In der Gertrudenkirche gab es vor einigen Tagen eine kleine Literaturveranstaltung, bei der das Buch „Irre schön – Poetry & Mental Health“ von Stef und Bonny Lycen vorgestellt und diskutiert wurde.
Eingeladen hatten Stigma e. V., „Trude lädt ein“ und das Literaturbüro Westniedersachsen und gekommen sind neben Vertretern der Veranstalter die Autoren des vorgestellten Buchs Stef (Slam Poet), Bonny Lycen (Psychologie-Dozentin) und Laander Karuso (Slam Poet).
Poetry und psychische Erkrankungen – geht das zusammen?
Ja! Und das zeigt sich ganz besonders in den Texten des Buchs; allesamt kurz – wie es sich für die Poetry-Slam-Bühne gehört, aber mit Wut im Bauch, mit Wehmut über das Nicht-verstanden-werden, über schwarze Gedanken, über Gedankenkarussels, über das Stigma des „Nicht-normal-seins“.
Aber es gibt auch Autor:innen, die sich mit Humor über ihre eigenen Krankheiten wie etwa Angststörungen auslassen.
Und zwischendrin die wunderbar verständlichen Erläuterungen von Psychologin Bonny Lycen, die selbst jahrelang über verschiedene Poetry-Bühnen tingelte und zusammen mit Stef die Idee zu diesem Buch hatte. Nach deren Aufruf in die Community gingen so viele Beiträge ein, die sich mit psychischer Gesundheit (Mental Health) befassten, dass beide die Qual der Wahl hatten.
Zwischen einzelnen poetischen Wortbeiträgen von Laander Karuso und Stef, die von Jens Peters vom Literaturbüro Westniedersachsen eingeleitet wurden, führte Paul Lücke vom Verein Stigma e. V. die Diskussion, die sich um den Umgang mit psychischen Erkrankungen, Stigmatisierung, aber auch um die knappen Resourcen im Hinblick auf lange Wartezeiten auf Therapieplätze und die kürzlich erfolgte Herabsetzung der Therapeuten-Entgelte drehte.
Eine tolle, Augen-öffnende Veranstaltung, von der es mehr geben sollte. Hut ab vor den Poet:innen, die ihr Dilemma an die Öffentlichkeit bringen. Allerdings: Es ist nicht jedem / jeder gegeben, sich zu outen und es hilft auch nicht immer, so Bonny Lycen. Es darf auf keinen Fall zum „Muss“ werden, bei dem zurückhaltende Persönlichkeiten sich dann wiederum in die Enge getrieben fühlen.
Eine Leseprobe zum Buch und weitere Infos gibt’s hier: https://www.amazon.de/











