Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.
Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.
Vorschau auf das Heimspiel gegen Energie Cottbus
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Arne Willms
Nach dem problemlosen Sieg gegen Schweinfurt (4:0) und der ersten Niederlage in 2026 (in Duisburg 0.1) trifft der VfL zum Abschluss der englischen Woche am nächsten Sonntag um 13:30 Uhr auf FC Energie Cottbus, der bisher beide Spiele gewinnen konnte. Dem 3:0 in Havelse folgte der souveräne 3:0 Sieg gegen TSV 1860 München. Cottbus kommt also mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen zum Spitzenreiter.
Von insgesamt 14 Duellen zwischen der VfL Osnabrück und der FC Energie Cottbus konnte Osnabrück 6 Spiele gewinnen, während Cottbus 6 Siege verbuchen konnte. 2 Partien endeten unentschieden. Die Bilanz ist ausgeglichen. In den letzten beiden Duellen siegte jeweils Osnabrück.
In den Saisons 2003/2004 und 2010/2011 traf man sich in der 2. Bundesliga und die Cottbusser waren in diesen Duellen inkl. Pokal 1999 erfolgreicher. Nur am 22.10.2010 gewann die von Karsten Baumann trainierte Mannschaft ein Spiel. Trainer der Cottbusser war auch hier Pele Wollitz.
In den übrigen 4 Spielen gelang dem VfL kein Tor (0:7) und es setzte ausschließlich Niederlagen.
Besser sieht demzufolge die Bilanz in der 3. Liga aus. 4 Siege des VfL stehen 3 Niederlagen und 2 Unentschieden gegenüber. Auffällig aber, dass der VfL nur eins von vier Heimspielen gewinnen konnte und dabei zwei verlor.
Unvergessen auch das Duell in Cottbus am 13.03.2011, als sich Flamur Kastrati eine schwere Kopfverletzung zuzog und zeitweise bewusstlos war. Nach einer gefühlt ewigen Behandlungspause einigten sich beide Mannschaften darauf, sich den Ball nur noch zuzuschieben und der Schiedsrichter pfiff nach einer Nachspielzeit von 14 Minuten ab. Für sehr kurze Zeit entwickelte sich eine etwas merkwürdig anmutende „Fanfreundschaft“, die wohl eher nicht von den Fans, sondern von den Vereinen gefördert wurde.
Auf’m Platz
Die von unserem Jahrhunderttrainer und Mitglied der Jahrhundertmannschaft trainierte Cottbusser Mannschaft spielt nach dem Aufstieg aus der Regionalliga wieder um den Aufstieg mit. Diese Leistung kann man gar nicht hoch genug bewerten und verdient Respekt, zumal die Bedingungen in Cottbus nicht den allerhöchsten Ansprüchen genügen.
Wie im letzten Jahr scheint die Mannschaft aber etwas zu schwächeln. Nach der Hinrunde belegte man Platz 1 mit 4 Punkten und 4 Toren Vorsprung auf den VfL. Nach Spieltag 32 sieht die Situation anders aus. Der VfL belegt mit 4 Punkten und 10 Toren Vorsprung den 1. Tabellenplatz, während Cottbus auf dem 3. Platz zu finden ist.
Gefährlich ist die Mannschaft aus Cottbus allerdings allemal. Gleich 4 Spieler haben eine zweistellige Scorerzahl. Erik Engelhardt kommt auf 23 Scorerpunkte (19 Tore/ 4 Vorlagen), Tolcay Cigerci auf 32 Scorerpunkte (14 Tore/15 Vorlagen), Moritz Hannemann auf 11 Scorerpunkte (7 Tore / 4 Vorlagen) und Axel Borgmann auf 10 Scorerpunkte (5 Tore/ 5 Vorlagen).
Zum Vergleich: Beim VfL haben nur Robin Meißner (22) und Lars Kehl (19) einen zweistelligen Wert.
Der Marktwert beider Teams ist ähnlich. Kommt der VfL mittlerweile durch die guten Leistungen auf 7,43 Millionen € (13. Platz), liegt er bei Cottbus bei 7,03 Millionen € (16. Platz). Beide Mannschaften erzielen also deutlich bessere Ergebnisse, als der Marktwert der Einzelspieler vermuten lässt. Vielleicht wird einfach in beiden Städten besser gearbeitet, als bei vielen Anderen.
Gästeanhang
Obwohl eine besondere Rivalität zum Osnabrücker Anhang nicht besteht, bringt die Tabellensituation natürlich eine große Brisanz mit sich. Der Gästeblock wird ausverkauft sein und wie bei den meisten ostdeutschen Blöcken ist auch hier ein relativ hoher Anteil von Problemfans vertreten.
Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)
Nach dem Dämpfer in Duisburg kommt der VfL zwar etwas besser ins Spiel, aber mehr als ein Unentschieden springt dabei nicht heraus. Diesmal gelingt nach einem Rückstand nach zweifelhaftem Elfmeter David Kopacz zumindest noch das verdiente und sehr wichtige 1:1.
Ein insgesamt sehr hektisches und zerfahrenes Spiel, das Fans und Spieler fast in den Wahnsinn treibt, lässt beide Mannschaften weiter vom Aufstieg träumen. Und ganz wichtig: SPITZENREITER!!!
Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)
Gegen den MSV gab es mit der verdienten Niederlage einen Rückschlag, aber nicht in der Form, dass man ins Grübeln kommen müsste. Man kann, auch wenn es nicht schön aussah, vor den Zebras den Hut ziehen, mit der eigenen Defensivleistung zufrieden sein, das Krönchen richten und auf Sonntag blicken. Denn da gelingt uns das, was am Dienstag nicht gelingen wollte: einen Rückstand zu drehen. Den frühen Führungstreffer von Engelhardt gleicht Wiemann mit einem Kopfball noch vor der Halbzeit aus. Badjie beschert uns dann, wie schon in der Hinrunde, nach Einwechslung die drei Punkte.
Prognose Arne Willms (Podcast Osnabrücker Rundschau)
Nach dem Dämpfer an der Wedau besinnt sich der VfL auf seine Stärken und lässt Cottbus keine Chance. Die Abwehr des VfL nimmt Engelhardt und Cigerci komplett aus der Partie. Nach einer torlosen ersten Hälfte gelingt Badjie zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Kopie seines Treffers aus dem Hinspiel zur Führung, die auch nach einem Anrennen der Lausitzer bestand hat. Kurz vor Schluss kontert der VfL und Julian Kania gelingt sein Premierentreffer in Lila-Weiß zum vielumjubelten 2:0, welches zugleich auch den Endstand markiert.












