Hof am Laufen halten, einen Aufruf zum Landkauf gestartet.
Denn nicht das gesamte Gemüseland gehört dem CSA Hof Pente. Einige der gepachteten Flächen des Hofes sollen nun verkauft werden. Für die 3,7 Hektar werden 560.000 Euro aufgerufen. Dorothea Ludwig erläutert: „Seit einigen Jahren sind die Preise für Ackerland durch die Decke gegangen. Das können sich viele Landwirte nicht leisten, und so geht es für die kleinteilige Bewirtschaftung, die wir in unserer malerischen Landschaft lieben, verloren. Wenn Äcker am freien Markt verkauft werden, gehört das Land danach oft großen Konzernen oder ausländischen Milliardären. Dass die hier vor Ort weiter für uns Radieschen, Tomaten und Mangold anbauen, ist unwahrscheinlich.“ Der junge Landwirt Timo Funke ergänzt: „Hohe Bodenpreise erschweren die Betriebsgründungen für Junglandwirte bis hin zur Unmöglichkeit, während auf der anderen Seite jeden Tag ZEHN landwirtschaftliche Betriebe schließen müssen.“
Deshalb hat sich der CSA Hof Pente für eine Zusammenarbeit mit der Kulturland eG entschlossen. Diese Genossenschaft entzieht mit einem Kooperationsmodell seit 2013 in ganz Deutschland Böden für immer der Spekulation und sichert zugleich die ökologische Bewirtschaftung, ganz unabhängig von den jeweiligen aktuellen Pächtern. „Was hier in Bramsche passiert, ist Teil einer größeren Bewegung. Bundesweit sichern wir mit über 3.800 Genossinnen und Genossen bereits mehr als 700 Hektar (umgerechnet 1.100 Fußballfelder). Hof Pente wird ein weiterer wichtiger Baustein“, erklärt Florian Schmitt, der als Botschafter der Kulturland eG extra aus Witzenhausen zum Kick-Off-Termin gekommen ist. Die dauerhafte Verpachtung und die ökologische Bewirtschaftung werden durch einen Vertrag zwischen dem Hof und der Kulturland eG abgesichert. Der Kaufpreis kommt durch das finanzielle Engagement möglichst vieler Engagierter zustande, die Genossenschaftsanteile zu je 500 € in beliebiger Anzahl übernehmen. Die Anteile werden nicht verzinst und sind nach fünf Jahren jährlich kündbar.
„Für mich ist jeder Genossenschaftsanteil wie ein kleines Versprechen an die nächste Generation: Dieses Land bleibt fruchtbar, wird gepflegt – und ernährt Menschen vor Ort“, so Schmitt weiter.
„Das ist eine richtig gute Tat, die die Welt besser macht, hier, vor Ort. Also genau das, was wir für die Zukunft brauchen, was gut ist für Artenvielfalt, für Wasserspeicherung durch humusreiche Böden, und natürlich für leckeres Gemüse in Osnabrück und Umgebung. Ein super Geschenk für Osnabrückerinnen, dachte ich“ erzählt Eva Güse: „weil ich schon alles habe, was ich brauche, habe ich mir zum Geburtstag einfach eine Spende für meinen ersten Genossenschaftsanteil gewünscht, und der ist auch zusammengekommen!“ Dorothea Ludwig ergänzt: „Wir laden alle Osnabrücker ein, einfach einen Genossenschaftsanteil oder eine Spende dafür zu erwerben oder zu verschenken! Das steht nicht rum, sondern hilft einem engagierten Hof, weiter hier vor Ort unsere wunderschöne Kulturlandschaft zu erhalten. Und statt Pralinen und Teddybären als Geschenk zu genießen, kann man dann immer freitags Zuckerschoten naschen und Kälber streicheln.“
„Wer heute einen Anteil zeichnet, tut etwas sehr Konkretes: Er oder sie verhindert, dass dieses Land an anonyme Investoren geht – und sorgt dafür, dass hier auch in 50 Jahren noch Tomaten für Osnabrück wachsen“, betont Florian Schmitt.
Der Zeitplan ist ambitioniert: 560.000 Euro müssen bis Ende März zusammen kommen. Die Botschafterinnen haben bis dahin noch einige Aktionen geplant: „Am 27. Februar ab 15 Uhr machen wir mit allen Neugierigen und Mitgliedern der Solidarischen Landwirtschaft ein Halbzeit-Fest mit verschiedenen Angeboten im Gewächshaus und im Stall. Da kann man zusehen, wie Lebendiges wächst, wunderschöne Karten drucken und alle, die spenden, dürfen ein Samenkorn im Blumentopf mitnehmen.“ erzählt Eva Güse und Dorothea Ludwig ergänzt: „Am 20. März ab 15 Uhr feiern wir dann die Unterzeichnung zum Kauf mit der ganzen Hofgemeinschaft und allen Kulturland Genossinnen und Genossen.“
Alle, die mithelfen möchten, Böden für die biologische Landwirtschaft zu sichern, können sich gerne beim Hof Pente, bei den beiden Botschafterinnen oder direkt bei Kulturland melden. Und hier gibt es noch Informationen über den Hof.
Der Hof Pente und die Kulturland eG suchen bis Ende März 2026 viele Menschen, die ihr Geld für fünf Jahre oder noch besser für immer verlässlich für eine gute Sache investieren möchten.













