European Media Art Festival: Stadt Osnabrück distanziert sich von Teilen des Programms
Die Stadt Osnabrück distanziert sich von Teilen des Programms beim European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück. Grund für die Kritik ist insbesondere die Entscheidung der Festivalleitung, einen künstlerischen Beitrag der palästinensisch-US-amerikanischen Filmemacherin Basma al-Sharif in das Programm aufzunehmen.
Ausschlaggebend ist nicht der Festivalbeitrag der Künstlerin, sondern ihre politische Haltung. Insbesondere in den sozialen Netzwerken lässt ihre Nähe zur BDS-Bewegung, die in einem Bundestagsbeschluss von 2019 als antisemitisch eingestuft wird, Fragen offen. Kritisiert werden zudem einseitige Narrative, die die Legitimität des Staates Israel infrage stellen, sowie eine mangelnde Distanzierung von der Gewalt der Hamas nach den Terrorangriffen vom 7. Oktober 2023.
Diese Positionierung der Künstlerin steht den Werten der Stadt Osnabrück entgegen. Nach Bekanntwerden der Aufnahme eines Films von Basma al-Sharif in das Kurzfilmprogramm des Festivals haben ausführliche Gespräche mit der Festivalleitung stattgefunden. Auch vor dem Hintergrund, dass im Januar 2026 eine Einladung der Künstlerin durch die Kunstakademie Düsseldorf zu massiven Protesten der jüdischen Gemeinde und politischer Vertreter geführt hatte.
Die Verantwortung für die Programmauswahl liegt bei der Festivalleitung, die auch nach den Gesprächen daran festhält, den Kurzfilm Basma al-Sharifs im Programm zu belassen.
„Uns ist bewusst, dass die Social-Media-Posts der Künstlerin durch die Kunst- und Meinungsfreiheit geschützt sind. Dennoch geht es hier um unsere gesellschaftliche Verantwortung und die Werte, für die wir einstehen. Mit der Aufnahme des Beitrags in das Programm besteht zudem das Risiko, antisemitischen Narrativen Raum zu geben“, betont Wolfgang Beckermann, Erster Stadtrat und Kulturdezernent der Stadt Osnabrück. „Die Stadt Osnabrück steht für den friedlichen Dialog, ein Miteinander in Vielfalt und ein konsequentes Eintreten gegen Antisemitismus und Rassismus. Wir können keine Veranstaltungen mit Kunstschaffenden gutheißen, für die, nach unserer Einschätzung, Terror ein legitimes Mittel des politischen Widerstands ist oder die den Staat Israel delegitimieren.“
Auch der Niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies hat seine Sorge zum Ausdruck gebracht, dass die Aufnahme von Beiträgen mit Nähe zur BDS-Bewegung die gesellschaftliche Debatte eher erschwert und weiter polarisiert. Vor diesem Hintergrund hat der Ministerpräsident entschieden, seine Schirmherrschaft für das diesjährige Festival zu widerrufen. Diese Entscheidung ist Ausdruck seiner Haltung gegen Antisemitismus und für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben in Niedersachsen.
Das European Media Art Festival ist seit vielen Jahren ein anerkannter auch international beachteter fester Bestandteil und ein Höhepunkt des Kulturjahres in Osnabrück und im Land Niedersachsen.












