„Keine Verdrängung auf Nebenstraßen!“

Radentscheid Osnabrück lehnt CDU-Vorschlag für Iburger Straße ab

Der Radentscheid Osnabrück lehnt den Vorschlag der CDU-Ratsfraktion für den Radverkehr an der Iburger Straße ab. Obwohl die CDU den Radentscheid selbst unterstützt und beschlossen hat, dass sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen angelegt werden (Ziel 2 des Radentscheids), legt die Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss nun einen Antrag vor, der eine alternative Routenführung durch den Stadtteil Schölerberg vorsieht.

„Statt auf direktem Weg entlang der Iburger Straße mit nur einem Abbiegevorgang ins Nahner Feld zu fahren, sollen Radfahrende künftig durch den Schölerberg fahren, wo sie von über zehn Rechts-vor-Links-Situationen ausgebremst würden. Die CDU-Route führt außerdem durch verkehrsberuhigte Bereiche wie die Teutoburger Straße, den Ithweg und den Deisterweg – hier gilt Schrittgeschwindigkeit auch für Radfahrende. Das ist keine zügige und sichere Verbindung, sondern ein klarer Rückschritt“, kritisiert Daniel Doerk.

„Der vorgeschlagene Umweg über den Parkplatz des Kinderkrankenhauses und hinter dem Altenheim durch den Wald schafft Konflikte zwischen Radfahrenden, Spaziergängerinnen und Patienten. Es wirkt, als habe die CDU nur kurz bei Google Maps geschaut, wo man irgendwie durchkommt – ohne Rücksicht auf Sicherheit und Alltagstauglichkeit. Radfahrende sind keine Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse, die man in Nebenstraßen verdrängen kann. Hier schwingt immer noch mit, dass Radfahren ein Hobby sei. Dabei ist das Fahrrad für viele Bürgerinnen und Bürger das Verkehrsmittel Nummer 1. Auch sie sind Pendler*innen, die sicher und zügig an ihren Arbeitsplatz kommen wollen“, ergänzt Christoph Drepper.

Auch werden mal wieder die vielen Menschen direkt an der Iburger Straße vergessen: „Mit diesem Vorschlag werden die Radfahrenden aus der Hauptstraße in Nebenstraßen verdrängt. Dabei werden die Interessen der Anwohner*innen und der ansässigen Geschäfte – darunter auch ein Fahrradladen – völlig ignoriert. Wir lehnen diese Planung klar ab – sichere Radwege entlang der Iburger Straße sind unverzichtbar“, stellt Philip Erpenbeck klar.


Hintergrund

Die CDU-Ratsfraktion will die Verwaltung beauftragen zu prüfen und umzusetzen, „inwieweit eine durchgängige und attraktive Ausweichroute für den Radverkehr als Alternative zur Iburger Straße eingerichtet werden kann. Diese soll über die Straße Alte Bauernschaft unterhalb des Schölerberg, entlang des Riedenbachs bis zur Miquelstraße sowie weiter über die Teutoburger Straße, den Ithweg, den Deisterweg und die Rosemannstraße bis zur Meller Straße geführt und entsprechend beschildert werden.“

Der Radentscheid fordert stattdessen, was 2021 mit der Annahme des Radentscheids bereits beschlossen wurde: sichere und komfortable Radwege an der Hauptverkehrsstraße Iburger Straße.

 

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