„Das ist politisch unglaubwürdig“

SPD-OB-Kandidat Robert Alferink wirft CDU-OB Pötter „wahlkampfgetriebenen Kurswechsel“ in der Wohnungspolitik vor

Mit scharfer Kritik reagiert der Oberbürgermeisterkandidat Robert Alferink auf die jüngsten Aussagen von CDU-Oberbürgermeisterin Katharina Pötter zur kommunalen Wohnungsgesellschaft WiO (Wohnen in Osnabrück).

„Was Frau Pötter hier präsentiert, ist kein neuer Plan. Es ist ein durchsichtiger Kurswechsel aus reinem Wahlkampfkalkül“, erklärt Alferink. Jahrelang habe die Oberbürgermeisterin die Rolle der WiO relativiert, ihre Finanzierung infrage gestellt und Wohnen zur Privatsache erklärt. Jetzt, wenige Monate vor der Wahl, werde plötzlich das Gegenteil behauptet.
Tatsächlich hatte Pötter noch 2025 erklärt, Wohnen sei „letztlich Privatsache“ und die Stadt könne die WiO nicht dauerhaft unterstützen. Gleichzeitig wird nun genau das getan: Die Stadt soll auf Zinsen verzichten, um die WiO finanziell zu entlasten. Faktisch ist dies eine Subvention durch die Hintertür.


Jahrelanges Bremsen und spontane Richtungswechsel

„Das ist politisch schlicht unglaubwürdig“, so Alferink weiter. „Erst wird jahrelang gebremst, dann wird kurz vor der Wahl hektisch die Richtung gewechselt. So schafft man kein Vertrauen.“ Besonders deutlich widerspricht Alferink auch der bisherigen Argumentation der Oberbürgermeisterin, die immer wieder betont habe, die Menschen müssten selbst entscheiden, wie viel sie für ihre Wohnung ausgeben wollen: „Das ist realitätsfern. Es geht nicht um das Wollen, es geht um das Können. Viele Menschen in Osnabrück können sich die Mieten schlicht nicht mehr leisten.“

Die Zahlen seien eindeutig: Neubauwohnungen kosten in Osnabrück häufig bis zu 18 Euro pro Quadratmeter. Und das als Kaltmiete. Für viele Haushalte bedeute das, dass ein immer größerer Anteil des Einkommens für Wohnen aufgewendet werden muss.


Versäumnisse der CDU – und das Problem ungehaltener Versprechen

Alferink sieht darin ein strukturelles Problem und ein politisches Versäumnis der CDU-Oberbürgermeisterin der vergangenen Jahre:„Wohnen ist die zentrale soziale Frage in unserer Stadt. Wer hier keine klare Linie hat, verspielt Vertrauen. Und genau das erleben wir gerade bei der Oberbürgermeisterin.“

Der SPD-Kandidat zieht dabei auch eine grundsätzliche Parallele zur Bundespolitik der CDU: „Große Versprechen machen, dann nichts davon halten. Wenn der Druck dann steigt, wird kurz vor der Wahl plötzlich die Position gewechselt. Dieses Muster kennen wir inzwischen von Bundeskanzler Friedrich Merz und es ist scheinbar auch bei der CDU-Oberbürgermeisterin von Osnabrück angekommen.“

Zugleich kritisiert Alferink, dass wertvolle Zeit verloren gegangen sei: „Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt sind nicht neu. Während andere Städte längst konsequent in kommunalen Wohnungsbau investiert haben, wurde in Osnabrück zu lange gezögert und relativiert. Dieses Zögern rächt sich jetzt – für die Menschen, die verzweifelt eine bezahlbare Wohnung suchen.“


OB-Kandidat und SPD stehen ohne Wenn und Aber zur WiO

Für Alferink steht dagegen ein klarer Kurs: Die WiO müsse konsequent gestärkt und ausgebaut werden. Sie sei das zentrale Instrument, um bezahlbaren Wohnraum in Osnabrück zu schaffen, entstanden durch den Willen der Bürgerinnen und Bürger beim Bürgerentscheid.

„Wir brauchen eine starke kommunale Wohnungsgesellschaft, die dauerhaft Wohnungen zu Mieten von 6 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter schafft. Das ist der einzige Weg, wie sich auch Normalverdiener das Leben in dieser Stadt noch leisten können. Das bedeutet, dass auch der städtische Haushalt seinen Beitrag zur WiO leisten muss.“

Darüber hinaus fordert Alferink eine aktive Bodenpolitik der Stadt, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren durch den Bauturbo – wie gerade erst gestern durch den StUA beschlossen – sowie eine klare Priorität für bezahlbaren Wohnraum bei neuen Baugebieten: „Die Stadt muss endlich selbst gestalten, statt nur zu verwalten. Wohnen darf nicht dem Markt allein überlassen werden.“

„Osnabrück braucht Verlässlichkeit statt Wahlkampfmanöver. Beim Wohnen geht es um Existenzen – nicht um politische Taktik. Die Menschen haben ein Recht auf ehrliche Politik und klare Entscheidungen. Sie haben ein Recht auf ein Osnabrück, das funktioniert.“

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