Solidarität mit der Ukraine

Stimmungsvolle Kundgebung vor dem Theater

Am Samstag war es knapp vier Jahre her, dass die Ukraine von Russland überfallen wurde. Vor dem Theater organisierte die Ukrainische Gemeinde Osnabrück daher eine Kundgebung mit Reden und musikalischen Beiträgen. Iryna Glushchenko, die Organisatorin der Veranstaltung, stellte in ihrem einleitenden Redebeitrag fest, dass jede Hoffnung auf ein schnelles Kriegsende sich zerschlagen habe. Die Katastrophe von Bombardierungen, erbitterten Kämpfen an der Front, Besetzung großer Teile des Staatsgebiets, Kälte und Zerstörung dauere an.

Im Nieselregen, bei niedriger Temperatur und großteils im Dunklen hatten sich um die 150 Unterstützer der Ukraine zusammengefunden, um – teils in ukrainische Flaggen gehüllt – an den bevorstehenden traurigen Jahrestag zu erinnern. In den Reden von PolitikerInnen wie den Ratsmitgliedern Rita Feldkamp, Dr. Fritz Brickwedde und Volker Witte sowie von MdB Filiz Polat wurde große Sympathie für das ukrainische Volk und die andauernde Unterstützung für den bewaffneten Kampf der ukrainischen Streitkräfte ausgedrückt.

Teils weit in die Geschichte ausholend wiederholten die RednerInnen seit mindestens vier Jahren herausgestrichene Argumente und Fakten. Aber was soll man auch Neues sagen? Der blutige Krieg nimmt kein Ende, der Westen hilft in mancherlei Hinsicht nur zögerlich, Verhandlungen enden nach wie vor höchstens, oder auch immerhin, in Gefangenenaustauschen. Klarheit in der Schuldzuweisung, aber auch große Hilflosigkeit, besonders aber Trauer um die Opfer sprach aus den Reden. Der Kampf der Ukraine um Selbstbestimmung und Würde wurde mehrfach hervorgehoben, ein Kampf, den zahlreiche Familienmitglieder der Anwesenden als Armeeangehörige führen. Die Unmittelbarkeit der Betroffenheit Vieler war mit Händen zu greifen.

Musikalisch glänzten ein Sänger sowie ein Chor. Daniil Vasyliev präsentierte das Lied „Ne zvolikai“, „Zögere nicht“, in dem es heißt „Gib deine Träume nicht auf, wie man es will, dass du es tust“, und traf damit den Nerv der Veranstaltung. Der Chor „Zori“ interpretierte „Rewe ta stogne Dnipr shuroky“, ein Lied mit einem Text des ukrainischen Nationaldichters Taras Shevchenko, das beschreibt, wie der mächtige Strom Dnipr im Sturm tost. Von beiden Darbietungen waren Teile des Publikums zu Tränen gerührt.
Weitere Fotos gibt es in meinem Blog. 

spot_img
Februar 2026spot_img
Oktober 2023spot_img
Oktober 2025spot_img
März 2026spot_img
August 2024spot_img
Juni 2025spot_img
2015spot_img
November 2020spot_img
August 2024spot_img
erscheint Oktober 2026spot_img