Herzultraschall bei Orang-Utan-Dame Astrid

Zoo und Klinikum Osnabrück gemeinsam im Einsatz

Im Rahmen eines medizinischen Check-ups ist bei der Orang-Utan-Dame Astrid im Zoo Osnabrück erfolgreich eine Herzultraschall-Untersuchung durchgeführt worden. Anlass waren Veränderungen in ihrem Verhalten: Astrid hatte in den vergangenen Wochen Anzeichen von Müdigkeit und Schwäche gezeigt. Um mögliche gesundheitliche Ursachen detailliert abzuklären, wandte sich das Zoo-Team an die Klinik für Kardiologie des Klinikums Osnabrück.

Die Anfrage wurde von Chefarzt PD Dr. Carsten Schneider sowie dem leitenden Oberarzt Dr. Mathias Lange angenommen. Gemeinsam mit Veterinärmedizinern und erfahrenen Tierpflegern des Zoos führten sie eine Untersuchung direkt vor Ort im Zoo Osnabrück durch. Die medizinischen Untersuchungen fanden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Orang-Utans besitzen eine enorme Körperkraft und sind um ein Vielfaches stärker als Menschen. Entsprechend wurden umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um sowohl das Tier als auch die beteiligten Tierpfleger, Tierärzte und Mediziner zu schützen. Für die Diagnostik wurde Astrid zunächst schonend betäubt. Nach kurzer Zeit fiel Astrid in einen tiefen Schlaf, sodass die Untersuchungen sicher durchgeführt werden konnten.

Während der etwa 15-minütigen Untersuchung kamen mehrere diagnostische Verfahren zum Einsatz. Neben dem Herzultraschall wurden auch ein EKG, eine Blutuntersuchung sowie eine allgemeine Gesundheitskontrolle einschließlich einer Untersuchung der Zähne durchgeführt. Das im Zoo vorhandene Ultraschallgerät lieferte dabei detaillierte Einblicke in Astrids Herzfunktion.

Die Zusammenarbeit zwischen Human- und Veterinärmedizinern ist dabei besonders wertvoll. Menschenaffen können ähnliche Herzerkrankungen entwickeln wie Menschen, sodass die Expertise spezialisierter Kardiologen auch bei der Untersuchung unserer tierischen Verwandten hilfreich ist. Anatomisch unterscheidet sich das Herz nur geringfügig: Es ist etwas kleiner, dafür jedoch muskulöser.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind erfreulich: Bei Orang-Utan-Weibchen Astrid konnten keine Hinweise auf eine schwerwiegende Herzerkrankung festgestellt werden. Ihr Zustand hat sich inzwischen bereits leicht gebessert. Das Zoo-Team wird Astrid weiterhin aufmerksam beobachten und betreuen.

„Dass es Astrid gut geht, freut uns sehr. Die erfolgreiche Untersuchung zeigt, wie wertvoll die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen und Institutionen in unserer Region ist. Dass Ärzte aus dem Klinikum Osnabrück gemeinsam mit dem Team des Zoos zum Wohl eines Tieres arbeiten, ist ein schönes Beispiel dafür, wie medizinische Kompetenz und Engagement über den klassischen Rahmen hinaus wirken können“, sagt der Zoopräsident und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, Dr. Fritz Brickwedde.

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