Alferink zum Galeria-Gebäude: „Chance vertan!“

OB-Kandidat kritisiert Umgang der Stadt mit Galeria-Immobilie 

Mit deutlichen Worten reagiert Oberbürgermeisterkandidat Robert Alferink (SPD) auf die aktuellen Entwicklungen rund um das ehemalige Galeria-Kaufhof-Gebäude in der Osnabrücker Innenstadt.

„Es ist zunächst einmal eine gute Nachricht, dass sich offenbar ein Investor gefunden hat, der dem Gebäude eine neue Perspektive geben will“, so Alferink. Entscheidend sei jetzt jedoch, dass aus Ankündigungen auch tatsächliche Entwicklung werde: „Wir haben am Neumarkt leider viel zu viele stadtprägende Objekte, die seit Jahren und teils Jahrzehnten brach liegen, obwohl Investoren hier Eigentümer sind.“

Trotz der aktuellen Entwicklung bleibt daher für Alferink klar: Die Stadt hat eine große Chance verpasst. „Es wäre die richtige Entscheidung gewesen, dass die Stadt dieses Gebäude selbst erwirbt. Egal, ob man es im Bestand weiterentwickelt oder perspektivisch neu denkt – es hätte endlich eine klare Perspektive für diesen zentralen Standort gegeben“.

Gerade mit Blick auf den Neumarkt und die Innenstadtentwicklung insgesamt sieht Alferink hier ein strategisches Versäumnis: „Bei einer solchen Schlüsselimmobilie darf man sich nicht allein auf den Markt verlassen. Hier geht es um die Zukunft unserer Innenstadt. Der Markt hat die letzten Jahre gezeigt, dass er das Gebäude perspektivisch nicht entwickeln kann.“

Der SPD-Kandidat kritisiert dabei auch das Vorgehen der Stadtspitze unter CDU-Amtsinhaberin Katharina Pötter: „Gerade bei zentralen Immobilien ist die Stadt viel zu passiv.“ Die Stadt dürfe sich nicht aus der Verantwortung ziehen: „Wir sehen doch immer wieder das gleiche Muster: Gebäude gehen an Investoren ohne Bezug zur Stadt, es wird auf Wertsteigerung spekuliert – und am Ende passiert jahrelang nichts. Das können wir uns mitten in unserer Innenstadt nicht leisten.“

Für Alferink steht das Galeria-Gebäude dabei exemplarisch für eine Reihe verpasster Chancen in der Stadtentwicklung: „Dieses Gebäude ist nur das sichtbarste Beispiel dafür, was in den letzten Jahrzehnten in Osnabrück schiefgelaufen ist. Viele Entwicklungen wurden verschleppt oder dem Markt überlassen, davon die letzten 13 Jahre unter CDU-geführter Stadtspitze.“

Alferink fordert deshalb ein grundsätzliches Umdenken in der Stadtentwicklungspolitik: „Unsere Innenstadt braucht keine Stillstandspolitik, sondern Mut und klare Entscheidungen. Die Stadt muss bei Schlüsselimmobilien handlungsfähig sein und im Zweifel selbst eingreifen.“

Sein Fazit fällt deutlich aus: „Es ist gut, dass hier vielleicht Bewegung in die Sache kommt. Aber es bleibt dabei: Die Stadt hat zu lange zugeschaut. Wenn wir wollen, dass unsere Innenstadt eine Zukunft hat, dann müssen wir künftig früher handeln – entschlossen und mit klarer Verantwortung für unsere Stadt. Nur so schaffen wir ein Osnabrück, das funktioniert.“

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