Ausstellung „Friedrich Vordemberge-Gildewart, fotografiert 1920-1960“
Er war ein stiller Star der Moderne, der konstruktivistische Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart. Jetzt geben seltene Bilddokumente einen völlig neuen Einblick in sein Leben und seine Kunst. Unter dem Titel „Friedrich Vordemberge-Gildewart, fotografiert 1920-1960“ sind die Bilder im Osnabrücker Vordemberge-Gildewart-Haus zu sehen. Eröffnet wird alles am Sonntag, 19. April, 11 Uhr.
Ob als Shootingstar der Avantgarde in Hannover, als Netzwerker der Kunst in Paris, als Emigrant in Amsterdam oder Kunstdozent in Ulm – Friedrich Vordemberge-Gildewart verbindet die Epochen der Kunst und ihrer Geschichte im 20. Jahrhundert, von der Avantgarde über die Erfahrung von Krieg und Vertreibung bis in die junge Bundesrepublik.
Jetzt wird diese beeindruckende Karriere neu sichtbar. Die „Treuhandstiftung kunst.konkret.konstruktiv – vordemberge-gildewart“ präsentiert rund 35 Fotografien, mit denen Leben und Karriere des 1899 in Osnabrück geborene und 1962 in Ulm verstorbene Klassiker der Konkreten und Konstruktiven Kunst auf eine neuartige Weise erkundet werden können. Die Bilddokumentation erhellt Leben und Karriere des Künstlers, macht aber auch Vordemberges Netzwerke plastisch erlebbar, zu denen auch Stars der Bohème wie Joachim Ringelnatz und Piet Mondrian gehörten.
Friedrich Vordemberge-Gildewart hat die Geschichte der Avantgarde nachdrücklich mitgeschrieben. Im Verein mit Künstlern wie Wassily Kandinsky und Max Bill entwickelte er seine Bildsprache der internationalen Moderne. Die ausgewählten Fotografien fügen sich zu einer lehrreichen und berührenden Reise durch ein kreatives Leben zu einer Zeit, als die Kunst jung und voller Optimismus war.
„Die Fotografien zeigen das Leben des Osnabrückers Friedrich Vordemberge-Gildewart und machen zugleich klar, wie sich die Künstler der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts inszenierten“, unterstreicht Prof. Dr. Stefan Lüddemann, Vorstandsvorsitzender der „Treuhandstiftung kunst.konkret.konstruktiv – vordemberge-gildewart“ den besonderen Stellenwert der in dieser Zusammenstellung erstmals präsentierten Bilddokumente. Die Gestalt Vordemberge-Gildewarts werde damit in einer ganz neuen Weise profiliert, ergänzt Dr. Hans Peterse, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung.
Die Bilddokumente stammen aus dem Vordemberge-Gildewart-Archiv des Museums Wiesbaden. Lüddemann und Peterse danken insbesondere Dr. Roman Zieglgänsberger vom Museum Wiesbaden, der es den Osnabrücker Ausstellungsmachern ermöglichte, die besonders beeindruckenden Fotos aus dem Archivbestand für die Präsentation auszuwählen. Ihren besonderen Dank richten die Ausstellungsmacher darüber hinaus an die Osnabrücker Sievert Stiftung für Wissenschaft & Kultur, die das Ausstellungsprojekt großzügig unterstützt und zudem ihren Sitz, das Vordemberge-Gildewart-Haus in der Osnabrücker Altstadt als Ausstellungsort zur Verfügung stellt.
Die Ausstellung „Friedrich Vordemberge-Gildewart, fotografiert 1920-1960“ wird am Sonntag, 19. April 2026, um 11 Uhr im Vordemberge-Gildewart-Haus, Große Gildewart 27, 49074 Osnabrück eröffnet werden. Die Präsentation wird bis zum 7. Juni zu sehen sein.
Öffnungszeiten
- Dienstag, 15-18 Uhr, Donnerstag, 15-18 Uhr, Samstag, 14-17 Uhr, Sonntag, 14-17 Uhr.
- Öffentliche Führungen finden jeweils am Sonntag, 26. April, 16. Mai und 31. Mai von 15 bis 16 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.
Zu Ausstellung, Vorträgen, Zeiten und Veröffentlichungen
- 12. Mai 2026: Hon.-Prof. Dr. Stefan Lüddemann: Friedrich Vordemberge-Gildewarts Kunst – eine Botschaft der Humanität?
- 2. Juni 2026: Dr. Hans Peterse: Friedrich Vordemberge-Gildewart und die Avantgarde in Hannover
- Uhrzeit: Jeweils um 20 Uhr im Lortzinghaus, An der Katharinenkirche 3, 49074 Osnabrück.
- Der Eintritt ist frei.
- Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Kettler, Bönen, zum Buchhandelspreis von 20 Euro.
Sätze zum Veranstalter
Die Treuhandstiftung kunst.konkret.konstruktiv – vordemberge-gildewart ist eine unselbständige Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Osnabrück. Sie initiiert Projekte zu Person und Werk Friedrich Vordemberge-Gildewarts.
Zu ihren Aktivitäten gehörten zuletzt eine Ausstellung zum hundertjährigen Jubiläum der ersten Einzelschau Friedrich Vordemberge-Gildewarts 1924 in Hannover, ein Symposium über das Werk des Künstlers sowie eine Tanzperformance der Künstlerin Erneste Junge zu Bildern Vordemberge-Gildewarts.
Die Projekte der Treuhandstiftung werden immer wieder mit Unterstützung der Sievert-Stiftung für Wissenschaft und Kultur verwirklicht.
Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899-1962) hat als wichtiger Vertreter des Konstruktivismus und der Konkreten Kunst die Kunst des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgestaltet.
Der aus Osnabrück stammende Künstler ging nach einer Tischlerlehre nach Hannover, wandte sich im Umfeld der Kestner-Gesellschaft der Konstruktiven Kunst zu und wurde Mitglied von De Stijl und anderer wichtiger Künstlergruppen. Von den Nationalsozialisten verfemt, lebte Vordemberge-Gildewart ab 1938 in Amsterdam im Exil. Max Bill berief ihn 1954 an die Hochschule für Gestaltung in Ulm. Vordemberge-Gildewart starb dort 1962. Weitere Informationen gibt es im Netz.











