Nach mäßigem Beginn übernahm der VfL im Stil einer Spitzenmannschaft Mitte der ersten Halbzeit entschieden das Kommando und ging durch Kopacz 1:0 in Führung, die durch Kehl in der 63. Minute zum nie gefährdeten Endstand von 2:0 ausgebaut wurde. Der VfL ist nun wegen des 0:0 zwischen Cottbus und Rostock alleiniger Tabellenführer.
Für den VfL geht es am kommenden Samstag, 14.03., um 14.00 an der Brücke gegen Waldhof Mannheim, danach geht es am 22.03. zu Hoffenheim II. Es folgt eine Länderspielpause. Alle weiteren Termine gibt es hier.
Vor dem Spiel
Über die aktuellen Geschehnisse rund um den VfL informieren wir regelmäßig und gleich mehrmals wöchentlich in unseren Berichten und stets aktuellen Podcasts. Auch unser neues Format „Vorspiel“ erfreut sich großes Beliebtheit.
Der VfL tritt heute mit dieser Startelf an:
Jonsson – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Wiethaup, Jacobsen, Christensen – Kopacz, Meißner, Kehl
Erwartet werden 8.000 Zuschauer:innen, davon um die 800 aus Osnabrück.
Beginn
Schiedsrichter Jonah Besong (28) aus Duisburg pfeift bei kaum bewölktem Himmel und Temperaturen um die 13 Grad an. Anstoß haben die Rot-Weiß angetretenen Regensburger, die zunächst in Richtung Gästekurve spielen.
Nach ruhigem Beginn kommen die Regensburger in der 6. Minute zu einer Riesenchance, als Hottmann über halblinks im Strafraum zum Schuss kommt, aber gleich zwei Mal am glänzend parierenden Jonsson scheitert.
In der 13. Minute ist der VfL an der Reihe, lässt den Ball gekonnt in den eigenen Reihen laufen, aber scheitert mit dem letzten Pass.
Die Angriffsbemühungen beider Mannschaften verlaufen sich danach spätestens am Strafraum des Gegners.
Nach einer Viertelstunde …
… ist das Spiel völlig offen, aber auch ohne wirkliche Höhepunkte und zieht sich dahin.
Dann hat Meißner die Riesenchance zurm 1:0, als er nach einem langen Pass von Kehl allein vor Gebhard auftaucht, aber sein Linksschuss ist zu unplatziert, sodass der Keeper klären kann.
Kurz darauf erzielt der VfL ein Tor, das wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben wird. Eine misslungene Freistoßvariante von Kehl bekommt Christensen doch noch in den Strafraum, wo Fabinski am zweiten Pfosten das Leder aus einem Meter über die Linie drückt. Das war wohl wirklich Abseits, da Wiemann den Ball noch mit dem Kopf auf Fabinski weitergeleitet hat.
Und dann fällt doch noch die Führung für den VfL: Ein Zuckerpass von Wiethaup, der von Meißner angespielt wurde, landet tief im rechten Halbfeld bei Kopacz, er lässt Karbstein stehen und zieht wuchtig ins lange Eck. Es steht 1:0 für den Tabellenführer. Die lila-weiße Fankurve jubelt samt Spielern.
Kurz darauf gelingt Kopacz fast der nächste Treffer, der zweite Ball landet bei Wiethaup, dessen Schuss zur Ecke geblockt wird.
Kurz vor Abpfiff ein Warnschuss: Eine Ecke von links wird nach einem Abwehrversuch zum zweiten Pfosten weitergeleitet, wo der freistehende Kühlwetter den Ball aus zwei Metern über das Tor köpft.
Halbzeitfazit
Die Regensburger begannen gut, aber der VfL übernahm nach einer Viertelstunde die Spielkontrolle und erzielte nach einigen gelungenen Angriffen die verdiente 1:0-Führung durch den heute sehr starken Kopacz.
Tipp: Die Halbzeitgedanken, eine Melange aus Hintergrundinformation, Kommentar und weiterführenden Links, fallen hin und wieder recht knapp, manchmal aber auch sehr ausführlich aus. Wem das Lesen der HZ-Gedanken zu mühselig ist: Ganz einfach weiter nach unten scrollen, dort geht es dann mit dem aktuellen Spielbericht weiter.
Halbzeitgedanken: Regensburg liegt, leicht östlich versetzt, zwischen München und Nürnberg, hat 152.000 Einwohner und die sehenswerte Altstadt ist seit 2003 Weltkulturerbe.
Zurück zum Sport: Den SSV Jahn Regenburg gibt es seit 1907. Das altehrwürdige Jahnstadion wurde 2015 verlassen und man zog in das neu errichtete Stadion, ein gegenüber so manchem anderen Retortenstadion nicht gänzlich ungelungener Neubau, sieht man davon ab, dass er an der Franz-Josef-Strauß-Allee liegt. Es gibt immerhin 6.200 Stehplätze bei einer Gesamtkapazität von 15.210, wobei eine Tribüne den schrulligen Namen Netto-Tribüne trägt, denn der Lebensmitteldiscounter ist seit 2017 der Hauptsponsor des SSV. Ich warte noch auf die Lautsprecherdurchsage bei einer Verletzung: „Snickers! Wenn’s mal etwas länger dauert …“ Abwegige Halbzeitgedanken: Als ich mit meinem ehemaligen Kabarettduo „Spvg. Turn & Taxis“ vor 30 Jahren in der ausverkauften Alten Mälzerei in Regensburg auftrat, blickte man von der Bühne aus direkt auf eine riesige Leuchtreklame der „Fürstlichen Brauerei Thurn und Taxis“. Nach einigen Minuten entdeckte ich vor einer Fensterfront die Silhouette von Gloria von Thurn und Taxis, die sich, wie sich später herausstellte, in Begleitung eines Anwalts unter das Publikum gemischt hatte. Völlig abwegige Halbzeitgedanken: Ein Jahr später traten wir eine Woche lang im Regensburger Turmtheater auf und waren etwa 15 Kilometer außerhalb der Stadt recht komfortabel in einem Flügel eines kleinen Schlosshotels untergebracht. Als wir nach einem Auftritt gegen zwei Uhr morgens ins Hotel kamen und in der Lobby noch etwas trinken wollten, staunten wir nicht schlecht: Im Hinterhof brannte neben einem Indianerzelt noch ein großes Lagerfeuer, um das ein Mann und ein ganzes Dutzend Frauen nackt tanzten und allen Ernstes sangen: „Ich bin ein Bi-Ba-Butzemann.“ Am nächsten Tag erfuhren wir, dass der Kursleiter unfassbar viel Geld für ein „Schwitzhütten“-Wochenendseminar von den Frauen verlangt hatte. Nach dieser schrecklich-schrägen Erfahrung schrieb ich die Szene „Esoterik ist Zellulitis im Hirn“. |
Der VfL wechselt nicht zur zweiten Hälfte …
… und die Regensburger auch nicht.
Und nur eine Minute nach Wiederanpfiff fast das 2:0 für den VfL, als Wiethaup aus 18 Metern abzieht, aber der Ball knapp übers Tor geht.
Der VfL hat nun eine richtig starke Phase: Meißner vergibt aus abseitsverdächtiger Position, Kopacz‘ scharfe Flanke geht an Freund und Feind vorbei und Meißners Schuss wird nach Anspiel von Kehl vom Regensburger Strauss mit dem Arm geblockt. Elfmeterpfiff bleibt aus.
Der VfL will und muss gegen die offensivstarken Regensburger nachlegen, denn gewonnen ist hier zwar schon einiges, aber noch nicht alles, auch wenn die Führung längst mehr als verdient ist.
Nach 60 Minuten …
… fällt tatsächlich das 2:0. Ein Traumkonter über Kopacz, der Meißner einsetzt, der auf auf Kehl durchsteckt, der unwiderstehlich aufs Tor zusprintet und mit dem rechten Außenrist genial vollstreckt. Der VfL ist zurecht Tabellenführer, mehr fällt mir dazu nicht mehr ein. Einfach klasse gemacht.
In der 68. Minute kommen Wagner und Badjie für Wiethaup und Kopacz und der VfL verwaltet nun auf gewohnt stoische Art und Weise das Spiel, eine Art vereinsinterne Blaupause bei einer 2:0-Führung: Kräfte schonen, den Gegner kommen lassen, um ihm beim Scheitern zuzusehen.
Der VfL ist immer noch gut im Spiel und Badjie bringt wieder etwas mehr Schwung ins Spiel. Pröger kommt in der 84. Minute für Kehl.
Die verhaltene Stimmung im Stadion passt sich nun allmählich dem Spielstand an. Auch die üblichen Einwechslungen auf beiden Seiten ändern an der Struktur des Spiels nichts mehr.
Gegen die starke VfL-Abwehr finden die Regensburger einfach keine Mittel und ein 3:0 für den VfL durch einen Konter scheint derzeit wahrscheinlicher als ein Anschlusstreffer. Das, was auf den Kasten kommt, stellt die Abwehr vor keine Probleme.
Henning und Riesselmann kommen für Kammerbauer und Meißner und nach fünf Minuten Nachspielzeit ist Schluss.
Fazit
Nach mäßigem Beginn übernahm der VfL im Stil einer Spitzenmannschaft Mitte der ersten Halbzeit entschieden das Kommando und ging durch Kopacz 1:0 in Führung, die durch Kehl in der 63. Minute zum nie gefährdeten Endstand von 2:0 ausgebaut wurde. Der VfL ist nun wegen des 0:0 zwischen Cottbus und Rostock alleiniger Tabellenführer.
Für den VfL geht es am kommenden Samstag, 14.03., um 14.00 an der Brücke gegen Waldhof Mannheim, danach geht es am 22.03. zu Hoffenheim II. Es folgt eine Länderspielpause. Alle weiteren Termine gibt es hier.
Zahlen, Daten & Fakten
Zuschauer*innen: 7.464, davon 750 aus Osnabrück
Tore:
0:1 Kopacz (40.)
0:2 Kehl (63.)
Gelbe Karten:
(27.) Schönfelder
(72.) Jacobsen
(80.) Wagner
(83.) Fabinski
Gelb-Rote Karten:
(.)
Rote Karten:
(.)
Jahn Regensburg:
Gebhardt – Strauss, Wurm, Karbstein – Oliveira, Müller, Fein, Schönfelder – Kühlwetter, Hottmann, Eichinger
Trainer: Michael Wimmer
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer (89 Henning), Jacobsen, Wiethaup (66. Wagner), Christensen – Kopacz (66. Badjie), Kehl (84. Pröger) – Meißner (89. Riesselmann)
Trainer: Timo Schultz
Schiedsrichter: Jonah Besong (Duisburg)
Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 02. November 2003 in 17 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 8-5-4. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.
Tabellarisches:
In der Kicker-Formtabelle steht der VfL mit einem Notendurchschnitt von 3,16 auf dem 3. Platz und Regensburg (3,45) auf dem 15. Platz. Tatsächlich spielt der VfL als Tabellenführer gegen den 14. des 27. Spieltags der 3. Liga.






Am 29. März 2020 wurde 







